Verschmutzung in Buchloe

Müllproblem im Ostallgäu: Menschen entsorgen Abfälle einfach irgendwo

Überraschung: Statt Streugut fand ein <i>BZ</i>-Leser Altkleider vor – passend dazu lag vor der Kiste am Schrannenplatz noch ein Häufchen.

Überraschung: Statt Streugut fand ein BZ-Leser Altkleider vor – passend dazu lag vor der Kiste am Schrannenplatz noch ein Häufchen.

Bild: Manfred Müller

Überraschung: Statt Streugut fand ein BZ-Leser Altkleider vor – passend dazu lag vor der Kiste am Schrannenplatz noch ein Häufchen.

Bild: Manfred Müller

Wenn die Bürger zu Hause bleiben, fällt auch mehr Müll an. Doch die Entsorgung ist manchmal unschön, wie sich in einer Splittkiste in Buchloe zeigte.
05.01.2021 | Stand: 12:03 Uhr

Es gibt Bescherungen, auf die viele verzichten können. So ging es auch einem Leser: „Ich wollte Splitt von dem dafür aufgestellten Container am Schrannenplatz holen“, berichtet der Buchloer. Doch schon vor dem Fach, aus dem das Gemisch zu schaufeln ist, schreckte der Leser zurück: „Da war Hundekot, deshalb machte ich den Deckel auf“, erzählt der Leser, der dann unfreiwillig auf eine kleine Altkleidersammlung blickte, deren Inhalt ihm aber zu altbacken und vor allem völlig unpraktisch vorkam. „Leider ist das immer wieder ein Problem, die Leute entsorgen dort scheinbar alles“, meint der Leser verärgert.

Mehr Müll in Privathaushalten im Ostallgäu

Die Müllentsorgung im Ostallgäu scheint durch das Daheimbleiben der Bürger aufgrund der Corona-Pandemie und deren Beschränkungen beeinflusst zu sein: „Die Abfälle aus Privathaushalten sind in den zurückliegenden Monaten mehr geworden. Die deutlichsten Steigerungen betreffen die Wertstoffe Altholz, Altkleider und Bauschutt“, erklärt Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamtes Ostallgäu.

Doch an den Wertstoffhöfen laufe alles wie geschmiert, es werde fein säuberlich getrennt, berichtet Brandl weiter: „Ansonsten konnten wir keine Veränderungen im Verhalten der Bürger feststellen. Insbesondere die an den Wertstoffhöfen abgegebenen Abfälle zeichnen sich durch eine hohe Sortenreinheit aus“. Das gelte auch für den Container des bayerischen Roten Kreuzes am Rotkreuzhaus in der gleichnamigen Straße. „Auffällig viel Müll wurde dort in den letzten Wochen nicht abgestellt“, erläutert Kreisgeschäftsführer Thomas Hofmann.

Auffälligkeiten an Wertstoffinseln

Doch an einzelnen Wertstoffinseln habe es sehr wohl Auffälligkeiten gegeben, berichtet Brandl: „Was das Trennverhalten angeht, kam es an einigen Wertstoffinseln für Glas, Blechdosen und Altkleider vermehrt zu wilden Ablagerungen“. Bereits Anfang Dezember wies das Landratsamt auf diese Missstände hin: „Immer häufiger werden die frei zugänglichen Containerstandorte jedoch als Müllhalde missbraucht. Abgeladen wird alles, was nicht mehr benötigt wird: kaputtes Kinderspielzeug, altes Geschirr, aber auch Säcke mit alltäglichem Rest- oder Biomüll landen neben, hinter oder zwischen den Containern. Das erschwert nicht nur die ordnungsgemäße Entsorgung der Wertstoffe, die hier gesammelt werden sollen, sondern beeinträchtigt auch das Ortsbild“.

Das kann sich nach Weihnachten und den freien Tagen nach Silvester noch einmal wiederholen, wenn die Geschenke ausgepackt, möglicherweise opulente Mahlzeiten beendet sind und der ganze Verpackungsmüll entsorgt werden muss. Aber das Landratsamt weist nachdrücklich darauf hin, „dass Personen, die Gegenstände neben Wertstoffcontainer hinterlassen, eine Ordnungswidrigkeit begehen. Ordnungswidrig handelt auch, wer andere als die auf den Containern angegebenen Abfälle einwirft“.

Lesen Sie auch: Von Car-Sharing bis regional einkaufen: Wie gut funktioniert Klimaschutz im Allgäu?