Baubeginn

Neubau der Sozialstation Buchloe-Germaringen-Pforzen wächst

Eigentlich sollte es ein Termin zum offiziellen Spatenstich werden, doch die Bauarbeiter waren schneller: Über den Fortschritt beim Neubau der Sozialstation auf dem alten Festplatz in Buchloe freuen sich (von links) Sozialstationsvorsitzender Hermann Heiß, Architekt Michael Graf, Sozialstationsgeschäftsführer Florian Franz, Bauunternehmer Hans Berktold und Bürgermeister Robert Pöschl.

Eigentlich sollte es ein Termin zum offiziellen Spatenstich werden, doch die Bauarbeiter waren schneller: Über den Fortschritt beim Neubau der Sozialstation auf dem alten Festplatz in Buchloe freuen sich (von links) Sozialstationsvorsitzender Hermann Heiß, Architekt Michael Graf, Sozialstationsgeschäftsführer Florian Franz, Bauunternehmer Hans Berktold und Bürgermeister Robert Pöschl.

Bild: Karin Hehl

Eigentlich sollte es ein Termin zum offiziellen Spatenstich werden, doch die Bauarbeiter waren schneller: Über den Fortschritt beim Neubau der Sozialstation auf dem alten Festplatz in Buchloe freuen sich (von links) Sozialstationsvorsitzender Hermann Heiß, Architekt Michael Graf, Sozialstationsgeschäftsführer Florian Franz, Bauunternehmer Hans Berktold und Bürgermeister Robert Pöschl.

Bild: Karin Hehl

Am alten Festplatz in Buchloe entsteht das neue Dienst- und Verwaltungsgebäude. Wie und warum die Sozialstation für Mitarbeiter attraktiver werden will.
25.02.2021 | Stand: 13:19 Uhr

Baubeginn für das neue Dienst- und Verwaltungsgebäude der Sozialstation Buchloe-Germaringen-Pforzen: Kaum zeigte sich das Wetter wieder freundlicher, legten die Bauarbeiter vorige Woche los – und zwar in so großer Geschwindigkeit, dass der eigentliche Spatenstich-Termin bereits überholt war, als sich die Verantwortlichen auf der Baustelle an der Eschenlohstraße trafen.

„Eigentlich könnten wir bald schon Hebauf feiern – wenn wir denn dürften“, meinte der gut gelaunte Vorsitzende der Sozialstation, Hermann Heiß. Ebenso wie der Geschäftsführer der Sozialstation, Florian Franz, freute er sich darüber, dass der Bau nun sichtbare Fortschritte macht – in die Karten spielt dabei nicht nur das gute Wetter, sondern auch die bereits im Dezember betonierte Bodenplatte.

Lange hatte der Verein zuvor gerechnet und geplant. „Wir haben allenthalben große Unterstützung erfahren“, sagte Heiß. Die Entscheidung, in Buchloe neu zu bauen, sei nicht schwer gefallen. „Die Stadt kam uns hier mit dem Grundstück sehr entgegen.“

Die Sozialstation Buchloe kümmert sich um etwa 400 Patienten

Rund 50 Prozent der etwa 400 Patienten, um die sich die Mitarbeiter der Sozialstation kümmern, kämen aus Buchloe und der näheren Umgebung, ergänzte Geschäftsführer Florian Franz. „Es ist wichtig“, betonte er, „dass wir hier mit dem Neubau ein Zeichen setzen und attraktiv bleiben. „Vielleicht gewinnen wir damit auch wieder neue Mitarbeiter.“ Denn den leer gefegten Markt bei den Pflegekräften bekommt auch die Sozialstation zu spüren. Gerade durch Corona habe sich gezeigt, dass mehr Menschen früher aus Kliniken entlassen werden und intensiver zuhause gepflegt werden müssten.

Dass die Sozialstation ihre Einsätze weiter von Buchloe aus koordiniert und hier ihre neue Zentrale errichtet, sieht auch Bürgermeister Robert Pöschl als „sehr positives Signal“. „Wir sind froh, dass die Sozialstation in Buchloe weiter ihren Hauptsitz hat und von hier aus ihre wichtige Arbeit organisiert“, sagte der Bürgermeister.

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Der Neubau entsteht wie mehrfach berichtet im „Gewerbegebiet auf dem alten Festplatz“. Dort möchten sich voraussichtlich ab Herbst auch das Bayerische Rote Kreuz und die Tagespflege ansiedeln. Ein Bestatter hat dort bereits voriges Jahr sein Lagergebäude gebaut.

Zweistöckiger Neubau entsteht auf dem ehemaligen Festplatz in Buchloe

Das künftige Dienst- und Verwaltungsgebäude der Sozialstation entsteht auf einem knapp 2400 Quadratmeter großen Grundstück. Es wird zweistöckig und erhält ein Pultdach. Im Erdgeschoss des 23 mal 8,90 Meter großen Hauses werden drei Büros sowie Hygiene-, Nass- und Umkleideräume untergebracht, im oberen Stockwerk vier Büros, das Archiv, ein Lager, Toiletten und ein Besprechungsraum. Das Obergeschoss wird sowohl per Treppe als auch barrierefrei per Fahrstuhl erreichbar sein.

Die Gesamtkosten liegen bei 1,45 Millionen Euro; die Bayerischen Landesstiftung fördert das Projekt mit 140 000 Euro. Architekt Michael Graf aus Kaufbeuren und der Bauunternehmer Hans Berktold aus Pforzen rechnen mit einer Bauzeit von knapp einem Jahr, „wenn alles optimal läuft“.

Aktuell ist die Sozialstation in Buchloe in einem Gebäude gegenüber – im Heideweg – untergebracht. Dort arbeiten sechs Mitarbeiter in der Verwaltung, dazu kommen 76 Mitarbeiter in der Pflege und in der Hauswirtschaft.

Schulungen und Fachvorträge in der neuen Buchloer Sozialstation

Das neue Gebäude soll es ermöglichen, auch künftig „eine individuelle und maßgeschneiderte Versorgung unserer Patienten zu gewährleisten, die über die Vorgaben der Pflegeversicherung hinausgeht“, sagte der Geschäftsführer. Zudem können im neuen Gebäude die von der Sozialstation erbrachten Leistungen koordiniert, Beratungsgespräche und Fachvorträge für Menschen in dem Versorgungsgebiet abgehalten, Angehörige geschult und auch die Mitarbeiter fort- und weitergebildet werden.

Obendrein will die Einrichtung mit dem Neubau ihren Mitarbeitern eine zeitgemäße Umgebung anbieten. So bringt das neue Gebäude laut Geschäftsführer für die Mitarbeiter viele Vorteile: zum Beispiel in Form von angemessenen Umkleideräumen, Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten für Pausen, einer modernen Einrichtung und Technik für Fort- und Weiterbildungen.

Daten und Fakten zur Sozialstation Buchloe-Germaringen-Pforzen

  • Gegründet wurde die Sozialstation im Jahr 1980 als gemeinnütziger, nicht gewinnorientierter Verein. Sie ist dem Caritasverband Augsburg angegliedert. Die katholischen Pfarrkirchenstiftungen des ehemaligen Dekanats Kaufbeuren sind in Übereinstimmung mit den Gemeinden die Träger der Einrichtung.
  • Kernleistungen der Sozialstation sind die ambulante Kranken- und Altenpflege sowie Leistungen der hauswirtschaftlichen Versorgung, der Familienpflege, der Beratung in allen pflegerischen und sozialen Fragen sowie der Verleih und die Betreuung von Hausnotrufanlagen.
  • Das Versorgungsgebiet erstreckt sich von Lamerdingen bis Mauerstetten und von Markt Kaltental bis Eggenthal – insgesamt werden 17 Kommunen inklusive der Stadt Buchloe dadurch abgedeckt.
  • Alle Einwohner in diesem Gebiet können unabhängig von Alter, Konfession und Nationalität die Dienstleistungen der Sozialstation in Anspruch nehmen. „Wir arbeiten flächendeckend und lehnen keinen Patienten aus Kostengründen ab“, betont Geschäftsführer Florian Franz.

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