Buchloe

„Nicht alles gefallen lassen“

Gartenanlage

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Bild: Alexandra Hartmann

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Bild: Alexandra Hartmann

Schrebergarten Mieter müssen Gartenanlage für Bauprojekt räumen
26.05.2021 | Stand: 09:23 Uhr

Die Schrebergärten an der Halde in Buchloe müssen einem neuen Wohnungsbauprojekt weichen. Wie berichtet, plant das Unternehmen Vonovia insgesamt drei Mietshäuser auf den Grundstücken der Gartenanlagen. Dafür müssen die Gartenbesitzer nun schweren Herzens ihre Gelände samt Hütten, Pflanzen, Möbeln und Feuerholz räumen – und das bis spätestens 20. Februar diesen Jahres.

Eine 49-jährige Anwohnerin hat sich nun empört an unsere Zeitung gewandt: „Den Nachbarn wird ein Stück Lebensqualität genommen und das innerhalb von sechs Wochen.“ Sie selbst ist erst im November eingezogen und wollte den Garten zeitnah von ihrer Vormieterin übernehmen. Dann wurde ihr Mitte Januar mitgeteilt, dass die Schrebergartenanlage komplett geräumt werden müsse. Manche der Kleingärtner leben seit vielen Jahrzehnten in den Mietshäusern mit ihren Gärten direkt vor der Haustür.

Ein 70-Jähriger zeigt stolz seinen Garten und sagt: „Was nicht weggeräumt wird, wird weggeschoben.“ Als Ausgleich sollen die Bewohner eine Zahlung von 500 Euro vom Bauunternehmen erhalten. Ein Ersatzgarten wäre den meisten lieber.

Vonovia verwaltet die Häuser, in denen die Gartennutzer leben. Die 49-Jährige denkt, dass die Nachbarn dadurch besonders eingeschüchtert sind und keinen Widerstand leisten. „Alles muss man sich auch nicht gefallen lassen“, sagt ihr Nachbar, weiß aber auch, dass er gegen die Neubauten nichts unternehmen kann.

Das Bauunternehmen Vonovia mit Sitz in Bochum hat sich auf Nachfrage unserer Zeitung zum Bauvorhaben geäußert. Die Mieter, die im Zuge des Neubaus ihren Garten räumen müssen, bekämen die Möglichkeit, einen neuen zu erhalten. Dafür werden „im Zuge der Neugestaltung des Wohnumfeldes neue und schöne Mietergärten in unmittelbarer Nähe ihres Hauses angeboten“, teilt eine Pressesprecherin des Unternehmens der Redaktion mit. Nähere Details werde Vonovia mit den betroffenen Mietern zeitnah abklären.

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