Ostergottesdienst

Protestanten feiern Ostern in Buchloe

Andächtig (von links): Pfarrerin Ulrike Wappler erteilt den Ostersegen im Beisein von Helma Otten-Schied und Markus Detlefsen.

Andächtig (von links): Pfarrerin Ulrike Wappler erteilt den Ostersegen im Beisein von Helma Otten-Schied und Markus Detlefsen.

Bild: Lucia Buch

Andächtig (von links): Pfarrerin Ulrike Wappler erteilt den Ostersegen im Beisein von Helma Otten-Schied und Markus Detlefsen.

Bild: Lucia Buch

Steine weggeräumt: In der evangelischen Hoffnungskirche in Buchloe feiern die Protestanten das Ende der Karwoche und neue Lichtblicke
Andächtig (von links): Pfarrerin Ulrike Wappler erteilt den Ostersegen im Beisein von Helma Otten-Schied und Markus Detlefsen.
Von Lucia Buch
07.04.2021 | Stand: 10:39 Uhr

Die Besucher der Osternachtsfeier in der evangelischen Hoffnungskirche am frühen Ostersonntagmorgen wurden vor dem Kirchenportal von einem kleinen, aber dennoch wärmenden Osterfeuer empfangen und eingeladen, einen Stein in die Kirche mitzunehmen.

Dort machte das liturgische Team aus Helma Otten-Schied, Monika Miederer und Markus Detlefsen sowie Pfarrerin und Religionspädagogin Ulrike Wappler mit sehr reduziertem Kerzenlicht und leisen Klangschalentönen in einer einleitenden Betrachtung zunächst noch einmal die dunkle, von Trauer und Tod geprägte Atmosphäre des Karfreitags erlebbar. Gemeinsam mit dem durch die Kirchenfenster hereinscheinenden, allmählich zunehmenden Morgenlicht setzte sich dann das Ostergeschehen, sinnbildlich unterstützt durch die hereingetragene Osterkerze, gewissermaßen gegen den Karfreitag durch.

Ostern, sagte Ulrike Wappler in ihrer Predigt nach der Lesung des Osterevangeliums aus Matthäus, 28, räume den „Stein vor dem Grab weg“, beseitige auch „die Steine, die uns im Weg liegen“. Auch die Gottesdienstbesucher wurden eingeladen, ihre Steine symbolisch fallen zu lassen. Das Licht, das aus dem Grab des Auferstandenen strahle, sei kein grelles licht, sondern eines, das Wärme und Geborgenheit schenke und zugleich den Frauen im wahrsten Sinne die „Sprache verschlägt“.

Bestärkung und Begleitung

Die Kernbotschaft von Ostern, die der Engel verkündet, seien drei „Lichtblicke“, sagte Wappler: Zunächst das „Fürchtet euch nicht“ als Ende der Zeit der Angst, zweitens die Auferstehung Jesu, die „damals und heute menschliches Erfassen übersteigt“, die zeige, dass sich das „Leben auf Gott hin öffnet, auch wenn das irdische Leben zu Ende“ gehe, und zuletzt den Verkündigungsauftrag an die Jünger, ihm „vorauszugehen nach Galiläa“ – all das, und zwar verbunden mit dem Zuspruch von Bestärkung und Begleitung durch Gott.

Zusammen mit dem österlichen Segen und den Fürbitten, die natürlich auch aktuell die Besiegung des Corona-Virus in den Blick nahmen, spielten neben feierlichem Glockengeläut auch die Osterkerzen, wie seit einigen Jahren in Buchloe guter Brauch, wieder eine besonders symbolträchtige Rolle: Die „evangelische“ Osterkerze, heuer gestaltet von Beate Hilbig, nahm mit hellen, silbrig-optimistischen Farben Bezug auf die Jahreslosung „Seid barmherzig“, die „kleine Schwester“ wurde zur zeitgleich stattfindenden katholischen Osternachtsfeier entsandt. Auch die katholische Osterkerze, mit einem Kreuz, das aus der Dunkelheit herauswächst und diese überwindet, gestaltet und als kleinere Doublette überbracht von Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Susanne Zinth und Helga Sesar vom Arbeitskreis „Ökumene“, wurde mit Applaus begrüßt.

Glanz des Ostermorgens

Lesen Sie auch
Konzentriert: In der katholischen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt erteilte Pfarrer Dieter Zitzler ebenfalls den Segen am frühen Sonntagmorgen.
Ostergottesdienst

Katholiken feiern Ostern in Buchloe

Für die passende musikalische Gestaltung sorgten in coronagerecht kleiner Besetzung, aber dennoch durchdrungen von der tröstenden Wärme und dem freudigen Glanz des Ostermorgens Jürgen Herrmann an der Trompete, Mirjam Reisacher an der Orgel und Sänger Heinz Kößler. Besonders nachhaltig blieb der Vokalsatz „Er ist erstanden, Halleluja“ und das bekannte „Trumpet Voluntary“ von Jeremiah Clarke in Erinnerung.

Wegen Corona musste auch das gemeinsame Osterfrühstück der evangelischen Kirchengemeinde im Dietrich-Bonhoeffer-Haus ausfallen – als „Ersatz“ gab es für alle Gottesdienstbesucher eine „Osterfrühstück-to-go“ - Tüte – liebevoll von Johannes Füssel und Team mit Eiern, Osterbrot, süßen Leckereien und einem farbenfroh-optimistisch gestalteten gedruckten Ostergruß von Pfarrer Christian Fait bestückt – mit auf den Heimweg in den Ostermorgen hinein.