Bildung in Buchloe

„Das Modell hat sich bewährt“

Realschule Buchloe

An der Realschule Buchloe gab es nur einen geringen Anstieg der Vorrücker auf Probe, die aber haben zum größten Teil ihre Aufgaben bewältigt und bestanden.

Bild: Mathias Wild

An der Realschule Buchloe gab es nur einen geringen Anstieg der Vorrücker auf Probe, die aber haben zum größten Teil ihre Aufgaben bewältigt und bestanden.

Bild: Mathias Wild

In Bayern stieg die Zahl der Schüler auf Probe an Gymnasien und Realschulen an – mutmaßlich aufgrund der Pandemie. In Buchloe gibt es nur wenige Vorrücker, aber eine positive Resonanz
15.04.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Wie können Schüler Leistungen zeigen, wenn sie aufgrund der Corona-Pandemie nicht oder nur manchmal in der Schule sind – je nach Lockdown, Distanz- und Wechselunterricht? Das fragte sich auch das bayerische Kultusministerium und wies Gymnasien und Realschulen an, das Vorrücken auf Probe großzügig zu handhaben. „Das Modell hat sich in vielen Fällen durchaus bewährt“, meint Lucia Wind, Leiterin der Staatlichen Realschule Buchloe. Allerdings schränkt sie ein, dass es „wie in den vergangenen Jahren auch“ gehandhabt wurde – allzu viele Extra-Vorrücker gebe es in Buchloe nicht.

Massiver Anstieg im Freistaat

Dabei waren es im laufenden Schuljahr bayernweit 5533 Realschüler – zuvor waren es nur 913 gewesen – und 4517 Gymnasiasten gegenüber 809, die unter Vorbehalt in die nächste Jahrgangsstufe vorrücken durften. Doch die Verantwortlichen in Buchloe sehen keinen signifikanten Anstieg in ihren Einrichtungen. Vorrücker habe es im Gymnasium schon immer gegeben, bekräftigt Schulleiterin Dr. Angela Bogner, und zwar „wenn die Klassen- und die Lehrerkonferenz dies mehrheitlich für sinnvoll halten“.

Zwei knappe Dutzend in Buchloe

Heuer seien es rund zehn Jugendliche am Gymnasium gewesen. Ähnlich sei es in der Realschule mit einem guten Dutzend, berichtet Wind: „Wir hatten wie jedes Schuljahr auch Schüler, die das Vorrücken auf Probe in Anspruch genommen haben“. Voriges Jahr sei die „Anzahl war etwas höher als üblich“, erklärt Wind weiter, „da manche Schüler im zweiten Schulhalbjahr nur wenige Tage den Präsenzunterricht in der Schule besuchen konnten. Deshalb war das Notenbild in einigen Fächern nicht valide oder aussagekräftig genug, um eine Jahresfortgangsnote bilden zu können“.

Doch inzwischen haben die Probeschüler sich bewährt, meint Bogner, wenngleich die Oberstudiendirektorin sich im Detail bedeckt hält: „Entscheidungen hierzu mussten am 5. März fallen und diese waren in aller Regel eindeutig. Das heißt, es war klar absehbar, in welche Richtung die Reise bei dem einzelnen Schüler gehen sollte – bei Arbeitsverhalten, Einsatz und Tendenzen“. Dagegen seien die Vorrücker in der Realschule größtenteils durchgekommen, berichtet Lucia Wind: „Die Probezeitentscheidung wurde zum Halbjahr – 5. März 2021 – getroffen, die meisten Schüler bei uns haben die Probezeit bestanden“.

Tendenz nicht absehbar

Wie viele Schüler es demnächst in Buchloe auf Probe gibt, sei derzeit nicht absehbar, erklären die beiden Schulleiterinnen unisono: „Tendenzen gibt es momentan keine, vor allem, weil wir ja noch gar nicht wissen, wann, wie und in welchem Umfang die Schulen komplett öffnen dürfen und wie es dann mit noch zu erbringenden Leistungsnachweisen aussieht. Können diese überhaupt noch erbracht werden? Wir haben nur noch elf Schulwochen bis zu den Sommerferien und keinerlei Planungssicherheit“, berichtet Bogner. Auch Wind stellt als kurzfristige Prognose kurz und bündig fest: „Für das kommende Schuljahr 2021/22 kann zum momentanen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden“.

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Doch die Idee, Schüler auf Probe vorrücken zu lassen, zweifeln die Leiterinnen von Gymnasium und Realschule definitiv nicht an, „weil Kinder und Jugendliche sich entwickeln und somit auch Freiräume für Chancen entstehen“ können, meint Bogner.

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