Silvester 2020 in Buchloe

Silvester 2020: Mit wenig Getöse ins neue Jahr

Dieses Bild wird es am Jahreswechsel 2020/21 wohl nicht geben: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den Verkauf von Feuerwerkskörpern verboten.

Dieses Bild wird es am Jahreswechsel 2020/21 wohl nicht geben: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den Verkauf von Feuerwerkskörpern verboten.

Bild: Michael Lindemann (Archiv-Foto)

Dieses Bild wird es am Jahreswechsel 2020/21 wohl nicht geben: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den Verkauf von Feuerwerkskörpern verboten.

Bild: Michael Lindemann (Archiv-Foto)

Kurzfristig trat das Verkaufsverbot für Böller und Raketen in Kraft. Was das für den Einzelhandel bedeutet und wie die Buchloer Polizei kontrollieren will.
30.12.2020 | Stand: 12:08 Uhr

122 Millionen Euro: So viel Umsatz haben die Deutschen laut Statistik-Portal „Statista“ zum vergangenen Jahreswechsel der Feuerwerksbranche beschert. Auch heuer standen massenhaft Raketen, Batterien und Co. schon fein säuberlich verpackt in den Lagerhallen der Supermärkte bereit. Doch genau eine Woche vor dem üblichen Verkaufsstart am 29. Dezember, bereitete Bundesinnenminister Horst Seehofer dem Böller-Shopping ein Ende: Coronabedingt gilt ein deutschlandweites Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper.

Lieferanten holen Feuerwerkskörper wieder ab

„Die Bestellung dafür haben wir schon zu Beginn des Jahres getätigt“, sagt Michael Gehrer, Marktleiter der Buchloer Feneberg Filiale. Da Feuerwerksartikel nur an drei Tagen verkauft werden dürfen, sollten sie noch bis Dienstag, 29. Dezember, eingelagert werden. Mitarbeiter der Supermärkte waren – zu einer ohnehin sehr arbeitsintensiven Zeit – zusätzlich damit beschäftigt, die Lieferungen zu prüfen. Das war viel Arbeit umsonst, teilt V-Markt Leiter Christian Huber mit. Aufgrund des Verkaufsverbots müssen die Lieferanten die gerade erst gelieferte Ware wieder abholen. Feuerwerkskörper gelten nämlich, wie Huber erklärt, als Gefahrengut und dürfen deshalb nur von Profis transportiert und eingelagert werden. „Die Ware ist angekommen und zwei Tage später hieß es, sie darf nicht verkauft werden“, sagt Huber.

Den Supermärkten entgeht zwar der Umsatz, auf das Jahr gerechnet dürften die Einbußen laut Gehrer jedoch überschaubar sein. Auch Huber sieht das Problem eher beim überflüssigen Aufwand, den die Angestellten hatten. Da die Lieferanten mit den Retouren jetzt sehr viel zu tun haben, sei unklar, wann Raketen und Böller abgeholt werden. Bis dahin nehme die Ware aber viel Lagerfläche ein.

Großer Auftritt der Knallerbsen

Kleinstfeuerwerke der Kategorie eins dürfen die Supermärkte auch weiterhin verkaufen: Knallerbsen, Partyknaller, Bodenwirbel, Tischfeuerwerke und Wunderkerzen zählen dazu. Jene Artikel bringen ein sehr geringes Risiko und können das ganze Jahr über gekauft werden – an jeden, der älter als zwölf ist. Im Gegensatz zum Verkauf ist Böllern per se nicht verboten. Wer also noch übrige Raketen vom vorigen Jahr im Keller findet, darf diese um Mitternacht auch zünden – unter gewissen Einschränkungen.

Da auch zum Jahreswechsel zwischen 21 und 5 Uhr die Ausgangssperre gilt, können die übrigen Raketen nur aus dem eigenen Garten oder vom Balkon gestartet werden. „Das Abschießen von Raketen ist kein triftiger Grund, um sich im öffentlichen Raum aufzuhalten“, sagt Bernhard Weinberger, Chef der Buchloer Polizeiinspektion.

Eher sei es eine Einladung zur Kontrolle. Immerhin gibt es, wenn ein Feuerwerk am Himmel zu sehen ist, nur die Optionen: Altbestand oder illegal im Ausland gekaufte Feuerwerkskörper. Außerdem gilt unter freiem Himmel Alkoholverbot. Höchstens zwei Haushalte mit maximal fünf Personen – Kinder unter 14 sind ausgenommen – dürfen zusammen feiern. Und auch der Heimweg ist keine Ausnahme der Ausgangssperre.

Saftige Bußgelder im Angebot

Dass diese Vorgaben eingehalten werden, wird die Polizei auch überprüfen, teilt Weinberger mit. Dafür werden die Beamten Streife fahren und Personen kontrollieren – mit für Silvester üblichem Aufgebot. Wer gegen die Maßnahmen verstößt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 500 Euro rechnen. Wer mehrere Personen zu einer Party einlädt, muss für diesen schweren Verstoß mit einer noch höheren Summe rechnen – von den 122 Millionen Euro aus dem Feuerwerksverkauf sollte die jedoch noch weit entfernt sein.