Tieheim Beckstetten

Tierschützer beklagen Todesfälle

Auch Katzen, die im Tierheim abgegeben werden, sind oft mit einem gefährlichen Virus infiziert.

Auch Katzen, die im Tierheim abgegeben werden, sind oft mit einem gefährlichen Virus infiziert.

Bild: Hölzel/Tierheim

Auch Katzen, die im Tierheim abgegeben werden, sind oft mit einem gefährlichen Virus infiziert.

Bild: Hölzel/Tierheim

Tierheim Beckstetten warnt: Offenbar wird eine Impfung vernachlässigt. Was Katzenbesitzer wissen müssen
Auch Katzen, die im Tierheim abgegeben werden, sind oft mit einem gefährlichen Virus infiziert.
Von Buchloer Zeitung
28.08.2020 | Stand: 06:15 Uhr

Vor einem „Katzensterben“ in unserer Region warnt das Tierheim Beckstetten. Fast über hundert Katzen kommen jährlich in die Jengener Einrichtung, die von vielen Gemeinden mitfinanziert wird. Die meisten davon sind Fundkatzen aus verschiedenen Kommunen im Ost- und Unterallgäu. „Teils sind es zurückgelassene Hauskatzen, die sich dann an Bauernhöfen und alten Stadeln angesiedelt haben, leider sind davon 90 Prozent nicht kastriert und vermehren sich ungehalten weiter“, schildert Tierheim-Leiterin Lisa Hölzel die Lage. „Durch Inzucht, mangelnde medizinische Versorgung und äußere Einflüsse werden die Katzen krank und gehen elend zugrunde.“

Eine der schlimmsten Seuchen bei Katzen ist nach ihrer Aussage die Parvovirose, im Volksmund auch Katzenseuche genannt. Diese raffe jährlich hunderte Katzen dahin, oftmals ohne dass es jemandem auffällt, da die sich die meisten Katzen verkriechen und dann plötzlich sterben. „Symptome der hochansteckenden Krankheit sind hohes Fieber oder teils auch starke Untertemperatur und Erbrechen“, berichtet Hölzel. Meist seien die Katzen stark dehydriert und magern schnell ab.

Der tödliche Virus kann in der freien Natur sehr lange überleben und ist sehr resistent gegenüber Kälte und Hitze. Er ist nach Hölzels Worten hochansteckend und kann bereits von einer tragenden Mutter an die ungeborenen Föten weitergegeben werden. Einige der Katzen überleben die Krankheit, scheiden den Virus aber weiterhin aus und infizieren so weitere Katzen. Das einzige Mittel dagegen sei eine Grundimmunisierung gegen Parvovirose. „Diese lebenswichtige Impfung muss dann jährlich wiederholt werden“, erläutert Hölzel.

Auch Haustiere gefährdet

Weil der Virus an Schuhen, Kleidung und Gegenständen hafte, können sich auch Hauskatzen infizieren. Um die Seuche einzudämmen, leisten das Tierheim Beckstetten wie auch die umliegenden Tierheime eine sehr wichtige Arbeit. Die Tierschützer fahren auf Bauernhöfe und kastrieren dort die wildlebenden Katzen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu stoppen. Die Tierschutzvereine stoßen mit diesen Aktionen auch an ihre finanziellen Grenzen. Der Tierarzt muss bezahlt werden, dazu kommen die Kosten für das Einfangen und die Fahrt zum Tierarzt.

Auch die Nachsorge bedeute einen hohen zeitlichen Aufwand, da die meisten Katzen extrem scheu und wild seien, berichtet Hölzel. Daher werden an mehreren Orten Futterstellen eingerichtet, dort können die Katzen leben und werden weiter mit Futter versorgt. Auch die Fundkatzen, die im Tierheim abgegeben werden, seien sehr oft mit dem Virus infiziert und müssten in strengster Quarantäne ebenfalls medizinisch versorgt werden. Lisa Hölzel appelliert an alle Besitzer, die Katzen impfen zu lassen.