Landwirtschaft in Buchloe

Trockenheit verursacht schlechte Ernte im Ostallgäu

Die erste Ernte ist schon eingefahren. Denn Wintergerste – wie auf dem Foto im Unterallgäu – und Winterweizen haben die Landwirte schon eingebracht.

Die erste Ernte ist schon eingefahren. Denn Wintergerste – wie auf dem Foto im Unterallgäu – und Winterweizen haben die Landwirte schon eingebracht.

Bild: Bernhard Weizenegger

Die erste Ernte ist schon eingefahren. Denn Wintergerste – wie auf dem Foto im Unterallgäu – und Winterweizen haben die Landwirte schon eingebracht.

Bild: Bernhard Weizenegger

Auch die Prognose für die diesjährige Ernte fällt bei BBV-Obmann Helmut Miederer nicht optimistisch aus. Wie der Rolle der Bauern in Corona-Zeiten bewertet.
Die erste Ernte ist schon eingefahren. Denn Wintergerste – wie auf dem Foto im Unterallgäu – und Winterweizen haben die Landwirte schon eingebracht.
Von Markus Frobenius
31.08.2020 | Stand: 15:17 Uhr

Bilder von trockenen Böden im Osten, aber auch von matschigen Feldern im Dauerregen im Süden gab es heuer schon in Deutschland. Dennoch gehen die Prognosen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) von einer tendenziell eher schlechteren Ernte in diesem Jahr aus. DieBuchloer Zeitungfragte Helmut Miederer, Obmann des BBV Buchloe, nach seiner Einschätzung zu der Lage vor Ort.

Die deutschlandweite Prognose für die Ernte heuer geht von starken regionalen Unterschieden aus. Wie beurteilen sie die Situation rund um Buchloe?

Helmut Miederer: Bei Wintergetreide wie Wintergerste und Winterweizen gab es jetzt schon bis zu 30 Prozent weniger Ertrag wegen der Trockenheit im Frühjahr 2019 und 2020.

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Gibt es um die Stadt wieder starke Schwankungen bei den Erträgen wie 2018?

Miederer: Im Westen der Stadt sind eher schwarze Böden mit kiesigem Untergrund, also eher wasserdurchlässig, im Buchloer Osten und Süden gibt es eher sandigen Lehm, was für das Wasserhaltevermögen gewisse Vorteile hat.

Was wird denn hauptsächlich geerntet und für welchen Zweck?

Miederer: Wintergerste wird als Futtergetreide, Dinkel und Weizen als Brotgetreide verkauft, Mais als Viehfutter oder Energiegewinnung geerntet.

Und aus welchem Grund wird das übrige Getreide ausgesät?

Miederer: Hafer als Lebensmittel oder Pferdefutter.

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Hatte die Corona-Pandemie heuer Auswirkungen in irgendeiner Form auf die Landwirtschaft?

Miederer: Unsere Arbeiten wie Kühe füttern und melken, Ernte- und Feldarbeiten waren ganz so wie vorher und trotzdem hat sich die Luftverschmutzung, die unter anderem den Landwirten zugeschrieben wird, deutlich verbessert. Vielleicht sollte darüber nachgedacht werden, nicht immer den Landwirten den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben. Für eine kurze Zeitspanne war auch wahrzunehmen, wie wichtig die heimische Produktion von Lebensmitteln für unser Land ist.

Werden die Landwirte langfristig ihren Anbau ändern müssen, um auf den Klimawandel zu reagieren – und wie sehen diese Änderungen aus?

Miederer: Ich denke, dass es bei uns in Südbayern immer noch mehr Niederschläge geben wird als im Norden. Vom Anbau wird sich bei uns wahrscheinlich nicht sehr viel ändern. Die Sortenzüchtung wird eventuell zu trockenheitsresistenteren Sorten hingehen. Es wird auch über Alternativen für den Mais als Energiepflanze verschiedenes geprobt. So kann man zum Beispiel immer mehr die Energiepflanze Silphie – eine sonnenblumenähnliche Pflanze – auf den Feldern sehen, die mehrjährig und sehr genügsam wächst. Auch werden zunehmend mehr Blühstreifen an den Feldrändern gesät. Allerdings denke ich trotzdem, dass der Mais die Energie- und Futterpflanze Nummer eins bei uns bleibt.Von Markus Frobenius