Wirtschaft bei Buchloe

Eine Waschanlage für Schotter

Result Recycling

Die Firma Result-Recycling will am Standort in Igling eine Waschanlage für Schotter aus Bahntrassen bauen.

Bild: Julian Leitenstorfer

Die Firma Result-Recycling will am Standort in Igling eine Waschanlage für Schotter aus Bahntrassen bauen.

Bild: Julian Leitenstorfer

Die Firma Result-Recycling will eine Anlage in Igling bauen, um Bauschutt oder Alt-Material aus Bahntrassen aufzubereiten. Wie das funktioniert und was herauskommt.
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Von Daniel Weber
23.05.2021 | Stand: 15:30 Uhr

Die Firma Result-Recycling will an ihrem Standort in Igling eine Aufbereitungsanlage für Schotter aus Bahntrassen bauen. Warum man Steine überhaupt waschen muss und wie viele Millionen das Projekt kosten wird, erzählt Geschäftsführer Ralph Stumpe unserer Zeitung.

„Wir entsorgen die mineralischen Baurestmassen“, beschreibt er das Geschäftsmodell der Firma. Das könnten zum Beispiel der Aushub für ein Einfamilienhaus mit Keller sein, große Flächen, die zur Bebauung freigemacht werden und eventuell belastet sind oder das, was beim Abriss von Gebäuden anfällt.

Ent- und Versorgung der Deutschen Bahn

„Vor allem den Schotter der Deutschen Bahn und Beton- und Bauschutt, den wir annehmen, versuchen wir wieder dem Stoffkreislauf zuzuführen“, berichtet Stumpe. „Wir entsorgen nicht nur für die Deutsche Bahn, wir versorgen sie auch mit aufbereitetem Altschotter, sogenanntem RC-Schotter.“ Aus Bauschutt und Beton, den die Firma von Kunden annimmt, produziere sie ebenfalls RC-Baustoffe (RC steht für Recycling), die beispielsweise Unterbaukiese ersetzen können, die beim Straßenbau gebraucht werden. „RC-Beton hat eine sehr hohe Festigkeit und ist frostsicher, man bekommt wirklich gute Ware heraus“, sagt der Geschäftsführer.

„Dieses Geschäft wollen wir weiter betreiben, aber zusätzlich eine Anlage zur Wäsche von Altschotter und geeigneten Böden bauen.“ Wenn alle Genehmigungen eingeholt seien, werde eine Art Kieswerk auf dem Gelände eingerichtet, eine Halle mit einer speziellen Aufbereitungsanlage. Beim Kies trenne man nur die Körnung und löse die Tonreste heraus, bei Schotter und Boden hingegen gebe es ganz unterschiedliche Komponenten und Zusammensetzungen. Und dafür seien eben spezielle Aufbereitungsmethoden nötig.

Von Spritzmittel gereinigt

Die Waschanlage werde einen geschlossenen Wasserkreislauf haben, erklärt Stumpe. Ein Filter scheide gelöstes Material wie Ton ab, danach könne das Wasser wieder verwendet werden. „Derzeit stellen wir aus 100 Tonnen Schotter 30 bis 40 Tonnen wiederverwendbaren Schotter für die Deutsche Bahn her, der Rest ist zu entsorgen.“ Wie, das sei abhängig von der Belastung: Die Bahn verwende Spritzmittel auf ihren Trassen, je nach Rückständen könne das Material als Unterbau verwendet werden, oder müsse auf der Deponie entsorgt werden. „Wenn wir waschen, werden wir 80 bis 90 Prozent wiederverwertbare Körnung haben, nur ein kleiner Rest wird Abfall sein.“

Eine Schweizer Wäsche

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Das saubere Material bekomme die Bahn wieder zurück, der Rest werde zu hochwertigen Ersatzbaustoffen verarbeitet, die auch regional verkauft würden. Weggewaschen werden müsse bei den Böden, die in Südbayern vorherrschen, vor allem Ton oder Lehm. Diese sind im Boden von Baustellen und auch im Schotter der Bahn enthalten und haften an den wiederverwertbaren Materialien. „Wir haben eine Wäsche aus der Schweiz ausgesucht, aber noch nicht bestellt. Die Schweizer sind Vorreiter, was Waschanlagen für Boden und Schotter angeht.“ Das Gerät soll Gesteinskörner vollständig von Schmutz befreien und dabei Spritzmittel und andere Schadstoffe wegwaschen. In dem im Wasser gelösten Ton, der von einer Kammerfilterpresse zu Platten verarbeitet wird, sammeln sich die Schadstoffe. Billig wird die Anschaffung nicht: „Ich hoffe, dass wir uns im einstelligen Millionen-Euro-Bereich bewegen“, sagt Stumpe.

Nachfrage für recyceltes Material

Das recycelte Material sei gefragt. Hochwertige Splitte für den Straßenbau, die hier eingesetzt werden, kämen sonst meist aus dem Bayerischen Wald. Das gewaschene Material hingegen müsse nicht von so weit weg antransportiert werden.

An der seit 2010 gleich gebliebenen Anlagengenehmigung für den Standort an der Iglinger Straße, die vorschreibt, wie viel Material dort im Jahr verarbeitet werden darf, werde nichts geändert, versichert Stumpe. Das Verkehrsaufkommen erhöhe sich also nicht. Durch den Bau einer Lagerhalle entstehe außerdem weniger Lärm und Staub. Nur das Material, das mit Lastwagen und Zugcontainern angeliefert wird, sei ein anderes.

Derzeit werden die Einwände zum Bebauungsplan abgearbeitet, mit dem Baubeginn rechnet Stumpe Anfang 2022.

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