Ursula Rohrmoser aus Bronnen

„Ich fühle mich gar nicht so alt“: Diese Waalerin feiert 100. Geburtstag

Ursula Rohrmoser aus Bronnen feiert ihren 100. Geburtstag.

Ursula Rohrmoser aus Bronnen feiert ihren 100. Geburtstag.

Bild: Birte Mayer

Ursula Rohrmoser aus Bronnen feiert ihren 100. Geburtstag.

Bild: Birte Mayer

Ursula Rohrmoser aus Bronnen blickt zu ihrem 100. Geburtstag auf ein bewegtes Leben. Wie sie trotz Sehschwäche ihr Gedächtnis fit hält.
24.11.2022 | Stand: 05:26 Uhr

Als sie geboren wurde, lag das Ende des Ersten Weltkriegs noch nicht allzu lange zurück und gerade erst wurden die Goldbären erfunden: Ursula Rohrmoser aus Bronnen feiert am Donnerstag, 24. November, ihren 100. Geburtstag. Und das muss gebührend gefeiert werden, denn Rohrmoser betont: „Ich lebe und esse gerne. Und ich fühle mich gar nicht wie 100.“

Ursula Rohrmoser wird 1922 in Breslau geboren und kommt über Umwege nach Bronnen

Am 24. November 1922 wurde sie in Breslau im heutigen Polen als Älteste von drei Geschwistern geboren. „Obwohl wir direkt neben der Schule gewohnt haben, bin ich oft zu spät gekommen“, lacht sie. Im Anschluss an die Schulzeit absolvierte sie eine Lehre als Verkäuferin bei C&A in Breslau.

Über Umwege kam sie nach Kriegsende 1945 ins Ostallgäu in den Waaler Ortsteil Bronnen. Dort lernte sie ihren späteren Mann Heinrich kennen, mit dem sie 1949 einen Lebensmittelladen im Ort eröffnete. Seit der Hochzeit 1953 wohnt Ursula Rohrmoser in ihrem Haus im Weiherweg. Das Ehepaar bekam zwei Kinder – Peter und Angelika. „Mittlerweile habe ich fünf Enkelkinder und sieben Urenkel“, erzählt die Jubilarin stolz. „Casper, der Jüngste, ist erst drei Wochen alt.“

In 100 Lebensjahren auch Schicksalsschläge erlebt

In ihren 100 Lebensjahren hat Ursula Rohrmoser durchaus auch schwere Zeiten durchlebt. 1995 starb ihr Mann Heinrich, den sie 20 Jahre lang gepflegt hat. 2007 musste sie einen weiteren Schicksalsschlag verkraften: Mit nur 52 Jahren starb ihr Sohn Peter. Trotzdem sagt sie: „Man darf nicht in der Vergangenheit leben. Ich bin zufrieden.“

Da sie mit dem Sehen äußerst eingeschränkt ist, könne sie mittlerweile leider keine Rätsel mehr lösen. Doch Rohrmoser hat einen Weg gefunden, um ihr Gedächtnis auf eigene Art und Weise zu trainieren. „Ich mache ABC-Spiele. Ich überlege mir beispielsweise Pflanzen, Tiere oder Namen von A bis Z“, berichtet die 100-Jährige. Außerdem höre sie sich gern Kochsendungen im Fernsehen an. „Man kann ja nicht den ganzen Tag am Fenster sitzen.“

Gefeiert wird der 100. Geburtstag mit einem kleinen Weihnachtsmarkt

Bei all ihren Erzählungen spürt man die Lebensfreude, die die Seniorin trotz ihres hohen Alters hat. Zu Rohrmosers Ehrentag wird es einen Stehempfang vor ihrem Haus geben. Tochter Angelika organisiert einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Glühwein und Lebkuchen. „Hoffentlich regnet es nicht“, ist Ursula Rohrmosers größte Sorge.

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