Bürgerversammlung in Waal

Von einem Treffpunkt für die Waaler Jugend bis zu den Senioren

Gasthaus Post Waal

Geschlossen wurde das Gasthaus Post in Waal. Damit fehlt der Gemeinde ein großer Veranstaltungssaal.

Bild: Mathias Wild

Geschlossen wurde das Gasthaus Post in Waal. Damit fehlt der Gemeinde ein großer Veranstaltungssaal.

Bild: Mathias Wild

Breites Spektrum in Waal abgehandelt. Ein Seminar zum Auftakt des Dorfentwicklungsplans.
13.10.2021 | Stand: 16:05 Uhr

Knapp 40 Personen kamen zur Bürgerversammlung ins Waaler Bürgerhaus. Auch dort stand zunächst der Bericht des Bürgermeisters, Robert Protschka, im Mittelpunkt, ehe die Besucher das Wort ergriffen.

Anhand von Bildern zeigte Protschka, was sich in den vergangenen zwei Jahren in der Gemeinde bewegt hatte. Die beiden „Großprojekte“ Kindergarten und Mittagsbetreuung an der Grundschule sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die Singoldquelle ist nun durch eine neue Tafel und eine schön gestaltete steinerne Verkleidung geschmückt.

Sechs Millionen Euro Schulden

Anhand von Grafiken sprach Protschka über die demografische Entwicklung der Marktgemeinde und stellte den Haushalt vor. Aufgrund der Verschuldung in Höhe von rund sechs Millionen Euro seien derzeit keine neuen Millionenprojekte möglich, sagte er.

Probleme mit der Deponie in Emmenhausen

Probleme bereitet derzeit die alte Deponie nordöstlich von Emmenhausen. Wie berichtet, haben die Wurzeln der dort gepflanzten Bäume die Deckschicht inzwischen durchdrungen. Die Bäume müssen deshalb gefällt werden. Zudem werden regelmäßige Kontrollmessungen über die Qualität des Grundwassers durchgeführt. Nach Angaben aus dem Bauamt der VG, handle es sich dabei um „normale Nachsorge-Maßnahmen nach der Stilllegung der Deponie“.

Weitere Themen der Versammlung waren:

  • Bauplätze: Eine Frage betraf die Vergabe von Bauplätzen in der Gemeinde. So gebe es zum Beispiel für das Neubaugebiet Otto-Kobel-Straße sehr viele Bewerber aber nur wenige Plätze. Die Waaler befürchten, dass die Preise für Einheimische irgendwann nicht mehr bezahlbar sind. Protschka erklärte, dass die Gemeinde noch an detaillierteren Vergabekriterien arbeite und – soweit möglich – neue Bauplätze an Einheimische zur Verfügung stellen werde.
  • Allee: Große Sorgen machen sich einige Bürger über die Kastanienallee. Im vergangenen Jahr war ein Baum einfach umgefallen. Untersuchungen hatten ergeben, dass der Baum vom Baumkrustenpilz befallen war. Daraufhin hat der Gemeinderat beschlossen, die Alleebäume jährlich durch einen Experten begutachten zu lassen, kranke Bäume notfalls zu fällen und durch Neupflanzungen zu ersetzen. Die Kosten schätzt Protschka auf jährlich etwa 10 000 Euro. Die Allee dürfe unter keinen Umständen eine Gefahr für Menschen darstellen. Allerdings solle der dorfprägende Charakter durch die Allee erhalten bleiben.
  • Dorfentwicklung: Auf die Frage nach dem Stand der Dinge beim „Dorfentwicklungsplan“ sagte Protschka, dass es bereits einen Seminartermin für die Räte Anfang März 2022 gebe. Danach würden mehrere Treffen stattfinden, um zunächst vier bis fünf Schwerpunkte zu entwickeln. Bei der Bildung von Arbeitsgruppen zu den einzelnen Projekten zählt er dann auf eine große Beteiligung der Bürger.
  • Gaststätte: Großes Bedauern erntete die Schließung der Gaststätte Post. Damit verlor Waal einen letzten größeren Veranstaltungssaal.
  • Seniorenheim: Auch die Zukunft des Senioren- und Pflegeheims lag den Bürgern am Herzen. Protschka erläuterte, dass der Rat einer Erhaltung zugestimmt habe und die Gemeinde auch eine positive Rückmeldung vom Landratsamt erhalten habe. Unklar sei noch, welche strukturellen Veränderungen es geben wird. Eventuell könnte künftig nicht nur stationäre Pflege in Waal angeboten werden.
  • Dorfladen: Vom Dorfladen kommen positive Meldungen: Der Laden läuft gut. Erst vor kurzem hatten die Initiatoren eine Auszeichnung vom Dorfladen-Netzwerk erhalten. Man könne aber durchaus noch ein paar Investoren brauchen, hieß es.
  • Jugendtreff: Eine weitere Forderung war, dass man mehr Begegnungsstätten für Jugendliche brauche. Protschka sagte, dass die Gemeinde zusammen mit dem neuen Jugendbeauftragten, Manuel Lahner, schon einiges bewegen konnte. So habe man erst vor kurzem im Gemeinderat die Kosten für die Erneuerung des Skateplatzes bewilligt. Lahner plant ferner, im Herbst/Winter einige Aktionen für Jugendliche anzubieten. Viele seien heute nicht mehr in Vereinen organisiert und sollten erweiterte Angebote zur Verfügung gestellt bekommen. Daneben sei die Vereinsförderung sei weiterhin wichtig und Vereine, die viel Jugendarbeit leisten, bekämen vom Markt mehr Zuwendungen, sagte Protschka. Kritisiert wurde, dass am Skaterplatz und am Bauwagen Drogen und Alkohol konsumiert würden. Laut Protschka komme dies dort nicht gehäufter vor, als an fast allen Schulen und anderen Plätzen. Hier sei allein Prävention die Antwort. Sanktionen würden die Jugendlichen nur in dunkle Ecken verdrängen. Einen Platz für Jugendliche zu finden, steht weit oben auf seiner Liste und passe sehr gut ins Gemeindeentwicklungskonzept.
  • Weiher: Auf Anfrage sagte der Bürgermeister der Wasserwacht eine Kooperation für Instandhaltungsarbeiten am Sägweiher zu. Auch der Weiher sei ein beliebter Treffpunkt für die Jugend und müsse gepflegt werden.