Beschluss

Waal geht auf Erneuerungskurs

Blick auf Waal

Diese „Erleuchtung“ von Waal fing unser Leser Otto Fischer mit seiner Kamera ein. Neu erstrahlen will der Passionsspielort nun auch durch ein Gemeindeentwicklungskonzept.

Bild: Otto Fischer

Diese „Erleuchtung“ von Waal fing unser Leser Otto Fischer mit seiner Kamera ein. Neu erstrahlen will der Passionsspielort nun auch durch ein Gemeindeentwicklungskonzept.

Bild: Otto Fischer

Erfahrungen aus Oberostendorf überzeugen die Markträte. Mit Gemeindeentwicklungskonzept bisher ungelöste Probleme angehen
12.07.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Der Marktrat Waal hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, ein Gemeindeentwicklungskonzept zu erstellen. Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt Helmut Holzheu, der als Bürgermeister der Nachbargemeinde Oberostendorf die positiven Erfahrungen mit der Dorferneuerung in den vergangenen Jahren schilderte. Bereits im März hatte auch Bauoberrat Manfred Pfeiffer vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben (ALE) einen Vortrag über dieses vom Land unterstützte Programm für ländliche Gemeinden ausführlich vorgestellt. Wunsch der Markträte war es damals, einen praxisnahen Vergleich aus einer Nachbargemeinde zu erhalten. Daher hatte Waals Bürgermeister Robert Protschka nun Holzheu eingeladen.

Oberostendorf nimmt seit 2016 an diesem Programm teil. Gut zwei Jahre dauerte die Vorbereitung, ehe das Konzept umgesetzt werden konnte. In einer Präsentation zeigte Holzheu auf, was seine Gemeinde mit den Ortsteilen Oberostendorf, Unterostendorf, Gutenberg und Lengenfeld seither erfolgreich umgesetzt hat.

Anfängliche Unsicherheit

Holzheu berichtete von viel anfänglicher Unsicherheit, ob man diesen Weg beschreiten solle. Heute, fünf Jahre später, bereut man diesen Schritt nicht. Habe die Gemeinde doch viele Projekte mit der Begleitung eines spezialisierten Ingenieurbüros umgesetzt, die viele Jahre ungelöst im Raum standen. So gibt es unter anderem in der Zwischenzeit Radwege zwischen den einzelnen Gemeindeteilen. Das Rathaus wurde mit Fördermitteln komplett erneuert. Die Gemeinde hat den Dorfplatz ansehnlicher und einladender gestaltet. Im Zuge der Dorferneuerung wurde auch ein Gewerbebetrieb dafür gewonnen, zu erweitern und damit mehr Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen. Die Gemeinde gründete ein Kommunalunternehmen zur Stromerzeugung mittels Fotovoltaik. Dieses arbeitet inzwischen gewinnbringend und produziert Strom im Wert von rund 1 Million Euro.

Natürlich habe man gerade zu Beginn viel Zeit in die Gemeindeentwicklung investiert, meinte Holzheu. Aber er sei davon überzeugt, dass es für Oberostendorf die richtige Entscheidung war, das Projekt umzusetzen.

Viele Fragen

Der gesamte Waaler Marktrat fragte nach der Präsentation sehr interessiert nach. So interessierte es Niklas Stoß, ob einem dieses Projekt bei künftiger Bau- und Wohnungsplanung helfe. Holzheu bestätigte dies. Vor allem sei durch die Bestandsanalysen sehr viel Potenzial zu einer sinnvollen Innenentwicklung möglich.

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Karl Völk wollte wissen, wie es mit der Mitwirkung der Bürger aussehe und welche Tipps Holzheu geben könne. Holzheu sagte, dass eine Umsetzung des Projekts nur mit dem Engagement der Bürger funktioniere. Den Oberostendorfern wurde das Programm damals in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Die Ideen des Konzepts wurden von vielen Mitbürgern sofort positiv angenommen. Es wurden Arbeitsgruppen (AGs) mit acht bis zwölf Mitgliedern für unterschiedliche Themen gebildet. Das Ingenieurbüro betreue jede dieser Gruppen individuell.

Auf Nachfrage von Gemeinderatsmitglied Matthias Bultmann, ob es schwierig sei, Bürger für das Projekt zu gewinnen, und wie hoch der Arbeitsaufwand sei, sagte Holzheu, dass sich in Oberostendorf und den dazugehörigen Ortsteilen genügend interessierte Bürger gefunden hätten, die aktiv mitmachen wollten und es bis heute tun. Der Arbeitsaufwand zu Beginn wäre schon recht hoch gewesen, meinte Holzheu. Aber es habe sich aus heutiger Sicht mehr als gelohnt.

Einstimmiges Votum

Im Anschluss an Helmut Holzheus Präsentation beschloss der Marktrat einstimmig, ein Gemeindeentwicklungskonzept für Waal zu erarbeiten. Der Bürgermeister wurde beauftragt, gemeinsam mit der Verwaltung, den Antrag für die Förderung eines Gemeindeentwicklungskonzeptes beim Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben einzureichen.