Über 150 Jahre alt

Warum das Naturdenkmal "Winterlinde Weinhausen" gefällt wurde

Ast für Ast und Stück für Stück zerlegten die Mitarbeiter des Kreisbauhofs die Winterlinde in Weinhausen.

Ast für Ast und Stück für Stück zerlegten die Mitarbeiter des Kreisbauhofs die Winterlinde in Weinhausen.

Bild: Georg Dedler

Ast für Ast und Stück für Stück zerlegten die Mitarbeiter des Kreisbauhofs die Winterlinde in Weinhausen.

Bild: Georg Dedler

Vermutlich etwa 150 Jahre stand eine stattliche Linde mitten im Jengener Ortsteil Weinhausen. Nun wurde der Baum Stück für Stück in Kleinholz zerlegt.
12.08.2020 | Stand: 07:09 Uhr

Das Naturdenkmal „Winterlinde Weinhausen“, das direkt an der Kreisstraße OAL 16 vor der Pfarrkirche beziehungsweise der Kindertagesstätte St. Felizitas stand, ist am Dienstagvormittag gefällt worden. Mitarbeiter des Kreisbauhofs rückten an, um den Baum Ast für Ast und Stück für Stück zu zerlegen.

Seit 1997 war die Linde in der Liste der Naturdenkmäler

Die vermutlich über 150 Jahre alte Linde – im Ort weiß niemand genau, wann sie gepflanzt wurde, aber vermutlich lange vor dem Ersten Weltkrieg – war seit 20. Februar 1997 in der Liste der Naturdenkmäler (Lesen Sie auch: Eine Alte Eibe in Balderschwang ist der älteste Baum Deutschlands - vielleicht).

Wie das Landratsamt Ostallgäu auf Nachfrage mitteilt, war der Baum aufgrund starker Beschädigungen nicht mehr verkehrssicher und musste deshalb aus dem Schutzstatus eines Naturdenkmales entlassen werden. Den Bescheid habe die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes erlassen.

Weil sie nicht mehr sicher war, musste die Linde gefällt werden.
Weil sie nicht mehr sicher war, musste die Linde gefällt werden.
Bild: Georg Dedler

Als Ersatz soll ein neuer, aber kleinerer Baum gepflanzt werden

„Nachdem damit die Verkehrssicherungspflicht auf den Landkreis überging, wurde der Kreisbauhof gebeten, die Fällung der Winterlinde angesichts der starken Beschädigungen und insbesondere aufgrund der Nähe zur öffentlichen Kreisstraße, der Kirche und des Kindergartens zu veranlassen“, erklärt Pressesprecher Thomas Brandl. Des Weiteren wurde angeraten, zur „Erhaltung des harmonischen Gesamtbildes an diesem Standort einen kleineren Baum – aufgrund des wenig vorhandenen Standraumes – nachzupflanzen“.

Zusammen mit dem Brunnen und der Sitzbank bildete die Linde den Dorfmittelpunkt.
Zusammen mit dem Brunnen und der Sitzbank bildete die Linde den Dorfmittelpunkt.
Bild: Georg Dedler

Bürgermeister Ralf Neuner: "Die Sicherheit der Bürger geht vor"

Wie Jengens Bürgermeister Ralf Neuner gegenüber unserer Redaktion berichtet, hat das Landratsamt die Gemeinde vor etwa zwei Wochen darüber informiert, dass der Baum krank sei und gefällt werden müsse. Neuner hat Verständnis dafür: „Die Sicherheit der Bürger geht vor.“ Zusammen mit dem Brunnen, den die Blumen- und Gartenfreunde Weinhausen vergangenes Jahr erneuert haben, sowie der Sitzbank (links), die erst vor ein paar Wochen neue Bretter bekommen hat, bildete die Linde quasi den Dorfmittelpunkt in dem Jengener Ortsteil.