Kaufbeuren/Ostallgäu

Weihnachtspäckchen für Kinder in Osteuropa

Aktion Humedica sammelt wieder. Auch Geldspenden werden angenommen
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Von nr
05.11.2019 | Stand: 15:25 Uhr

Am 9. November findet der Höhepunkt der diesjährigen Weihnachtspäckchenaktion von Humedica statt. Spender in Kaufbeuren können ab 15 Uhr ihre Pakete auf der oberen Kaiser-Max-Straße direkt in die Lastwagen laden. Junge Überbringer dürfen dabei auf der Hebebühne des Lastwagens mitfahren. Außerdem gibt es ein zweistündiges Programm, bei dem unter anderem der Poetry-Slammer Tobias Melder, eine Einlage des ESVK-Nachwuchs und musikalische Darbietungen für Unterhaltung sorgen.

Die Spendenpakete erreichen Kinder und Jugendliche in Osteuropa im Alter zwischen drei und 14 Jahren. Die Anleitung zum Packen findet sich auf Flyern von Humedica und im Internet. Dieses Jahr bittet die Hilfsorganisation besonders um Spenden für Teenager und Jungen im Alter von elf bis 14 Jahren, da diese immer am wenigsten Pakete bekämen. Die Päckchen sollen mit offenen Deckeln abgeliefert werden, da die Freiwilligen alle Spenden prüfen, um sicherzustellen, dass die Pakete von der Wertigkeit her ähnlich sind. Zudem sollen die Gaben neuwertig (aber nicht zwingend neu) sein.

Humedica freut sich auch über Menschen, die sich spontan bereit erklären, mitzuhelfen. So werden etwa noch Fahrer oder Päckchenkontrolleure gesucht. Potenzielle Spender können sich ebenfalls mit dem Verein in Verbindung setzen. Auf der Internetseite von Humedica gibt es zudem eine Übersicht aller Sammelstellen, zu denen man die Päckchen bringen kann.

Im Jahr 2018 seien bayernweit 72 000 Pakete zusammengekommen. In Kaufbeuren ist heuer die 1000 Päckchen-Marke das Ziel. Wer es nicht schafft, bis zum 9. November ein Weihnachtspäckchen zu packen, kann seine Spende bis zum 12. November in einer der vielen weiteren Sammelstellen in Bayern abgeben. Es besteht auch die Möglichkeit, 20 Euro zu spenden – dann werden die Pakete in Ländern wie Äthiopien oder Haiti gepackt.

Nicht nur die Orte, an denen der Verein aktiv ist, klingen unglaublich, auch der Ideenreichtum ist bemerkenswert. „Eine Frau hat 2000 Mützen gestrickt“, erzählt die Aktionsleiterin Roswitha Bahner-Gutsche. Besonders gern erinnert sie sich an einen Mann, der als Kind in Rumänien gelebt und dort ein solches Päckchen geschenkt bekommen hat. Als sie ihn vor einigen Jahren traf, wohnte er inzwischen in Bayern und spendete jedes Jahr zwei Pakete, obwohl sein Geld eigentlich knapp war. Seine Erklärung: Als er damals das Paket bekommen hat, habe ihm das unglaublich viel bedeutet und ihn nachhaltig geprägt.

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Auf die Frage hin, ob trotz solcher Beispiele manche Eltern aus Verzweiflung die Gaben weiterverkaufen würden, versprach Bahner-Gutsche, dass das von Humedica geprüft werde.

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