Buchloer Bahnhof

Wem die Stunde am Buchloer Bahnhof schlägt

Von Süden und Osten sind am Bahnhof Uhren zu erkennen – nicht jedoch für den Reisenden, der aus der Stadt kommt.

Von Süden und Osten sind am Bahnhof Uhren zu erkennen – nicht jedoch für den Reisenden, der aus der Stadt kommt.

Bild: Markus Frobenius

Von Süden und Osten sind am Bahnhof Uhren zu erkennen – nicht jedoch für den Reisenden, der aus der Stadt kommt.

Bild: Markus Frobenius

BZ -Lesern fehlt am Buchloer Bahnhofsvorplatz eine Uhr. Das müsse nicht so bleiben, erklärt der Bürgermeister.
05.12.2020 | Stand: 12:35 Uhr

„Zeit ist die Ordnung des nicht zugleich Existierenden“, dozierte der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz. Aber entgegen dessen Ansicht ist die Zeit auch eine physikalische Größe, die eine unumkehrbare Richtung hat. Genauso wie ein Bürger, der zum Buchloer Bahnhof strebt, um dort einen Zug zu erreichen. Doch wenn der Reisende aus der Stadt kommt, ist ihm ungewiss, ob er seinen Zug pünktlich erreicht, denn auf dem Bahnhofsvorplatz gibt es keine Uhr. Das wiederum bemängelt ein Leser der Buchloer Zeitung , schließlich sei es doch üblich und eigentlich selbstverständlich, dort eine Uhr zu erwarten, die dem Reisenden die Stunde zeigt. Oder sei der Buchloer Bahnhof dafür gar zu unbedeutend, fragt ein anderer Leser.

„Keineswegs ist der Bahnhof Buchloe unbedeutend“, versichert ein Sprecher der Deutschen Bahn. „Im Gegenteil: Das Bahnhofsgebäude ist neu, hier wurde investiert. Allerdings geht mit der Sanierung und Erneuerung solcher Gebäude auch eine Neujustierung einher“, erklärt der Sprecher weiter. Er weist damit auf die Sanierung und den Neubau des Bahnhofsgebäudes 2015 hin, als das Projekt nach langer Planung und eineinhalb Jahren Bauzeit im Oktober des Jahres eingeweiht wurde.

12 000 Uhren im Betrieb

Immerhin sind auf den Bahnsteigen und im Südosten des Bahnhofgebäudes Uhren angebracht, berichtet der Sprecher: „Uhren dienen am oder im Bahnhof vor allem der Orientierung der Reisenden. Deshalb sind sie in ausreichender Anzahl innerhalb von Bahnhöfen zu sehen“. So seien momentan noch etwa 120 000 Uhren im Besitz der Deutschen Bahn. „Etwa 12 000 davon betreibt sie als Service für ihre Kunden in den Bahnhöfen. Zu diesen Bahnhofsuhren gehören einseitig sichtbare, doppelseitig sichtbare, historische und moderne. 7000 dieser Chronometer werden heute schon per Funksignal gesteuert“, erläutert der Sprecher weiter. Aber er schränkt ein: „In Zeiten von Smartphones sowie Armband- und anderen Uhren, nutzen Passanten eher diese Möglichkeiten“.

Vom Stadtrat beschlossen

Bürgermeister Robert Pöschl ist die Lage bekannt: Passanten, die von der Angerstraße oder der Kaufbeurer Straße kommen, können am Bahnhofsgebäude eine Uhr sehen, doch von der Stadt her gebe es kein Chronometer zum Behelf. Auch Pöschl verweist auf die Planung zur Bahnhofsgestaltung, bei der keine zusätzliche Uhr vorgesehen war – und das sei vom damaligen Stadtrat so beschlossen worden.

Doch das müsse ja nicht so bleiben: „Wenn eine Anregung aus dem Stadtrat kommt, können wir uns damit befassen“, sagt Pöschl. Und der Bürgermeister bekräftigt: „Ich bin dem Thema offen gegenüber. Eine zusätzliche Uhr ist denkbar“.