Bürgerversammlung

Wenn Kindergarteneltern im Garten der Nachbarn wenden

Lehrerwohnhaus

Das ehemalige Lehrerwohnhaus neben dem Kindergarten, das bis 1959 auch als Schule für die Kinder aus Weinhausen genutzt wurde, soll im Winter abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Bild: Georg Dedler

Das ehemalige Lehrerwohnhaus neben dem Kindergarten, das bis 1959 auch als Schule für die Kinder aus Weinhausen genutzt wurde, soll im Winter abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Bild: Georg Dedler

Kindergartenerweiterung im Jengener Ortsteil Weinhausen findet nicht nur Zustimmung, Vor allem die Parkplatzsituation verärgert viele Anlieger.
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Von von Georg Dedler
12.09.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Die „teils katastrophale Parkplatzsituation“ vor dem Weinhausener Kindergarten war das beherrschende Thema bei der Bürgerversammlung für Weinhausen, die corona-bedingt im Musikerraum Jengen mit 19 Besuchern stattfand.

Bürgermeister Ralf Neuner berichtete über die Aktivitäten im vergangenen Jahr und informierte über die Gemeindefinanzen. Zurzeit hat Weinhausen 245 Einwohner – ein Plus von einer Person im Vergleich zum Vorjahr. Den Kindergarten besuchen derzeit 37 Kinder, zehn sind in der Krippe. Neuner berichtete weiter, dass eine Notgruppe der Kita im renovierten Raum der Feuerwehr untergebracht ist.

Das alte Lehrerwohnhaus neben dem Kindergarten, das bis 1959 auch als Schule für die Weinhausener Kinder genutzt wurde, soll laut Neuner im Winter abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auch die unterirdische Wasserreserve für die Feuerwehr, die sich im Garten befindet, wird dann entfernt werden.

Großer Gruppenraum wird geteilt

Wie Neuner weiter mitteilte, soll der große Gruppenraum im alten Kita-Gebäude in zwei Räume aufgeteilt werden. Im neuen Gebäude wird auch ein Lift vom Keller bis zum Obergeschoss integriert. Im Keller des Neubaus entstehen Lagerräume, in den anderen Geschossen Gruppenräume und eine Mensa. Die Giebel sollen mit Holz verkleidet werden, die anderen Seiten werden verputzt.

Die Grundschule Jengen besuchen 88 Kinder, 26 Kinder nutzen auch die Mittagsbetreuung, die nun bis 17 Uhr angeboten wird. Aus der Gemeinde gehen 34 Kinder an die Mittelschule Buchloe, 40 in die Realschule und 55 Kinder fahren regelmäßig zum Gymnasium.

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Im Frühjahr will die Gemeinde nach 16 Jahren einen neuen Schulbus kaufen. Erfreulich ist auch der Schuldenstand: Um 207 400 Euro verringerten sich die Verbindlichkeiten auf 483 978 Euro zum Jahresende. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinke auf 192 Euro. Neuner berichtete von 40 eingegangenen Bauanträgen und vom neuen Gewerbegebiet westlich des Rewe-Marktes, für das zahlreiche Anfragen vorlägen.

B12-Überführung entsteht auf alter Trasse

Zum B-12-Ausbau teilte Neuner mit, dass die Überführung zwischen Weinhausen und Ketterschwang auf der gleichen Trasse wie die Unterführung verlaufen werde. Einig mit sämtlichen Gemeinden im Umkreis ist Jengen darin, dass der Ausbau zu groß dimensioniert sei.

Die Brücke ins Tännele soll laut Neuner abgerissen werden, da die Unterhaltskosten mit 5000 Euro pro Jahr für die Gemeinde zu hoch sind. Bis aus kleinere Arbeiten in Eurishofen sei der Glasfaserausbau in allen Ortsteilen abgeschlossen.

Rege diskutierten die Bürger über die teils „katastrophale Parkplatzsituation“ beim Kindergarten in Weinhausen. Ein Weinhausener klagte, dass regelmäßig Autos auf seinem Privatgrund parken, im Garten wenden oder die Einfahrt versperren. Mit dem Neubau würden zwar neue Parkplätze geschaffen, das löse nach Meinung mehrerer Bürger nicht das Problem, dass viele Kinder mit Privatautos anstelle mit dem Bus zur Kita kommen.

Wo sollen Mitarbeiter parken?

Gefordert wurde ein Parkverbot vor der Bushaltestelle. Gemeinderat Michael Haußer bat die Bürger, Ideen einzubringen, wo zum Beispiel die Mitarbeiterinnen ihre Autos abstellen können. Andere Bürger neigten zu der Meinung, dass der Neubau besser nach Jengen gepasst hätte, da dort Baugebiete ausgewiesen werden und so die Anfahrt für viele Kinder wegfallen würde. Der Bürgermeister und die anwesenden Gemeinderäte betonten, dass ein weiterer Kindergarten für die Gemeinde nicht finanzierbar wäre.

Ein weiterer Bürger fragte nach der Rentabilität eines neuen Busses. Neuner erklärte, dass der Bus nicht nur zur Beförderung der Kinder zur Kita oder zur Schule diene, sondern auch für Ausflüge genutzt werden könne. Außerdem gibt es Zuschüsse, wenn die Gemeinde selbst die Schülerbeförderung übernimmt.

Appell zum Flächensparen

Kritik übte eine Bürgerin, dass im neuen Baugebiet in Weinhausen nur Einfamilienhäuser gebaut werden dürfen. Um Flächen zu sparen, regte ein anderer Bürger an, in Häusern zusätzliche Wohnungen einzuplanen. Kritik übte er auch an Discountern, die nur einstöckig gebaut werden, obwohl doch eine zweite Etage Wohnraum schaffen könnte.

Die Unterführung zwischen Weinhausen und Jengen müsse beim Ausbau der B-12 unbedingt über vier Meter Höhe erreichen, damit nicht weiterhin der ganze Schwerlastverkehr über die Stettbachstraße läuft, monierte ein Landwirt.