Große Pläne für Waal

Wie entwickelt sich die Marktgemeinde Waal in Zukunft?

Bald könnte es ein Dorfentwicklungskonzept für die Marktgemeinde Waal geben.

Bald könnte es ein Dorfentwicklungskonzept für die Marktgemeinde Waal geben.

Bild: Mathias Wild (Symbolbild)

Bald könnte es ein Dorfentwicklungskonzept für die Marktgemeinde Waal geben.

Bild: Mathias Wild (Symbolbild)

Waaler Gemeinderat lässt sich über ein Konzept für die Kommune vom Amt für Ländliche Entwicklung informieren. Welche Vorteile das für die Gemeinde bringen kann.
08.04.2021 | Stand: 06:47 Uhr

Schon für vergangenes Jahr geplant, aber wegen Corona verschoben, war die Vorstellung eines „Konzepts für die Gemeindeentwicklung“ durch Bauoberrat Manfred Pfeiffer vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben (ALE). Anhand einer Präsentation erläuterte Pfeiffer in Waal die Möglichkeiten und Chancen eines Dorfentwicklungsplans.

Die Aufgabe des ALE bestehe hier vor allem darin, ein Konzept für die Gemeinde zu erstellen. Heutzutage bestehen im ländlichen Raum vor allem folgende Herausforderungen: Strukturwandel in der Landwirtschaft, demografischer Wandel, leer stehende Bausubstanz im Ortskern, erhöhtes Verkehrsaufkommen und Reduzierung der Flächeninanspruchnahme. Die drei Säulen einer ländlichen Entwicklung beinhalten Flurneuordnung, Dorferneuerungs- und Infrastrukturmaßnahmen, erläuterte Pfeiffer.

Gemeinde Waal würde selbst über Schwerpunkte entscheiden

Welche Schwerpunkte hier gesetzt werden sollen, entscheide die Gemeinde. Ziele eines Gemeindeentwicklungskonzeptes (GEK) sind: Die Erstellung eines tragfähigen Zukunftskonzepts für die gesamte Gemeinde mit allen Gemeindeteilen unter Bürgerbeteiligung, die Beschreibung prioritärer Entwicklungsprojekte, die Festlegung gemeinsamer Handlungsfelder und die Darstellung einer Strategie zur Realisierung der Entwicklungsziele.

Durch die strukturierte und von Fachleuten begleitete Vorgehensweise könne eine hohe Akzeptanz bei der Konzepterstellung erwartet werden. Das Mitwirken der Bewohner bei Planung und Umsetzung stärke die Dorfgemeinschaft und die Bürger beschäftigen sich durch ihre Teilnahme intensiv mit ihrer Gemeinde, was wiederum die Identifikation mit ihrer Heimatgemeinde stärke, erklärte Pfeiffer. Die größten Vorteile eines Dorfentwicklungsplans seien die größere Planungssicherheit und ein strukturierter Fahrplan für die nächsten fünf bis zehn Jahre, an vielen Stellen weit darüber hinaus.

Damit ein solches Konzept gelingen kann, sei das Engagement und die Mithilfe der Bürger erforderlich. Durch die Bildung von Arbeitskreisen für unterschiedliche Handlungsfelder können einzelne Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden. Begleitet wird der komplette Prozess durch ein von der Gemeinde ausgewähltes Planungsbüro mit Expertisen im Bereich GEK. Für die Erstellung eines fertigen Plans rechnet man je nach Komplexität mit ein bis zwei Jahren Vorbereitungszeit.

Das Amt für ländliche Entwicklung wirke bei der Erstellung des Plans mit, fördere die Kosten für das GEK bis maximal 50 000 Euro, unterstütze durch verschiedene Programme und biete Struktur und Fachwissen für eine erfolgreiche Gestaltung.

Vitalitäts-Check für Gemeinden

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Im Anschluss an Pfeiffers Präsentation stellte Agnes Dinkel (Referentin im ALE) den „Vitalitäts-Check“ vor. Dies sei ein begleitendes Instrument zum Dorfentwicklungsplan und biete ein datenbankgestütztes Analyseinstrument für Dörfer und Gemeinden. Der „Vitalitäts-Check“ verschaffe einen schnellen und objektiven Überblick über die bauliche, funktionale und soziale Situation in der Kommune.

Anhand von Visualisierung werde die Basis für Interpretation und Einordnung geschaffen und erlaube damit zielgerichtete, faktenbasierte Maßnahmen- und Bauleitplanung im Ortskern. Auch der Vitalitäts-Check wird mit bis zu 75 Prozent gefördert und durch das ausgewählte Planungsbüro betreut. Schulung und Einweisung finden ebenfalls durch das Planungsbüro statt, da die Datenbank nach Fertigstellung von der Gemeinde gepflegt wird.

Die nächsten Schritte sind nun die Beratung im Gemeinderat über das weitere Vorgehen. Nach der Zustimmung kann die Antragstellung an das Amt für ländliche Entwicklung und ein Auswahlverfahren für geeignete Planungsbüros erfolgen.

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