Ausgezeichnet

Wildromantische Wohlfühl-Oase in Waal

Mit Plakette und Ehrenurkunde kamen Kaspar Rager (Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, zweiter von rechts), seine Stellvertreterin Friederike Holderried (links) sowie Kreisfachberaterin Birgit Wehnert (rechts) zu Franziska Nellessen nach Waal, um ihren Garten als einen von zwei Naturgärten im Landkreis auszuzeichnen.

Mit Plakette und Ehrenurkunde kamen Kaspar Rager (Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, zweiter von rechts), seine Stellvertreterin Friederike Holderried (links) sowie Kreisfachberaterin Birgit Wehnert (rechts) zu Franziska Nellessen nach Waal, um ihren Garten als einen von zwei Naturgärten im Landkreis auszuzeichnen.

Bild: Mathias Wild

Mit Plakette und Ehrenurkunde kamen Kaspar Rager (Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, zweiter von rechts), seine Stellvertreterin Friederike Holderried (links) sowie Kreisfachberaterin Birgit Wehnert (rechts) zu Franziska Nellessen nach Waal, um ihren Garten als einen von zwei Naturgärten im Landkreis auszuzeichnen.

Bild: Mathias Wild

Der Garten von Franziska Nellessen in Waal wurde als Naturgarten ausgezeichnet. Warum er besonders wertvoll für Tiere und Pflanzen ist und welche Tipps sie hat.
13.08.2021 | Stand: 08:01 Uhr

Die Blumen blühen, Schmetterlinge lassen sich auf dem Sommerflieder nieder und die Bienen summen. Für Franziska Nellessen ist ihr Garten ihre ganz persönliche, wildromatische Wohlfühl-Oase. „Mein Garten ist meine Leidenschaft, mein Ein und Alles“, sagt sie. Zwischen eingefassten Beeten, Vogeltränke und dem Gartenteich hat sie sich rund ums Haus fünf unterschiedliche idyllische Sitzgelegenheiten eingerichtet. „Damit man immer in die Sonne oder den Schatten kann“, erzählt sie.

Mensch und Tier sollen sich Wohlfühlen

Aber nicht nur sie selbst und ihr Mann sollen sich in dem geräumigen Ziergarten wohlfühlen, auch Tiere und ganz unterschiedliche Pflanzen finden ihren Lebensraum. Nellessens Garten gehört zu einem Haus in einem Waaler Wohngebiet, am Ortsrand gelegen. Von außen kann man nur erahnen, welch Pracht und Artenvielfalt sich hinter den blickdichten Bäumen und Sträuchern verstecken.

Idyllische Sitzecken gibt es überall im Garten.
Idyllische Sitzecken gibt es überall im Garten.
Bild: Mathias Wild

Als Naturgarten ausgezeichnet

Ihr Garten wurde nun im Rahmen der Aktion „Bayern blüht - Naturgarten“ neben einem Obstgarten in Kaufbeuren als einer von zweien im gesamten Landkreis ausgezeichnet. Der Landesverband für Gartenbau und Landespflege bietet Gartenbesitzern seit diesem Jahr die Möglichkeit, ihren Garten zertifizieren zu lassen. „Der Naturgarten ist ein Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten“, erläutert Kreisfachberaterin Birgit Wehnert vom Landratsamt.

Den Sommerflieder umschwirren die Schmetterlinge.
Den Sommerflieder umschwirren die Schmetterlinge.
Bild: Mathias Wild

Bewirtschaftung nach strengen Richtlinien

Bei der Bewirtschaftung gebe es einige Richtlinien, an die sich die Bewerber halten müssten. Der Verzicht auf Torf, chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie eine hohe ökologische Vielfalt seien die Hauptkriterien. Aber auch der Wohlfühlfaktor dürfe nicht zu kurz kommen. „Naturgarten bedeutet nicht, dass man gar nichts macht und der Garten völlig ungepflegt ist“, räumt Wehnert mit einem Vorurteil auf.

Wenn der Efeu zu groß wird, dann heiße es in der Nachbarschaft schon mal, ob sie ihn nicht mal wieder schneiden wolle, erzählt Nellessen.

Sonne und Schatten, gepflegter Rasen und Wildwuchs, dazwischen Skulpturen  - in einem naturnahen Ziergarten ist für alles Platz.
Sonne und Schatten, gepflegter Rasen und Wildwuchs, dazwischen Skulpturen  - in einem naturnahen Ziergarten ist für alles Platz.
Bild: Mathias Wild

Bestätigung und Anerkennung

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Ausgezeichnet

Im Naturgarten der Triebels aus Kaufbeuren wächst, was wächst

In der erfolgreichen Zertifizierung sieht sie nun Bestätigung und Anerkennung für ihre Mühen, und dass dahinter ein Sinn stecke, sagt die Gartenbesitzerin. „Hier ist nicht alles nur wild, ich mache das bewusst, für die Insekten und Tiere.“ „So etwas geht nicht von einem Jahr aufs andere, so eine Vielfalt muss wachsen und gedeihen, das ist wunderbar“, sagt Kaspar Rager, Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landschaftspflege, bei der Übergabe der Plakette.

Im Hochbeet reifen Tomaten, Gurken und Kräuter.
Im Hochbeet reifen Tomaten, Gurken und Kräuter.
Bild: Mathias Wild

Irgendetwas blüht immer

Der Garten ist in den Jahren, die Nellessen nun dort wohnt, allmählich gewachsen. Irgendetwas blüht bei ihr immer. Die Stauden hat sie bewusst so ausgewählt, dass sie im Wechsel Blüten tragen und Insekten somit währen der gesamten Saison über Nahrung finden.

Viele andere Gärten seien ihr zu aufgeräumt, sagt Nellessen. „Man sollte die Pflanzen einfach mal wachsen lassen, wie sie natürlich wachsen. Dann ist man oft überrascht, wie schön das ist, wenn man sie nicht so im Zaum hält“, rät sie.

Beruhigend und entspannend

Vergangenes Jahren hat sie ein Hochbeet gebaut, in dem Tomaten, Gurken und Kräuter wachsen. Auf Nellessen wirke die Arbeit in ihrem grünen Reich beruhigend, wie Therapie, erzählt sie. „Wenn man rausgeht, dann entspannt man komplett.“ Vom Frühjahr bis zum Herbst verbringt sie an etwa drei Tagen pro Woche mehrere Stunden mit der Pflege ihres Gartens. „Aber da stehe ich auch mal nur und schaue den Schmetterlingen zu“, sagt sie. „Es ist wirklich zum Entspannen und zum Genießen.“