Bauausschuss

Wintergärten, Anbau, Hebammenpraxis: Das waren die Themen im Buchloer Bauausschuss

Erneuert wird derzeit der Asphalt auf der Landsberger Straße. Dabei werden auch Gehsteig-Kanten im Bereich des südlichen Kircheneingangs abgeflacht. Eine Querungshilfe möchte der Landkreis als Verantwortlicher für die Staatsstraße derzeit aber nicht bauen.

Erneuert wird derzeit der Asphalt auf der Landsberger Straße. Dabei werden auch Gehsteig-Kanten im Bereich des südlichen Kircheneingangs abgeflacht. Eine Querungshilfe möchte der Landkreis als Verantwortlicher für die Staatsstraße derzeit aber nicht bauen.

Bild: Luke Maguire

Erneuert wird derzeit der Asphalt auf der Landsberger Straße. Dabei werden auch Gehsteig-Kanten im Bereich des südlichen Kircheneingangs abgeflacht. Eine Querungshilfe möchte der Landkreis als Verantwortlicher für die Staatsstraße derzeit aber nicht bauen.

Bild: Luke Maguire

Stadträte befassen sich mit einer bunten Themenpalette. Welche Themen angegangen wurden und welche Probleme aufgetreten sind.
18.09.2020 | Stand: 08:00 Uhr

Manchmal steckt der Teufel im Detail. Trotz einer zwar langen, aber eher unspektakulären Tagesordnung bestand in der jüngsten Sitzung des Buchloer Bauausschusses vielfacher Klärungs- und bei einigen Stadträten auch Redebedarf. Nach knapp zweieinhalb Stunden reger Diskussionen schienen die Unklarheiten schließlich ausgeräumt. „Je weniger in einem Bebauungsplan geregelt ist, umso schwerer fällt es oft, Entscheidungen zu treffen“, meinte es Bürgermeister Robert Pöschl.

Unter anderem ging es um folgende Punkte:

  • Querungshilfe Dass die Randsteine im Kreuzungsbereich an der Stadtpfarrkirche etwas abgeflacht werden, freute Josef Rid (FW). „Ideal wäre es, wenn es dort auch eine Querungshilfe für Fußgänger gibt“, meinte er. Die Stadt, entgegnete Bürgermeister Pöschl, habe „das Thema beim zuständigen Baulastträger, dem Landratsamt platziert. Der Landkreis will momentan aber nichts bauen“. Pöschl versicherte dennoch: „Wir bleiben an diesem Thema dran.“
  • Verdichtung An der Dammstraße möchte ein Bauwerber ein Wohnhaus mit drei Wohneinheiten bauen. Schon im November vorigen Jahres erhielt er dafür von der Stadt Buchloe grünes Licht. Das Landratsamt als Genehmigungsbehörde war jedoch anderer Auffassung: Es sah in der Bauweise (zwei Vollgeschosse plus ausgebautes Dach) eine Dreigeschossigkeit. Diese wiederum füge sich nicht in die Umgebung ein. Der Bauherr plante also um und präsentierte seine neue Idee. Jetzt soll anstelle des ursprünglichen Satteldaches ein Mansardendach gebaut werden; darunter fände dann die dritte Wohnung Platz. Der Ausschuss gab seine Zustimmung und lobte die Verdichtung in der Innenstadt. Als „spitzfindig“ kritisierte Rudolf Grieb (UBI) die Sichtweise des Landratsamtes. Von „unterschiedlicher, fast schon akademischer Beurteilung“, sprach der Bürgermeister.
  • Wintergärten Offenbar stehen Wintergärten hoch im Kurs. Gleich drei Bauanträge lagen dazu vor, genehmigt wurden sie alle: am Römerweg in Honsolgen, an der Von-Syrgenstein-Straße in Buchloe und an der Fellhornstraße in Lindenberg. Von Rudolf Grieb gab es in Hinblick auf die Bauweise gleich gut gemeinte Tipps: „Ein Anbau mit Glasdach, das haut nicht hin, da hält man es im Sommer nie und nimmer aus.“

Buchloer Bauausschuss diskutiert über Hebammenpraxis

  • Hebammenpraxis Im Untergeschoss des Hotels Alpenflair an der Münchener Straße soll nach dem Wunsch des Eigentümers der Wellnessbereich in eine Hebammenpraxis umgewandelt werden. Zwar sei solch eine Praxis „grundsätzlich wünschenswert“, meinten Bürgermeister Pöschl und Elfi Klein (Grüne); ob sie an dieser Stelle aber möglich ist, wurde bezweifelt. Vor allem wegen des fehlenden zweiten Fluchtwegs, wie Helmut Weiß (CSU) erkannt hatte. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Landratsamt.
  • Garage Eine 65 Quadratmeter große und 5,45 Meter hohe Garage darf an der Bachstraße errichtet werden. Als „nicht gerade typisch“ bezeichnete Herbert Wintersohl (UBI) die Ausmaße des Gebäudes, in dem auch ein kleiner Waschplatz installiert werden darf.
  • Anbau Etwas emotional wurde es, als eine Bauvoranfrage für einen Anbau an ein Zweifamilienhaus an der Blumenstraße debattiert wurde. Der Ausschuss sprach sich bei vier Gegenstimmen für den 8,50 mal 10 Meter großen Anbau aus. Er darf ausnahmsweise mit einem Flachdach versehen werden, darüber plant der Eigentümer eine Dachterrasse. Maximilian Hartleitner (FDP) hatte zuvor vehement verlangt, dass die Voranfrage unter anderem wegen fehlender Nachbarunterschriften zurückgestellt und der eigentliche Bauantrag nochmals im Ausschuss oder Stadtrat behandelt wird. Er scheiterte aber mit seinem Antrag. „Dafür gibt es keine Grundlage“, meinte der Bürgermeister.
  • Vierspänner Zuviel Umplanen muss ein Bauwerber, der am Heideweg einen sogenannten Vierspänner (besondere Art von Reihenhaus) bauen will. Die Grundfläche der Gebäude hätte bei 245 Quadratmetern gelegen. Das Landratsamt aber vertritt die Auffassung, dass bei maximal 200 Quadratmetern Schluss sei. Damit orientiert sich das Amt an den Gebäuden der Nachbarschaft. Zudem zweifelte Stadtbaumeister Stephan Müßig an, dass die auf dem Plan eingezeichneten Abstandsflächen der Realität entsprechen.
  • Maschinen Neue Maschinen zur Altholz- und Schrottaufbereitung darf das Unternehmen Schmidt an der Winkeläckerstraße aufstellen. Dazu wurden Lärmschutzgutachten durchgeführt, informierte der Stadtbaumeister. Das Ergebnis: Die vorgeschriebenen Pegel werden eingehalten. „Wir sind damit auf der sicheren Seite“, meinte Müßig.
  • Unterlagen Kritik übte Herbert Wintersohl (UBI) an den Sitzungsvorlagen. „Wenn wir hier zum Teil nur handschriftliche Unterlagen vorgelegt bekommen, fällt es mitunter schwer, eine fundierte Entscheidung zu treffen“, sagte er an die Adresse der Verwaltung gerichtet. Deren Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, dass Bauwerber sämtliche Angaben geordnet abgeben.
  • Nachbarbeteiligung Keine Einwände hat die Stadt Buchloe zu Bebauungsplänen, die Nachbargemeinden aufstellen oder ändern wollen. In Igling soll am Sportplatz ein neuer Soccerplatz entstehen. In Waal ändert die Gemeinde den Plan an der Theaterstraße. Dort können auf zehn Parzellen künftig Wohnhäuser errichtet werden.