Buchloe

Wohnen am Schorenbach

Sitzung Bebauungspläne und und Gehwegschäden im Fokus des Bauausschusses. Zwei Alternativen für großes Projekt in Honsolgen. Café Morizz möchte erweitern
Von Markus Frobenius
05.04.2019 | Stand: 15:20 Uhr

Schäden auf Gehwegen, ortsbildprägendes Gebäude auf Abruf, Bebauung in der zweiten Reihe oder Halteverbot vor einem Wohnhaus: Der Buchloer Bauausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit unterschiedlichen Themen beschäftigt. Um sich dafür auch visuell zu wappnen, war das Gremium dafür auch noch bei sieben Terminen vor Ort. Stadtbaumeister Stephan Müßig nutzte die Gelegenheit, um gleich persönlich ein Hinweisschild in der Münchener Straße zu richten.

Weniger einfach ging es aber am Schorenbach in Honsolgen zu. Dort soll das Haus Nummer 24 – ein imposantes Gebäude mit Stall, rückwärtiger Scheune und großflächiger Fotovoltaikanlage – dem Erdboden gleichgemacht werden. Stattdessen will ein Investor – angeblich habe es über 50 Interessenten gegeben – laut Bauvoranfrage entweder zwei Mehrfamilienhäuser mit zehn Wohneinheiten oder sechs Reihenhäuser dort bauen – immerhin mit der Kubatur des alten Gebäudes, erläuterte Müßig.

Von den Reihenhäusern hielten die Ausschussmitglieder nichts. „Eine Katastrophe für das Ortsbild“, meinte Herbert Barthelmes (CSU). Zumal es ringsum viele landwirtschaftliche Gebäude gebe, ergänzte Franz Lang (FW) und verwies zum Beispiel auf ein benachbartes Anwesen mit Holzverkleidung und ebensolchen Fensterläden. Der Ausschuss traf keine Entscheidung, denn man will zuvor auf Vorschlag von Lang noch besprechen, ob zuvor ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll.

Das war auch die Frage in der Buchloer Angerstraße Süd. Dabei ging es um die grundsätzliche Frage, ob Bebauung in der beengten zweiten Reihe sinnvolle Nachverdichtung sei, ob dafür ein einzelner Bebauungsplan oder einer für die ganze Häuserreihe aufgestellt werden soll. Müßig empfahl, auf keinen Fall einen einzelnen Plan aufzustellen. „Sonst treten wir eine Lawine los.“ Der Ausschuss lehnte einen Einzelplan auch einstimmig ab. Lothar Scholze (UBI) schlug stattdessen eine Nutzungsänderung für den konkreten Fall – ein möglicher Umbau des bestehenden Gebäudes im Hinterhof – vor.

Ebenfalls ohne Ergebnis blieb zum Teil eine Lösung für Schäden auf den Bürgersteigen in diversen Straßen. In der Münchener Straße (Dehnungsbrüche) und am Geh- und Radweg entlang der Gennach und den Schulen (Wurzelschäden) sei die Sache einfach: Dort solle einfach eine neue Deckschicht drüber gezogen werden – vor allem um die Bäume an der Gennach zu erhalten, erklärte Müßig.

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Dagegen gab es Widerstand aus dem Ausschuss, in der Berliner Straße einige Bäume zu fällen, die dort für Sprünge im Belag auf den Fußwegen sorgen. Ebenso waren die Mitglieder gegen eine Idee des Stadtbaumeisters, Bäume in der Wiedergeltinger Straße durch Saugpumpen vom Erdreich freizulegen und ihre Wurzeln nach unten zu drücken. Irmgard Ablasser (CSU) schlug stellvertretend für das Gros des Ausschusses eher Einzelmaßnahmen vor, bei denen der Bauhof die Schäden reparieren soll.

Eine grundsätzliche Diskussion gab es bei einer Tektur für die Erweiterung des Café Morizz. Dem stimmte der Ausschuss zwar einstimmig zu, doch die dann notwendigen Stellplätze gab Benjamin Leinsle (CSU) angesichts des Platzmangels in dem Viertel zu bedenken: Die Möglichkeit Stellplätze abzulösen, solle damit verknüpft werden, mit dem Geld Rad- und Fußwege, Elektromobilität oder Öffentlichen Nahverkehr zu fördern. Ziel solle werden, einerseits die Menschen dazu zu bewegen, nicht mit dem Auto in die Kneipe zu fahren oder andere Verkehrsmittel zu nutzen. „Wir brauchen ein nachhaltiges Konzept“, sagte Leinsle. „Je mehr Parkplätze wir schaffen, desto mehr Verkehr ziehen wir an“, meinte Elfi Klein (Grüne).

Zweiter Bürgermeister Manfred Beck, der die Sitzung und Orientierungsfahrt leitete, stimmte dem zwar zu, schränkte aber ein: „Wir haben kaum Einnahmen durch Stellplätze“. Maximilian Hartleitner (FDP) fand den Vorschlag zu idealistisch: „Die Stadt und die Geschäfte leben auch von den Parkplätzen“. Scholze mahnte trotzdem an: „Wir sollten das Thema bald angehen.“ Das Morizz jedenfalls soll in Eigenregie Stellplätze nachweisen – erst wenn das nicht gehe, soll eine Ablöse möglich sein.