Geschichte in Dillishausen

Zwei Namen für einen Bach in Dillishausen: Salach oder Schanzgraben

Salach

Auf einer Flurkarte von 1864 ist zu lesen, dass ein kleines Stück der Salach südlich von Dillishausen Krummbach genannt wurde. Beim Hochwasser 1965 trat die Salach über die Ufer, überschwemmte angrenzende Wiesen und zerstörte die Brücke zum Anwesen Sitty (heute Augsburger Straße 3).

Bild: Archiv Trautwein

Auf einer Flurkarte von 1864 ist zu lesen, dass ein kleines Stück der Salach südlich von Dillishausen Krummbach genannt wurde. Beim Hochwasser 1965 trat die Salach über die Ufer, überschwemmte angrenzende Wiesen und zerstörte die Brücke zum Anwesen Sitty (heute Augsburger Straße 3).

Bild: Archiv Trautwein

Der Bach, der durch Dillishausen fließt, wird unterschiedlich benannt. Warum das so ist, weiß Ortschronist Hans Trautwein und auch, warum es zuletzt kein Hochwasser mehr gab.
10.08.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Etwas irritiert hat der Dillishausener Heimatforscher und Ortschronist Hans Trautwein den Bericht in der Buchloer Zeitung bezüglich einer Bauvoranfrage an der Augsburger Straße in Dillishausen gelesen, bei dem es um eine Zufahrt von Süden über den „Schanzgraben“ ging. „Ich vermute dass es mehreren Bürgern aus Dillishausen so ergangen ist. Seit Generationen wird der Bach durch unser Dorf ,Salach’ manchmal auch ,Saalach’ genannt. Aber der Autor hat nicht unrecht.“

Alte Flurkarten helfen weiter

In einigen Wasser- und Flurkarten werde dieser etwa fünf Kilometer lange Bachlauf als Schanzgraben bezeichnet. „Vermutlich deutet dieser Hinweis auf eine ehemalige Befestigungsanlage aus der Keltenzeit hin“, sagt Trautwein. Laut den Fischern ist dieses Gewässer ebenso wie der westlich verlaufende Krebsbach zur Aufzucht von Edel- und Steinkrebsen sehr geeignet.

Bach entspringt auf Jengener Flur

Der Bach, der östlich auf Jengener Flur entspringt, durch den Buchloer Stadtwald rieselt, das neue Baugebiet Buchloe-Ost abgrenzt, die Münchner Bahnlinie sowie die Staatsstraße 2035 unterquert und von Süden her Dillishausen durchschlängelt, bevor er wiederum die Augsburger Bahnlinie unterquert und schließlich über die Viertel- und Mooswiesen fließt, mündet südwestlich auf Lamerdinger Flur in die Gennach.

Doch die Salach bietet noch weitere Namensnennungen. Auf einer Flurkarte von 1864 wird der Bereich zwischen dem heutigen Rückhaltebecken und dem südlichen Ortsanfang wegen des schlängelnden Verlaufs als „Krummbach“ bezeichnet. Gar poetisch beschreibt Pfarrer Franz-Thaddäus Mößl bei seinem Amtsantritt im Jahr 1790 den Ort Dillishausen mit den Worten: „Ein ruhiges beschauliches Dorf am Salgenbächlein.“

Als die Salach eine Brück wegriss

Doch es gab auch Zeiten, da kam die Salach nicht so friedlich daher. In der Nacht von 10. auf 11. Juni 1965 nach Tage langem Dauerregen mit 131 Litern in 24 Stunden trat die Salach über die Ufer überschwemmte die angrenzenden Wiesen und zerstörte die Brücke zum Anwesen Sitty (heute Augsburger Straße 3). In den beiden Höfen Haus Nr. 23 und Haus Nr. 27 (heute Amberger Straße 5 und 6) schoss das Wasser knietief durch Wohnräume und Ställe. Gleiches ereignete sich beim Pfingst-Hochwasser im Jahr 1999, berichtet Hans Trautwein.

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Abhilfe versprach das 2010 neu errichtete Rückhaltebecken des Hochwasserzweckverbands Gennach-Hühnerbach mit einem Stau-Volumen von 50 000 Kubikmetern. Seitdem fließt die Salach kontrolliert durch Dillishausen.