Bundestagswahl 2021: Ergebnisse aus dem Allgäu

Diese Politiker aus dem Allgäu werden in den Bundestag einziehen

Mechthilde Wittmann hatte am Wahlabend Grund zur Freude: Die CSU-Politikerin zieht in den Bundestag ein.

Mechthilde Wittmann hatte am Wahlabend Grund zur Freude: Die CSU-Politikerin zieht in den Bundestag ein.

Bild: Ralf Lienert

Mechthilde Wittmann hatte am Wahlabend Grund zur Freude: Die CSU-Politikerin zieht in den Bundestag ein.

Bild: Ralf Lienert

Stephan Stracke liegt im Ostallgäu vorn, Mechthilde Wittmann im Oberallgäu. Doch die CSU erleidet Verluste. Für Listenkandidaten anderer Parteien wird es eng.
27.09.2021 | Stand: 00:00 Uhr

Die CSU wird auch im nächsten Bundestag die beiden Allgäuer Stimmkreis-Abgeordneten stellen: Im Ostallgäu hat sich Stephan Stracke erneut durchgesetzt, im Oberallgäu liegt Mechthilde Wittmann vorn. Die Christsozialen mussten jedoch massive Verluste hinnehmen. Die Zweitstimmen-Ergebnisse in den beiden Wahlkreisen waren um über zehn Prozentpunkte schlechter als 2017. Grund zur Freude gab es für den Oberallgäuer FDP-Abgeordneten Stephan Thomae. Er wird über die Liste erneut in den Bundestag einziehen. Zittern mussten am Abend dagegen noch die Kaufbeurerin Susanne Ferschl (Linkspartei) sowie die AfD-Politiker Peter Felser (Sonthofen) und Dr. Rainer Rothfuß (Lindau).

Der Kaufbeurer Stracke wird für eine vierte Wahlperiode dem Deutschen Bundestag angehören. Er erreichte 38,8 Prozent der Stimmen und lag damit weit unter dem Ergebnis von 2017: Damals kam der CSU-Politiker auf 49,2 Prozent. „Als Kandidat hängt man auch am Gesamttrend und der Zustimmung zur Partei insgesamt“, sagte Stracke. Dennoch freue er sich „über das sehr klare Votum“.

Als Direktkandidatin im Wahlkreis Oberallgäu zieht die CSU-Politikerin Mechthilde Wittmann in den Bundestag ein. Sie erreichte etwa 30 Prozent der Stimmen. Mit ihrem persönlichen Ergebnis sei sie zufrieden, sagte die frühere Landtagsabgeordnete. Ihr sei bewusst gewesen, dass sie, ursprünglich aus München kommend, ein neues Gesicht für die Menschen in der Region sei. Darauf und auf ihrer Beziehung zum CSU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Thomas Kreuzer, sei im Wahlkampf ausreichend „herumgeritten“ worden. „Ich freue mich jetzt, dass ich diesen wunderschönen Wahlkreis in Berlin vertreten darf.“

Auch Stephan Thomae (FDP) zieht in den Bundestag ein

Dem Parlament wieder angehören wird Stephan Thomae, der auf Platz sechs der FDP-Landesliste stand. Er ist auch mit seinem persönlichen Ergebnis als Direktkandidat zufrieden: Da lag er bei etwa 13 Prozent. Thomae rät, jetzt mit den Grünen über Gemeinsamkeiten zu sprechen, um bei der Regierungsbildung eine „aktive Rolle“ einzunehmen. Immerhin seien die beiden bisherigen Oppositionsparteien gemeinsam so stark beziehungsweise stärker als SPD oder Union – eine neue Situation. (Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Wahlabend im Allgäu: CSU "saftig abgewatscht")

Große Enttäuschung dagegen bei Susanne Ferschl: Die Abgeordnete der Linken musste am Sonntagabend noch um den Wiedereinzug in den Bundestag zittern, da die Partei in Bayern unter drei Prozent lag: „Bisher war es so, dass mein dritter Platz auf der Landesliste bei bundesweit fünf Prozent reicht.“ Doch das Gesamtergebnis der Linkspartei sei zu wenig, um Teil der nächsten Regierung zu sein. Für ihre Wunschkoalition Rot-Grün-Rot werde es wohl nicht reichen, sagte Ferschl: „Es geht für mich ja nicht nur darum, dass ich im Bundestag sitze.“ (Unseren Live-Blog vom Wahlabend finden Sie hier.)

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Auch für die beiden AfD-Kandidaten Peter Felser und Rainer Rothfuß bedeutet das Ergebnis eine Zitterpartie. Rothfuß, Direktkandidat der AfD im Oberallgäu, konnte mit Platz 13 auf der bayerischen Landesliste auf ein Mandat hoffen, wie auch der auf Rang elf platzierte Peter Felser. Die Ergebnisse, die bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe vorlagen, waren jedoch nicht eindeutig. „Ich zittere nicht, ich warte einfach, bis das Endergebnis da ist“, sagte Rothfuß.

Eine Chance, ein Mandat zu bekommen, rechnet sich der Lindauer AfD-Politiker vor dem Hintergrund des schlechten Wahlergebnisses der CSU aus. Dank der von den Christsozialen gewonnenen Stimmkreise könnte es einige Überhangmandate geben, die den kleinen Parteien wiederum Ausgleichsmandate bescheren.

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