Jobs im Allgäu

Corona, Kurzarbeit und Kündigungen: Wie steht es um den Arbeitsmarkt im Allgäu?

ARCHIV - 10.07.2019, Kiel: ILLUSTRATION - Zwei Personen stehen vor dem Logo der Agentur für Arbeit. Die Corona-Krise schlägt sich auch im Saarland auf den Ausbildungsmarkt nieder: Im Mai seien mit 5681 Ausbildungsstellen rund 14 Prozent weniger als im Vorjahresmonat gemeldet gewesen, Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Zahl der Arbeitslosen ging im Allgäu in Juli um 76 auf 12880 zurück. Die Arbeitslosenquote blieb mit 3,3 Prozent konstant.

Bild: Carsten Rehder/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ging im Allgäu in Juli um 76 auf 12880 zurück. Die Arbeitslosenquote blieb mit 3,3 Prozent konstant.

Bild: Carsten Rehder/dpa

Die Arbeitslosenzahl in der Region geht im Juli leicht zurück. Welchen Fehler man gerade jetzt bei der Bewerbung vermeiden sollte.

31.07.2020 | Stand: 11:31 Uhr

Über 50 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr: „Das sieht erst mal nach Katastrophe aus“, sagte am Donnerstag Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, bei der Vorstellung der Allgäuer Arbeitsmarktdaten für den Monat Juli. Aber im Vergleich zum Juni waren 76 Menschen weniger ohne Job und somit insgesamt 12 880. Dieser kleine Rückgang hatte aber keine Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote, die bei 3,3 Prozent stabil blieb.

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Im Juli setzte sich also die Entwicklung aus dem Vormonat fort. Denn bereits von Mai auf Juni hatte es einen Rückgang bei arbeitslosen Menschen gegeben. Hochgeschossen waren die Zahlen im März wegen der immer größer werdenden Corona-Krise. Die Quote stieg von damals 2,6 auf 3,5 Prozent im Mai. Unterm Strich bedeutete dies, dass innerhalb von zwei Monaten die Zahl der Menschen ohne Job von 9945 um über 3500 auf 13 475 explodierte. 

Knapp 4100 offene Stellen

An offenen Stellen verzeichnete die Allgäuer Arbeitsagentur im Juli knapp 4100. Darunter sind etwa 900 neu gemeldete Offerten und damit 18 Prozent mehr als im Mai. Das ist für Maria Amtmann ein Zeichen dafür, dass sich nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen der Arbeitsmarkt in der Region langsam erholt. Ein weiteres Indiz dafür ist der Umstand, dass im Juli nur noch 99 Firmen Kurzarbeit hatten. Das betraf 2340 Arbeitnehmer. Zum Vergleich: Im April waren in über 6600 Unternehmen insgesamt 82 000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

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Viele Menschen, die in der Corona-Krise ihren Job verloren haben, müssen sich jetzt neu bewerben. Eine ganze Reihe davon nach 20 oder 30 Jahren zum ersten Mal wieder. „Aber die Zeiten haben sich rasant geändert“, sagt Hannelore Henke von der Kolping-Akademie Sonthofen, die im Auftrag der Arbeitsagentur Bewerber coacht. Dicke Bewerbungsmappen oder standardisierte Formulare aus dem Internet schaue heute kaum noch ein Boss oder Personalchef an. Die Devise laute: Weg vom Standard – eine Bewerbung muss auffallen.

Individuelle Bewerbungs-Videos können bei der Jobsuche helfen

Henke dreht zum Beispiel mit Kandidaten kurze Bewerbungs-Videos. Dabei können die Jobsuchenden sich präsentieren und über ihre Stärken sprechen. Für manche Bewerber gestaltet Henke auch Visitenkarten oder individuelle Bewerbungs-Flyer. Wichtig sei, sagt Julia Feddern, Arbeitsvermittlerin bei der Arbeitsagentur, dass die Kandidaten Selbstbewusstsein zeigten, ohne dabei zu übertreiben. Und sie sollten sich über die Firma, zu der sie wollen, informieren. Deshalb empfiehlt sie vor einem Bewerbungsgespräch, die Homepage des Unternehmens durchzulesen.