Corona- Pandemie

„Dauerbesetzte Hotline“ - Gesundheitsämter im Allgäu kommen mit der Arbeit nicht nach

Nicht nur bei der Corona-Hotline am Landratsamt Ostallgäu gehen täglich hunderte Anrufe ein.

Nicht nur bei der Corona-Hotline am Landratsamt Ostallgäu gehen täglich hunderte Anrufe ein.

Bild: Dirk Ambrosch (Archiv)

Nicht nur bei der Corona-Hotline am Landratsamt Ostallgäu gehen täglich hunderte Anrufe ein.

Bild: Dirk Ambrosch (Archiv)

Die Behörden führen die "riesige Flut an Fragen" an, bitten um Verständnis und verweisen auf Internetseiten. Eine infizierte Frau fühlt sich allein gelassen.
09.11.2021 | Stand: 18:20 Uhr

Immer wieder klagen Corona-Infizierte, dass sie sich von den zuständigen Ämtern allein gelassen fühlen. So wie eine junge Mutter aus dem Ostallgäu.

„Dauerbesetzte Hotline“ - Gesundheitsämter im Allgäu kommen mit der Arbeit nicht nach

Obwohl sie vollständig geimpft war, schlug der Test vergangene Woche bei ihr an – sie hatte Grippe-Symptome bekommen. „Obwohl man eh schon völlig flach liegt, bekommt man vom Gesundheitsamt verpflichtend den Auftrag, alle Kontaktpersonen zu informieren, sie zum Testen zu schicken, die Leute zu bitten, sich zu isolieren“, sagt die 36-Jährige. „Als ob das alle machen würden, wenn es keine offizielle Anordnung gibt.“

Von diesen Kontaktpersonen – bei ihr waren es zehn an der Arbeitsstelle sowie privat acht Erwachsene und vier Kinder – bekam sie auch Rückfragen. „Die konnte ich freilich nicht alle beantworten – und wenn man sich ans Gesundheitsamt wenden will, hat man auch nur die dauerbesetzte Hotline.“ (Lesen Sie auch: Regeln und Pflichten: Was, wenn der Corona-Test positiv ist?)

"Jetzt muss man sich selbst um alles kümmern" - Eine infizierte Frau fühlt sich allein gelassen

Im vergangenen Jahr musste die 36-Jährige wegen eines Corona-Falls in ihrem Umfeld schon einmal in Quarantäne: „Da hat sich das Gesundheitsamt aber nahezu täglich gemeldet. Jetzt muss man sich um alles selbst kümmern.“ Am Dienstag kam immerhin ein Anruf von der Behörde und man erkundigte sich nach dem Gesundheitszustand der Frau. Inzwischen helfen Soldaten und Polizisten auch im Allgäu bei der Nachverfolgung von Kontakten. Doch die Aufgabe sei viel umfangreicher als in der dritten Corona-Welle, sagt Michael Läufle vom Oberallgäuer Landratsamt. Damals habe es noch Kontaktbeschränkungen gegeben. Nun müssten zahlreiche private und berufliche Kontakte nachverfolgt werden.

Bundeswehr und Polizei helfen Gesundheitsämtern

Sylvia Rustler vom Unterallgäuer Landratsamt spricht zudem von einer „riesigen Flut an Fragen“, die auf das Gesundheitsamt zukomme. Gerade jetzt, wo es neue Corona-Regeln gebe. Hier könnten die Aushilfskräfte nicht unterstützen, da sie ja nicht vom Fach seien. Im Unterallgäu arbeiten derzeit fünf Soldaten und zwei Polizisten mit. In der aktuellen Lage bitte man die Bürgerinnen und Bürger darum, dass sie ihre Fragen per Mail schicken oder sich auf den Internet-Seiten von Landratsamt und Ministerien informieren, sagt Sylvia Rustler.

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