Mehrere Kitas und Altenheime betroffen

Coronavirus im Allgäu: Die aktuellen Fälle in der Region

Kaufbeuren, Memmingen, Unterallgäu: Seit Anfang September gibt es mehrer Corona-Brennpunkte im Allgäu.

Kaufbeuren, Memmingen, Unterallgäu: Seit Anfang September gibt es mehrer Corona-Brennpunkte im Allgäu.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Kaufbeuren, Memmingen, Unterallgäu: Seit Anfang September gibt es mehrer Corona-Brennpunkte im Allgäu.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in den vergangenen zwei Wochen im Allgäu zugenommen. Ein Überblick über die aktuellen Fälle in der Region.
16.09.2020 | Stand: 11:20 Uhr

Aktualisiert am Mittwoch, 11.15 Uhr - Das Coronavirus bestimmt seit Wochen das Leben im Allgäu. Zu Beginn der Pandemie stiegen die Zahlen der Corona-Fälle täglich an, dann war das Allgäu einige Zeit corona-frei. Seit Ende Juli gibt es wieder Neuinfektionen in der Region, vor allem seit Anfang September treten immer mehr Corona-Fälle im Allgäu auf. Vergangene Woche hatte Memmingen den Warnwert von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten, seit dem Wochenende liegt Kaufbeuren über dem Warnwert und ist bundesweit derzeit sogar größter Corona-Hotspot.

An mehreren Orten in der Region sind in den vergangenen Tagen Neuinfektionen gemeldet worden - ein Überblick:

 

Die jüngsten Corona-Fälle im Allgäu:

Kaufbeuren

  • Corona-Ausbruch im Altenheim: Im Alten- und Pflegeheim der Hospitalstiftung in Kaufbeuren hat es einen Corona-Ausbruch gegeben: Am Montagnachmittag sprach Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamts Ostallgäu, von insgesamt 22 Bewohnern und sechs Mitarbeitern, die positiv getestet wurden. Ein Mensch starb. Außerdem sind zwei Angehörige von Pflegekräften positiv. Die Lage bleibt im Altenheim angespannt.
  • Positiv getestes Kind: Ein Kind wurde in Kaufbeuren positiv getestet - es hatte zuvor einen Kindergeburtstag besucht. „Die Kinder, die auf dem Fest waren, sind derzeit alle unter Quarantäne“, sagte Brandl am Montag. Es gibt keine Angaben dazu, um wie viele Kinder es sich handelt. Auch wann weiter Testergebnisse vorliegen war am Montag noch unklar.

Derzeit sieht Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse keinen Anlass für lokale Corona-Maßnahmen, die über die Vorgaben des Freistaats Bayern hinaus gehen. Das könne sich aber schnell ändern, wenn weitere Fälle bekannt würden.

 

Ostallgäu

Im Ostallgäu häufen sich die Fälle an einigen Orten:

  • In Füssen gibt es aktuell zwölf Erkrankte mit oder ohne Symptomen,
  • in Marktoberdorf und Buchloe je sechs,
  • in Ronsberg vier.
  • In Nesselwang, gibt es derzeit mehrere Fälle. Dort wurde der Kindergarten St. Andreas geschlossen, weil ein Kind sich mit Covid-19 infiziert hat: Alle Kinder und das gesamte Personal, das vergangene Woche in der Einrichtung betreut wurde beziehungsweise tätig war, musste sich in häusliche Quarantäne begeben und an der Reihentestung teilnehmen, teilt der Kindergarten am Montag auf seiner Homepage mit. Am Montag wurde bekannt, dass ein weiterer Test positiv ausgefallen ist. Außerdem wurden bei der Nesselwanger Firma Allgaier Kunststoffverarbeitung ebenfalls über zehn Personen positiv getestet, nachdem eine Mitarbeiterin erkrankt war.

Von „Hotspots“ will Thomas Brandl vom Büro der Ostallgäuer Landrätin hier aber nicht sprechen: Die hohen Werte kämen zustande, da meist mehrköpfige Familien betroffen seien. Aktuell führt das Landratsamt in seiner Statistik 44 Menschen im gesamten Ostallgäu als erkrankt.

Einen weiteren Covid-Fall gibt es in einem Kindergarten in Bernbeuren (Landrkeis Weilheim-Schongau) bei Marktoberdorf. Das wurde am Samstagabend bekannt. Dort befinden sich 70 weitere Kinder und fünf Kita-Angestellte in Quarantäne.

In den vergangenen sieben Tagen wurden insgesamt 29 Neuinfektionen im Landkreis Ostallgäu (Vortag 38) und 21 Neuinfektionen in der Stadt Kaufbeuren (Vortag 32) gemeldet (Stand Mittwoch, Quelle: RKI).

 

Memmingen

  • Die Stadt Memmingen hatte vergangene Woche zeitweise die höchste 7-Tage-Inzidenz in Deutschland. Laut Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) handelte es sich bei den Infizierten ausschließlich um Reiserückkehrer aus Risikogebieten. „Da alle Infizierten in häuslicher Quarantäne sind und keine Kontaktpersonen in Memmingen hatten, sind keine Einschränkungen für die Allgemeinheit notwendig“, sagte der OB.
  • In Memmingen gab es zudem einen Corona-Fall am Allgäu Airport: Dort wurde ein Corona-Tester, der am Flughafen eingesetzt war, selbst positiv auf das Virus getestet.

 

Unterallgäu

Weil das Unterallgäu am Wochenende den Corona-Frühwarnwert überschritten hatte, gibt es seit Montag erste Beschränkungen. Für die Kindertagesstätten im Landkreis gilt ab sofort ein eingeschränkter Betrieb. Alle Kinder können die Einrichtungen zwar besuchen, es müssen unter anderem aber wieder feste Gruppen gebildet werden. Am Dienstag wurden die ausgerufenen Maßnahmen teilweise aufgehoben - alle Infos hier.

  • Ottobeuren: In einem Ottobeurer Senioren- und Pflegeheim sind nach aktuellem Stand (Montag) vier Bewohner mit dem Coronavirus infiziert, eine der Personen wird im Krankenhaus behandelt. Eine ebenfalls erkrankte 90-Jährige Frau ist am Wochenende gestorben – laut der Pflegedienstleitung hatte sie sich bereits zuvor aufgrund mehrerer anderer Krankheitsbilder in schlechtem gesundheitlichem Zustand befunden. Zuletzt hatte dieser sich aufgrund der Corona-Infektion noch zusätzlich zugespitzt. Positiv waren auch sechs Mitarbeiter getestet worden, insgesamt zwölf befinden sich derzeit in Quarantäne.
  • Bad Wörishofen: In Bad Wörishofen wurde vergangene Woche eine Schülerin der Mittelschule positiv auf das Coronavirus getestet. 19 Schüler, eine Lehrerin und eine weitere Mitarbeiterin befinden sich in Quarantäne.
  • In Babenhausen wurde ein Kindergarten aufgrund eines Corona-Falles vergangene Woche geschlossen. Getestet wurden elf Mitarbeiter und zwölf Kinder. Die Ergebnisse des ersten Testdurchlaufs sind laut Gesundheitsamt negativ. Dennoch bleiben die Personen aufgrund der 14-tägigen Inkubationszeit in Quarantäne.

In den vergangenen sieben Tagen wurden insgesamt 40 Neuinfektionen im Landkreis Unterallgäu (Vortag 45) und 9 Neuinfektionen in der Stadt Memmingen (Vortag 13) gemeldet (Stand Mittwoch, Quelle: RKI).

 

Kempten und Oberallgäu

In Kempten und im Oberallgäu sind derzeit die wenigsten Neuinfektionen gemeldet. In den vergangenen sieben Tagen wurden 10 neue Corona-Fälle in Kempten (Vortag 10) gemeldet, im Landkreis Oberallgäu 9 (Vortag 7) (Stand Mittwoch, Quelle: RKI).

 

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