Testpflicht für Kinder ab Montag

Testpflicht für Kita-Kinder im Allgäu: Das müssen Eltern jetzt wissen

Seit heute müssen Kita- und Kindergarten-Kinder auf das Coronavirus getestet werden.

Seit heute müssen Kita- und Kindergarten-Kinder auf das Coronavirus getestet werden.

Bild: Friso Gentsch, dpa (Symbolfoto)

Seit heute müssen Kita- und Kindergarten-Kinder auf das Coronavirus getestet werden.

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Kinder in Kitas müssen ab heute auf Corona getestet werden. Reicht ein Selbsttest? Wer zahlt und wer kontrolliert eigentlich? Die wichtigsten Infos für Eltern.
10.01.2022 | Stand: 10:39 Uhr

Wer sein Kind in einer Kita, einem Kindergarten oder bei einer Tagesmutter unterbringen lassen möchte, kommt ab nächster Woche um regelmäßige Corona-Tests bei den Kleinsten nicht herum. Ab 10. Januar müssen Eltern bei Kindern über einem Jahr einen negativen Tests vorweisen. Sonst dürfen Mädchen und Buben im Allgäu und in Bayern nicht betreut werden. Die wichtigsten Infos für Eltern im Überblick.

Kita-Testpflicht: Wie wird getestet?

Es gibt mehrere Modelle - die Betreuungseinrichtungen entscheiden, welche sie anwenden. So können die Eltern zum Beispiel die Testkassetten eines zuhause durchgeführten Selbsttests im Kindergarten vorzeigen und dort im Anschluss entsorgen.

Andere Kitas akzeptieren Laufzettel, auf denen Eltern per Unterschrift versichern, dass sie ihr Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt getestet haben. Manche Corona-Testzentren im Allgäu bieten bieten spezielle Spucktests für Kinder an. Auch PCR-Pooltest können zum Einsatz kommen, sind aber wegen der aktuell dünnen Laborkapazitäten weniger gefragt, sagt auch Bernhard Hölzle, Leiter des Kindergartenamts Memmingen. Lesen Sie hier: Eltern müssen Kita-Kinder auf Corona testen: Tipps, wie das am besten gelingt

Wie oft müssen Kinder getestet werden - und wer kontrolliert?

Dreimal in der Woche müssen Eltern einen negativen Corona-Test belegen. Die Kita-Leitungen sind verpflichtet, die entsprechenden Tests oder Unterlagen zu kontrollieren. Führt die Kita Lolli-Tests durch, reicht ein zusätzlicher Selbsttest zum Wochenbeginn. Inzwischen hat eine Eltern-Initiative eine Online-Petition für PCR-Tests in Kitas gestartet.

Wer zahlt die Corona-Tests bei Kindern?

Berechtigungsscheine für die Kinder-Selbsttests können Eltern bei der Kita-Leitung einfordern. Damit bekommt man in der Apotheke zehn entsprechende Testkassetten. Auch die Kosten für Schnelltests in Testzentren werden übernommen.

Wann darf ein Kind in der Kita betreut werden?

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Positiver Corona-Schnelltest: Was Infizierte tun müssen und was sie tun sollten

Grundsätzlich darf ein Kind nur dann in einer Kita betreut werden, wenn

  • es regelmäßig negativ auf das Corona-Virus getestet ist.
  • es keine enge Corona-Kontaktperson ist.
  • es nicht in angeordneter Quarantäne ist.
  • es keine starken Krankheitssymptome (Fieber, starken Husten, Kurzatmigkeit, Luftnot, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns aber auch Durchfall oder Erbrechen) aufweist,

so schreibt es das bayerische Familienministerium.

Gibt es Kritik an der Testpflicht?

Ja, und die ist deutlich: "Das ist wieder einmal ein Schnellschuss, der nicht geeignet ist, sofort in die Praxis umgesetzt zu werden", wählt Gabriele Stark-Angermeier vom Vorstand des Caritasverbands München und Freising vor dem Jahreswechsel gegenüber der Deutschen Presseangetur deutliche Worte. "Ich habe den Eindruck, dass die bayerische Staatsregierung nicht immer genau die Situation vor Ort erkennt - was das wieder an Problemen bedeutet!"

"Es wird so sein, dass manche Eltern das nicht so ernst nehmen", ist sich Stephanie Haan, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe bei der Arbeiterwohlfahrt, sicher. Noch dazu werde sich nicht jedes Kleinkind brav mehrfach die Woche testen lassen. "Unterm Strich wird man eine etwas höhere Quote als jetzt erreichen, aber keine 100 Prozent." Stattdessen kommt laut Haan viel Zusatzarbeit auf die Pädagogen zu.

Appell: Kinder und Eltern sollen sich auch am Ferien-Wochenende testen lassen

Das bayerische Gesundheitsministerium appelliert an die Eltern, Kinder und sich selbst am letzten Ferienwochenende zusätzlich selbst zu testen oder eines der vielen kostenlosen Bürgertestangebote in Anspruch zu nehmen.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums betonte: „Um unbemerkte Infektionen nach Urlaub oder Familienbesuch aufzudecken und so Infektionsketten zu unterbrechen, bitten wir alle, zusätzlich am Wochenende selbst zu testen oder einen Test durch Fachpersonal durchführen zu lassen. Auch Geimpfte und Genesene sollten sich testen, um mit größtmöglicher Sicherheit aus dem Urlaub zurück in den Alltag zu kommen.“

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