Bahn-Fahrplanwechsel 2020

Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel für Zugreisende im Allgäu

Bei der Bahn gilt ab 13. Dezember der Winterfahrplan 2020/2021. Der Fahrplanwechsel hat Folgen für Zugreisende und Pendler im Allgäu - nicht nur positive.

Bei der Bahn gilt ab 13. Dezember der Winterfahrplan 2020/2021. Der Fahrplanwechsel hat Folgen für Zugreisende und Pendler im Allgäu - nicht nur positive.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Bei der Bahn gilt ab 13. Dezember der Winterfahrplan 2020/2021. Der Fahrplanwechsel hat Folgen für Zugreisende und Pendler im Allgäu - nicht nur positive.

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Bei der Bahn gilt ab 13. Dezember der Winterfahrplan 2020/2021. Der Fahrplanwechsel hat Folgen für Zugreisende und Pendler im Allgäu - nicht nur positive.
11.12.2020 | Stand: 16:05 Uhr

Der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn am 13. Dezember bringt für Zugreisende und Pendler jede Menge Neuerungen und Veränderungen mit sich. Das gilt ganz besonders auch für Zugreisende im Allgäu. Denn mit dem Winterfahrplan 2020/2021 nimmt die Bahn die elektrifizierte Strecke München-Memmingen-Lindau in Betrieb. Schweizer Schnellzüge verkürzen dann auch die Fahrzeit nach Zürich. Schwierigkeiten gibt es allerdings noch bei der Anbindung in die Region.

Eurocitys von München nach Zürich wurden im Allgäu bisher immer von Dieselloks gezogen, die teilweise mehr als 50 Jahre alt waren. Mit dem Fahrplanwechsel ändert sich das nun - mehr als 40 Jahre nach dem Vorstoß zur ersten Elektrifizierung im Allgäu.

500 Millionen Euro hat der Ausbau der weitgehend eingleisigen Strecke zwischen Geltendorf und Lindau nach Angaben der Deutschen Bahn gekostet. 3.650 Masten wurden aufgestellt, auf 155 Kilometern Länge Oberleitungen gespannt, Lärmschutzwände gebaut und Kurven für die Neigetechnik der Schweizer Züge ertüchtigt - um zumindest ein Tempo von 160 Kilometern pro Stunde zu ermöglichen.

Lindauer müssen noch auf den Anschluss an den Fernverkehr warten

Mit dem Fahrplanwechsel sind nun täglich zwölf Fahrten zwischen München und Zürich geplant. Zum Einsatz kommt ein Zug der SBB (Schweizer Bundesbahn). Der ECE mit WLAN, Bordrestaurant, 430 Sitzplätzen und 4 Fahrradstellplätzen ist ein Zug auf ICE-Niveau, so die Bahn. Die Reisezeit verkürzt sich von viereinhalb auf rund vier Stunden. Die von der Bahn angekündigten dreieinhalb Stunden schafft der Eurocity-Express planmäßig erst im Dezember 2021, weil dann die noch nötigen Arbeiten auf Schweizer Seite abgeschlossen sind.

Auch beim Anschluss des Regionalverkehrs am neuen Fernbahnhof Lindau-Reutin müssen sich Fahrgäste noch ein Jahr gedulden. Denn die Züge vom Bodensee steuern bis Dezember 2021 weiter nur den Inselbahnhof an - nicht den neuen Halt auf dem Festland, an dem der Eurocity-Express nach München und Zürich wartet.

Der Güterbahnhof Lindau-Reutin (Archivbild von 2018). Beim Anschluss des Regionalverkehrs am neuen Fernbahnhof Lindau-Reutin müssen sich Fahrgäste noch ein Jahr gedulden.
Der Güterbahnhof Lindau-Reutin (Archivbild von 2018). Beim Anschluss des Regionalverkehrs am neuen Fernbahnhof Lindau-Reutin müssen sich Fahrgäste noch ein Jahr gedulden.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Archiv)

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Dort fehlt nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg nämlich noch eine Tankstelle für Dieselloks, die auf der Bodensee-Gürtelbahn fahren. Erst wenn auch diese Strecke 2021 elektrifiziert, in Lindau der Seedamm fertig saniert ist und die neue Tankstelle steht, werde es für den Regionalverkehr gute Anschlüsse an die Hochgeschwindigkeitszüge geben - und umgekehrt.

Weniger direkte Verbindungen vom südlichen Allgäu Richtung München

Auf gute Anschlüsse müssen wegen der Elektrifizierung zwischen München und Lindau ab Dezember 2021 auch Bahnfahrer aus dem südlichen Allgäu hoffen: Die Zahl direkter Verbindungen von dort in die Landeshauptstadt sinkt laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft an manchen Bahnhöfen um mehr als die Hälfte. Die Fahrgäste müssen unterwegs in eine elektrisch betriebene Bahn umsteigen - weil unter der neuen Oberleitung möglichst wenige Dieselzüge fahren sollen.

Obwohl die Fahrt deswegen nur wenige Minuten länger dauert und insgesamt mehr Züge ins südliche Allgäu fahren sollen, sieht der Kaufbeurer Oberbürgermeister und Vorsitzende des Regionalen Planungsverbands Allgäu, Stefan Bosse (CSU), diese Entwicklung kritisch: "Meine Sorge ist, dass die Bahn mit zusätzlichen Umstiegen für Pendler wieder unattraktiver wird."

Von Kaufbeuren aus fährt die Bahn ab Dezember 2021 statt 45 nur noch 27 Mal direkt nach München. "Was wir jetzt brauchen, ist ein Einstieg in die Grundelektrifizierung des Allgäus", sagt er. Als Beispiel nennt er die Strecke von Augsburg nach Buchloe, deren Ausbau über ein Förderprogramm für den Güterverkehr finanziert werden könnte.

Diese Änderungen bringt der neue Winterfahrplan noch

  • Mehr Fahrzeuge: Im Dezember werden 15 neue ICE-Züge in Dienst gestellt – laut Bahn so viele wie noch nie zuvor in einem Monat.

  • Bundesweit mehr Verbindungen: Mit dem neuen Fahrplan ab 13.12. baut die Bahn den Fahrplan nochmals aus. Zwischen Hamburg und Berlin sind die Züge erstmals im Halbstunden-Takt unterwegs.

  • Weniger Sitzreservierungen: Nur noch 60 Prozent der Sitze im Fernverkehr sind reservierbar. Die Bahn informiert über die Auslastung der Züge aktuell im Netz.

  • Der XXL-ICE kommt ab Juni 2021: Mit 918 Sitzplätzen und 13 Zugteilen will die Bahn voraussichtlich ab Juni 2021 den ICE 4-XXL auf die Schiene bringen. Zum Einsatz kommen soll der "Lange" zuerst auf der Strecke zwischen Hamburg, Köln, Stuttgart und München.

  • Verstärkerzüge zwischen Hamburg, Kassel und München: Auf der Strecke Hamburg – München wird das Angebot erweitert. Unter anderem für Augsburg bedeutet das laut Bahn, häufiger umsteigefrei und mit mehr Direktverbindungen zu reisen.