AMC Kempten Enduro

Dem Vater nachgemacht - Felix Hail gewinnt Enduropokal

Felix Hail

Felix Hail

Bild: Stefan Müller

Felix Hail

Bild: Stefan Müller

Felix Hail aus Kempten ist deutscher Enduro-Pokalsieger. Dabei war er bislang auf Motocross spezialisiert. Nun tritt er in die Fußstapfen seines Vaters.
23.08.2021 | Stand: 13:11 Uhr

„Da spielten die Nerven etwas verrückt“, gab Felix Hail unumwunden zu. Denn der 19-jährige Kemptener Motorradfahrer startete erstmals in der deutschen Enduromeisterschaft und hatte vor dem letzten Rennen nur einen Punkt Rückstand auf den Führenden. Aber Hail, der für den AMC Kempten startet, behielt einen kühlen Kopf und sicherte sich am Ende mit einem Punkt Vorsprung den Titel.

Vor der diesjährigen Saison war Hail nur Motocross-Rennen auf Rundstrecken mit Sprüngen und Steilkurven gefahren. Dabei hatte er als Jugendlicher gute Resultate in der Südbayern-Serie und im Bundesendlauf erzielt und war zuletzt Neunter in der 125-ccm-Wertung der deutschen Meisterschaft geworden.

Neuland betreten

Heuer betrat er Neuland: Beim Enduro geht es über Stock und Stein, Sonderprüfungen müssen gefahren werden. Doch Hail hielt von Anfang an in der Klasse bis 250 ccm gut mit: In Uelsen (Niedersachsen) und Waldkappel (Hessen) wurde er drei Mal Dritter. Dann folgten zwei Siege in Rehna (Mecklenburg-Vorpommern) und Kempenich (Rheinland-Pfalz). Dabei ließ er sich auch nicht von Regen, Sandkuhlen, Schlamm oder Kiesgruben aufhalten. Schließlich folgte sein Meisterstück in Sachsen-Anhalt. „Um den Titel zu holen, musste ich beim Saisonfinale in Tucheim nur einen Platz vor meinem direkten Konkurrenten sein“, erzählt Hail. Zwar lag er anfangs zurück, doch dann fuhr er auf Platz zwei vor – und damit direkt vor seinem Rivalen um die Meisterschaft. „Es hieß also in der letzten 50 Kilometer langen Runde, den Platz zu halten. Nach drei weiteren Sonderprüfung hatte ich es geschafft“, berichtet Hail.

Aufstieg mit der A-Lizenz

Damit gewann er den deutschen Enduropokal in der Klasse E18 – der Meisterschaft für Fahrer mit B-Lizenz. Dadurch fuhr er zusätzlich im Championat mit – dem Rennen mit allen Meistern aus allen Hubraumklassen – und wurde Sechster. Der Titel bedeutet für Hail auch einen Ausstieg, denn durch die Meisterschaft muss er nächstes Jahr mit der A-Lizenz fahren, steigt also in die höchste deutsche Enduroklasse auf.

Derweil zeigte sein Vater, dass er auch noch schnell auf dem Motorrad unterwegs ist. Der ehemalige European Challenge-Sieger Stefan Müller wurde Dritter in der Klasse Super Senioren (Ü50). Mit drei dritten, einem vierten und zwei sechsten Plätzen war der 53-Jährige unter den 50 Teilnehmern beständig vorne mit dabei – und das in der mit alten Haudegen am stärksten besetzten Klasse.

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