Bregenz/Hard

Der Weg zum Titel führt über den Bodensee

Handball: Hard und Bregenz zählen zu den besten Bundesligisten

08.06.2020 | Stand: 14:38 Uhr

Am Bodensee spielt die Musik in Österreichs Handball-Oberhaus. Wenn Bregenz auf Hard trifft, ist das nicht nur das Duell des Bundesliga-Rekordmeisters mit dem amtierenden Supercupsieger, sondern auch ein prestigeträchtiges Spiel der Nachbarn. Nur vier Kilometer liegen die Heimspielstätten beider Rivalen auseinander, zu den Derbys strömen – je nach Halle – regelmäßig bis zu 3000 Fans. An diesem Wochenende beginnt in der Bundesliga die neue Saison, allerdings nur für die Bregenzer. Sie müssen am Samstag in Schwaz/Tirol ran. Der HC Hard ist samstags zunächst im Europacup beim SSV Bozen im Einsatz, bevor der Ligaalltag am kommenden Dienstag (ab 19 Uhr) daheim gegen die HSG Bärnbach/Köflach losgeht. Die Ambitionen der Nachbarn sind heuer verschieden.

lHC HardDie Roten Teufel haben schon vor der Runde die erste Duftmarke gesetzt und das Supercup-Finale gegen den amtierenden Meister und Pokalsieger Krems gewonnen. Das verdeutlicht: Hard ist ambitioniert und will unbedingt den siebten Bundesliga-Titel der Vereinsgeschichte. Überraschend kommt das nicht, denn die Vorarlberger haben in den 21 Spielzeiten in der höchsten Liga des Landes seit dem Aufstieg 1998 gleich 15 Mal auf einem der ersten drei Plätze abgeschlossen. Trainer Klaus Gärtner sagt: „Wir wollen uns in dieser Saison nicht nur mit dem Supercup als Trophäe begnügen.“ Große Veränderungen im Kader gab es nicht. Prominentester Neuzugang ist der Slowene Tine Poklar, der zuletzt beim norwegischen Meister Elverum aktiv war und in drei Spielzeiten in der Champions League über 100 Tore für sein Team warf. „Mit ihm werden wir ganz sicher sehr viel Freude haben“, meint Hards Sportchef Thomas Huemer in denVorarlberger Nachrichten. Nach wie vor gilt der HC Hard als eine der erfolgreichsten Talentschmieden Österreichs. Im aktuellen Bundesliga-Kader stehen zwölf Spieler, die aus der eigenen Jugend kommen.

l Bregenz Handball Die Bregenzer dominierten zwischen 2000 und 2010 die nationale Handball-Szene mit neun Titelgewinnen. Inzwischen backt man am Bodensee kleinere Brötchen. Nach dem Viertelfinal-Aus in den Play-offs der Vorsaison wurde das Team umgekrempelt. Mit Markus Burger hat zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein gebürtiger Bregenzer das Sagen als Cheftrainer. Das Saisonziel wird eher zurückhaltend formuliert. Natürlich will Urgestein Burger mit der Mannschaft am liebsten wieder an frühere Erfolge anknüpfen. Heuer soll es zumindest wieder ein bisschen besser laufen als in der vergangenen Runde. Allerdings trübt das Verletzungspech zum Ende der Vorbereitungsphase derzeit den Bregenzer Optimismus.