Corona

Deutliche Zunahme: Über 10.000 Verstöße gegen Corona-Regeln 2021 in der Region

Wochemnarkt: Polizeiaufgebot

Die Polizei kontrolliert in Corona-Zeiten (wie hier in Kempten) die Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes. Verstöße werden an die Landkreise oder kreisfreien Städte weitergeleitet, die dann das Bußgeld erheben.

Bild: Matthias Becker (Archivbild)

Die Polizei kontrolliert in Corona-Zeiten (wie hier in Kempten) die Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes. Verstöße werden an die Landkreise oder kreisfreien Städte weitergeleitet, die dann das Bußgeld erheben.

Bild: Matthias Becker (Archivbild)

Die Zahl der Verstöße gegen die Corona-Regeln ist 2021 im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
13.01.2022 | Stand: 16:44 Uhr

Ohne Maske beim Einkaufen, Regeln auf einer Kundgebung missachtet oder ungeimpft in einer Gaststätte: 10.000 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz wurden 2021 im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, das von Oberstdorf im Süden bis Neu-Ulm im Norden reicht, registriert Das entspricht einer Zunahme um 20 Prozent gegenüber dem ersten Jahr der Corona-Pandemie.

Eine stärkere Ablehnung der Pandemie-Maßnahmen will die Polizei daraus allerdings nicht ableiten. „Die Vielzahl von wechselnden Bestimmungen im abgelaufenen Jahr bot einfach mehr Potenzial für Verstöße“, sagt Präsidiumssprecher Dominic Geißler. Der Corona-Bußgeldkatalog in Bayern umfasst in seiner aktuellen Fassung 33 Tatbestände.

Die Polizei leitet die Anzeigen an die Landratsämter und kreisfreien Städte weiter. Die Kommunen verschicken dann Bußgeldbescheide an die betreffenden Personen. Seit Beginn der Pandemie hat sich das Corona-Bußgeld allein in den vier Allgäuer Landkreisen auf insgesamt 524.000 Euro summiert. Zum Vergleich: Die Stadt München hat 2,4 Millionen Euro an Bußgeld seit Pandemie-Beginn im März 2020 verhängt.

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Stark gestiegen ist die Zahl der Corona-Verstöße 2021 im Landkreis Ostallgäu: 1.150 Anzeigen leitete die Polizei nach Kontrollen an das Landratsamt weiter – 463 mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden seit Pandemie-Beginn 616 Bußgeldbescheide verschickt und somit ein Bußgeld von 197.000 Euro festgesetzt. 570 Verfahren wurden aus verschiedenen Gründen eingestellt.

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Im Landkreis Lindau wurden seit Pandemie-Beginn insgesamt knapp 1.000 Verstöße von der Polizei angezeigt (385 im Jahr 2021, 612 im Jahr zuvor). Das Landratsamt hat daraufhin knapp 600 Bußgeldbescheide verschickt. Über 360 Verfahren wurden vom Landratsamt nicht weiterverfolgt, sondern an andere Behörden abgegeben. „Wenn beispielsweise ein Urlauber aus einer anderen Region in unserem Landkreis einen Corona-Verstoß begangen hat, dann leiten wir den Vorfall zur Bearbeitung an den Landkreis oder die kreisfreie Stadt weiter, in der er gemeldet ist“, sagt Sprecherin Angela Wolf. Bislang wurden im Landkreis Lindau 120.000 Euro an Bußgeldern festgesetzt.

Im Landkreis Oberallgäu meldete die Polizei im Vorjahr 1.037 Corona-Verstöße an das Landratsamt. Das waren knapp 400 weniger als im ersten Pandemie-Jahr. Insgesamt wurden dort bislang „Corona-Bußgelder“ in Höhe von 82.000 Euro verhängt.

Im Landkreis Unterallgäu wurden 2021 knapp 800 Corona-Verstöße verzeichnet (Vorjahr: 550). Bislang wurden Bußgelder in Höhe von 125.575 Euro festgesetzt.

Doch nicht jeder ist bereit zu zahlen: Allein im Unterallgäu haben bislang 73 Personen Einspruch gegen ihren Bescheid eingelegt. Im Oberallgäu waren es 82, im Ostallgäu 87 und im Landkreis Lindau 59.

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