Eishockey-WM

Von Verletzungen getrübt: Deutsche Eishockeyfrauen landen auf Rang acht

Die deutsche Torhüterin Franziska Albl aus Pfronten (rechts) und ihre Teamkollegin Rebecca Orendorz schieden mit der DEB-Auswahl im Viertelfinale aus.

Die deutsche Torhüterin Franziska Albl aus Pfronten (rechts) und ihre Teamkollegin Rebecca Orendorz schieden mit der DEB-Auswahl im Viertelfinale aus.

Bild: Jeff Mcintosh, dpa

Die deutsche Torhüterin Franziska Albl aus Pfronten (rechts) und ihre Teamkollegin Rebecca Orendorz schieden mit der DEB-Auswahl im Viertelfinale aus.

Bild: Jeff Mcintosh, dpa

Die DEB-Frauen des ECDC Memmingen kehren mit gemischten Gefühlen von der Eishockey-WM zurück. Nächstes Ziel ist die Olympiaqualifikation in Füssen.
01.09.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Immer wenn für ein Team eine Eishockey-Weltmeisterschaft beendet ist, gibt es Präsente für die drei Turnierbesten. Da jedoch für die meisten Mannschaften das letzte WM-Spiel eine Niederlage ist, blickten am vergangenen Sonntag Torhüterin Franziska Albl (Pfronten), Verteidigerin Tanja Eisenschmid (Kaufbeuren) und Stürmerin Julia Zorn (Planegg) eher missmutig drein, als sie bei der Frauen-WM in kanadischen Calgary sich ihre Präsente nach dem 2:3 im Platzierungsspiel gegen Russland abholten.

Am Ende stand für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) Rang acht. Zwar wurde damit das offizielle Ziel Viertelfinale erreicht, erhofft hatte man sich insgeheim etwas mehr. Nicht zuletzt immenses Verletzungspech durchkreuzte dieses Vorhaben. Nach der Vorrunde fehlten sechs Spielerinnen. Bundestrainer Thomas Schädler sprach hinterher von „wirklich guten Spielen auf einem hohen Niveau“, aber für einen Platz unter den ersten fünf reichte es nicht.

Verletzungspech auch für Memminger Torhüterin Jenny Harß

Auch Torhüterin Jenny Harß vom ECDC Memmingen, mit 34 Jahren erfahrenste Spielerin des DEB-Teams musste nach nach zwei Siegen zum Auftakt und einer Verletzung im dritten Spiel für den Rest der WM passen. Bis dahin war sie mit ihrer Leistung zufrieden und freute sich, „dass wir schon frühzeitig das Viertelfinale erreicht haben.“

ECDC-Teamkollegin Kathi Häckelsmiller war mit 17 Jahren jüngste WM-Teilnehmerin überhaupt. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden im Team, jeder war sehr nett und hilfsbereit, und alle haben alles dafür getan, dass ich mich willkommen fühle.“ Sportliches Highlight für das Nesthäkchen, das verletzungsbedingt ebenfalls nicht alle Partien bestreiten konnte, „gegen Kanada zu spielen“. Häckelsmiller: „Ich war sehr glücklich, die Chance gehabt zu haben, diese WM zu erleben. ich konnte die besten Spielerinnen der Welt sehen, mit ihnen und gegen sie spielen.“

Bereits in der Vorrunde kam für Carina Strobel (23) das vorzeitige WM-Aus wegen einer Knieverletzung. Die Verteidigerin vom ECDC Memmingen hob den Teamgeist innerhalb der Mannschaft hervor, „den wir bei allen Spielen bewiesen haben“. Strobel: „Eine WM mit Spielen auf so hohem Niveau war ein super Start in diese so wichtige Olympia-Saison.“

Olympia-Qualifikation in Füssen steht bevor

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Zum Memminger Lazarett bei der WM zählte auch angreiferin Laura Kluge (24), die das Turnier ebenfalls vorzeitig beenden musste. Die Angreiferin blickt in ihrer Bilanz bereits auf die im November anstehende Olympia-Qualifikation in Füssen: „Ich glaube, die WM hat ganz klar gezeigt, dass es ganz allein in unserer Hand liegt, was in der Quali passiert, denn trotz zwei eher mäßigen Leistungen gegen Dänemark und Ungarn konnten wir beide Spiele für uns entscheiden.“

Im Qualifikationsturnier für Peking geht es gegen Dänemark, Österreich und einen noch zu bestimmenden Qualifikanten. Beeindruckt hat Neu-Bundestrainer Schädler bei der WM in Kanada vor allem der Kampfgeist seines Teams. Den will er sicher nach Füssen mitnehmen, wo er an anderen Dingen während der kommenden zweieinhalb Monate noch arbeiten will. Torhüterin Jenny Harß: „Wenn wir bis dahin die Rückschläge durch die vielen Verletzungen verarbeitet haben und die meisten Spielerinnen zurückkehren können, sind wir sicher gut vorbereitet.“

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