Curling

Deutsches Mixed-Duo verpasst direkte Olympia-Qualifikation nur knapp

Zufrieden mit der Gesamtleistung bei der WM, aber enttäuscht über Rang neun: Das deutsche Curling-Mixed-Duo mit Pia-Lisa Schöll aus Oberstdorf und Klaudius Harsch aus Rastatt verpasste in Aberdeen die Olympia-Quali.

Zufrieden mit der Gesamtleistung bei der WM, aber enttäuscht über Rang neun: Das deutsche Curling-Mixed-Duo mit Pia-Lisa Schöll aus Oberstdorf und Klaudius Harsch aus Rastatt verpasste in Aberdeen die Olympia-Quali.

Bild: Holger Höhne

Zufrieden mit der Gesamtleistung bei der WM, aber enttäuscht über Rang neun: Das deutsche Curling-Mixed-Duo mit Pia-Lisa Schöll aus Oberstdorf und Klaudius Harsch aus Rastatt verpasste in Aberdeen die Olympia-Quali.

Bild: Holger Höhne

Pia-Lisa Schöll aus Oberstdorf belegt bei der WM im schottischen Aberdeen Vorrunden-Platz 5. Rang vier hätte die Chancen auf das Ticket für Peking deutlich erhöht
24.05.2021 | Stand: 15:58 Uhr

Die Oberstdorferin Pia-Lisa Schöll - das ist die gute Nachricht - hat das große Ziel Olympia immer noch vor Augen. Die schlechte Nachricht: Zusammen mit ihrem zehn Jahre jüngeren Mixed-Partner Klaudius Harsch aus Rastatt hat sie die erste Gelegenheit, sich direkt für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking zu qualifizieren, verspielt. Und zwar um Haaresbreite. In der neunten und letzten Vorrunden-Partien der Mixed-Weltmeisterschaft im schottischen Aberdeen unterlag das Team von Trainer Holger Höhne (Füssen) in einem Endspiel um Rang vier, der für die Play-offs berechtigt, gegen Tschechien hauchdünn mit 4:5, fiel wegen des verlorenen direkten Vergleichs auf Rang fünf zurück und musste enttäuscht die Heim-Reise antreten. Mixed-Weltmeister wurde übrigens das Duo von Gastgeber Schottland mit Jennifer Dodds und Bruce Mouat nach dem 9:7-Finalsieg gegen Norwegen.

Schöll: "Es war zum Greifen nahe"

Die 30-jährige Pia-Lisa Schöll, die 2013 mit Andy Kapp überraschend Mixed-Europameisterin wurde, konnte ihren Frust nicht verbergen. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Schöll: "Das Olympia-Ticket war zum Greifen nahe, daher ist die Enttäuschung jetzt schon sehr groß." Ein Sieg mehr - und sie wäre dem Traum von Olympia ein großes Stück näher gekommen. Weil Olympia-Gastgeber China in Vorrunden-Gruppe B auch nur Fünfter wurde, konnten nur sieben Teams die Olympia-Fahrkarten lösen. Tschechien gewann das Duell der Vorrunden-Vierten gegen die USA mit 8:6 und ist in Peking dabei. Schölls Partner Klaudius Harsch aus Rastatt war bereits im April mit der deutschen Männer-Nationalmannschaft bei der WM im kanadischen Calgary mit Rang zehn am Vorhaben gescheitert, die Qualifikation für die Winterspiele in China zu schaffen.

Ein, zwei Siege mehr wären drin gewesen

Schöll trauert ein paar Momenten während der vergangenen Woche nach: "Im Nachhinein betrachtet muss man schon sehen, dass unsere vier Niederlagen alle sehr knapp waren. Es wäre auf jeden Fall möglich gewesen, da noch ein, zwei Siege mehr rauszuholen. Deshalb sind wir schon etwas betrübt."

Alles schlechtreden wolle sie jetzt aber trotzdem nicht: "Mit etwas Abstand bin ich auch froh und stolz auf unsere Leistung, weil trotz der schwierigen Covid-Saison mit wenig Möglichkeiten, sich gut einzuspielen, haben wir eine gute Performance hingelegt. Wir sind unter den Top 10 der Welt gelandet, das ist etwas, wo man sich nicht verstecken muss." Ihr Blick ist nach vorn gerichtet: "Jetzt versuchen wir, das sacken zu lassen. Dann werden wir schnell vorausblicken, wie wir uns für die nächste Saison verbessern können. " Anfang Dezember soll ein zweites Qualifikationsturnier für Olympia stattfinden. Wo ist noch ungewiss. Dennoch haben Schöll/Harsch das Ziel, sich eine zweite Chance zu erarbeiten. Dafür werden sie sich aber auch auf nationaler Ebene noch mal qualifizieren müssen. "Unser ganzer Fokus ist darauf gerichtet, dass wir uns da wieder durchsetzen. Wir sind motiviert, unser Bestes zu geben."

Trainer Höhne lobt: Sie haben sich immer wieder verbessert

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WM-Bilanz: Daniela Jentsch spricht von "Himmel und Hölle"

Auch Trainer Holger Höhne ist enttäuscht, dass seine zwei Athleten die Chance durch die Niederlage gegen Tschechien verspielt haben. "Es wäre schon schön gewesen", sagt der 51-jährige Füssener. Seine Schützlinge hätten sich über die Woche hinweg gut gefunden, sich gut eingespielt und sich "in Feinheiten immer wieder verbessert". Seiner Meinung nach seien Schöll/Harsch absolut konkurrenzfähig gewesen, auch den starken Gegnern habe man Paroli geboten. "Da hat nicht viel gefehlt. Die Spiele gegen die vermeintlich starken Gegner waren eher knapp. Da kann's im Curling auch mal anders laufen. Und die Spiele gegen die vermeintlich schwachen haben wir relativ klar gewonnen." Abschließend sagt er: "Sie haben es gut gemacht. Aber es ist natürlich schon noch Luft nach oben. "

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Die Mixed-WM auf einen Blick:

Alle deutschen Vorrunden-Ergebnisse:

  • Team D - Ungarn 8:5
  • Team D - Kanada 6:9
  • Team D - Russischer Verband 7:1
  • Team D - Italien 6:9
  • Team D - Spanien 9:2
  • Team D - Schottland 5:7
  • Team D - Korea 9:3
  • Team D - Australien 10:4
  • Team D - Tschechien 4:5
  • Hätten unter die Top 8 kommen wollen und sollen, wurden bei der Mixed-WM aber nur Neunter: das deutsche Team mit (von links) Physiotherapeut Harald Fritsch, Pia-Lisa Schöll, Klaudius Harsch und Trainer Holger Höhne.
    Hätten unter die Top 8 kommen wollen und sollen, wurden bei der Mixed-WM aber nur Neunter: das deutsche Team mit (von links) Physiotherapeut Harald Fritsch, Pia-Lisa Schöll, Klaudius Harsch und Trainer Holger Höhne.
    Bild: Celine Stucki/WCF

Vorrunden-Tabelle Gruppe A: 1. Schottland (9 Spiele, 8 Siege, 1 Niederlage), 2. Kanada 9/7/2, 3. Italien 9/7/2, 4. Tschechien 9/5/4; 5. Deutschland 9/5/4, 6. Russischer Verband 9/4/5, 7. Australien, 8. Ungarn, 9. Korea alle 9/3/6, 10. Spanien 9/0/9.

Vorrunden-Tabelle Gruppe B: 1. Schweden 9/9/0, 2. Norwegen 9/8/1, 3. Schweiz, 4. USA beide 9/5/4, 5. China, 6. Neuseeland bd. 9/4/5, 7. England, 8. Japan bd. 9/3/6, 9. Finnland, 10. Estland bd. 9/2/7.

Halbfinale: Norwegen - Schweden 7:6, Schottland - Kanada 7:4

Spiel um Platz 3: Schweden - Kanada 7:4

Finale: Schottland - Norwegen 9:7

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