Festival-Bilanz

Digital-Version von "Musica Sacra" findet großen Anklang

Nicht nur Musik gab es bei Musica Sacra, sondern auch viel Information und eine Podiumsdiskussion. An dieser beteiligten sich (von links) die künstlerische Leiterin Bettina Strübel, Karl Zepnik von der Musikakademie Marktoberdorf, Hans Jaskulsky vom Modfestival-Verein und Moderator Ulrich Möller-Arnsberg.

Nicht nur Musik gab es bei Musica Sacra, sondern auch viel Information und eine Podiumsdiskussion. An dieser beteiligten sich (von links) die künstlerische Leiterin Bettina Strübel, Karl Zepnik von der Musikakademie Marktoberdorf, Hans Jaskulsky vom Modfestival-Verein und Moderator Ulrich Möller-Arnsberg.

Bild: Bertram Maria Keller

Nicht nur Musik gab es bei Musica Sacra, sondern auch viel Information und eine Podiumsdiskussion. An dieser beteiligten sich (von links) die künstlerische Leiterin Bettina Strübel, Karl Zepnik von der Musikakademie Marktoberdorf, Hans Jaskulsky vom Modfestival-Verein und Moderator Ulrich Möller-Arnsberg.

Bild: Bertram Maria Keller

Wegen der Corona-Pandemie gab es diesmal eine Online-Ausgabe von Musica Sacra in Marktoberdorf. Die stieß auf gute Resonanz. Wird sie Teil des Festivals?
18.09.2020 | Stand: 14:26 Uhr

Eigentlich sollte die Online-Edition von „Musica Sacra International“ nur ein Behelf in der Not sein. Denn das Marktoberdorfer Weltreligionen-Festival konnte wegen der Corona-Pandemie nicht real an Pfingsten stattfinden, sondern nur virtuell, also im Internet. Am Ende fällt die Bilanz der Organisatoren aber positiv aus. Die Videos von der Eröffnung sowie von Konzerten, Workshops und einer Podiumsdiskussion sind einerseits oft aufgerufen worden. Andererseits stellte das Team um die beiden künstlerischen Leiterinnen Verena Grüter und Bettina Strübel fest, dass sie durch die Online-Version Menschen in aller Welt erreichten.

Das war bisher nicht der Fall, wie Geschäftsführerin Ramona Wegenast sagt. Denn der Sinn von Musica Sacra sei ja eigentlich, dass sich Musiker und Sänger aller großen Religionen persönlich begegnen und sich künstlerisch, menschlich und religiös austauschen. Insofern sollte die Internet-Version des Festivals einmalig bleiben. „Aber die Online Edition“ war die beste Alternative“, sagt Wegenast. „Wir sind sehr zufrieden.“

Nun prüft die Marktoberdorfer, ob sie bei künftigen Festivals zusätzlich zum realen Treffen ein digitales Angebot übers Internet machen. Das hänge freilich davon ab, ob dies finanziell und organisatorisch zu leisten sei. Schließlich mussten die Videos im Vorfeld des Festivals nicht nur gedreht, sondern auch bearbeitet werden, etwa mit englischen Übersetzungen des Gesprochenen. Alles in allem ein großer Aufwand, wie Ramona Wegenast erklärt.

Video von der Festival-Eröffnung wurde 1000 Mal aufgerufen

Die Resonanz war erfreulich, sagt sie. Über 1000 Mal wurde das Video von der Eröffnung am vergangenen Freitag aufgerufen. Die drei Konzert-Videos wurden 200 bis 400 Mal angesehen. Und die Workshop-Videos sahen teilweise fast 200 Menschen – live sitzen laut Wegenast sonst 15 bis 30 Besucher in diesen „Ateliers“. Diese Videos sind noch länger auf der Internetseite zu sehen. Ebenso jenes vom Festivalchor, der ebenfalls online zwei Werke einsang; 72 Sängerinnen und Sänger aus zehn Ländern – darunter Indonesien und Argentinien – beteiligten sich. Sie sind zu sehen, wie sie zuhause vor ihrer jeweiligen Kamera singen. Ein berührendes Dokument aus der Corona-Krise, die ein wirkliches Musica-Sacra-Treffen verhindert hat.