Tipps für Familien im Allgäu

Drachen steigen lassen im Allgäu: Hier sind die schönsten Plätze

Drachen steigen ist im Herbst im Allgäu wieder angesagt. Der Freizeitspaß ist besonders bei Kindern beliebt.

Drachen steigen ist im Herbst im Allgäu wieder angesagt. Der Freizeitspaß ist besonders bei Kindern beliebt.

Bild: Denise Neufert (Archivbild)

Drachen steigen ist im Herbst im Allgäu wieder angesagt. Der Freizeitspaß ist besonders bei Kindern beliebt.

Bild: Denise Neufert (Archivbild)

Drachen steigen lassen gehört im Herbst einfach dazu - vor allem für Familien. Hier gibt es die schönsten Orte im Allgäu, an denen es mit Wind am besten geht.
18.10.2021 | Stand: 11:18 Uhr

Das Wichtigste vorneweg: Ohne Wind geht gar nichts. Denn sonst gerät das Drachensteigen eher zum Drachenlauf. Lässt aber ein frischer Wind das Laub an den Bäumen und durch die Gegend tanzen, kann der Freiluftspaß im Herbst beginnen.

Bei Drachenwetter schnappen Eltern einfach ihre Kinder und die selbstgebastelten oder gekauften Fluggeräte und ziehen hinaus. Aber wohin? Einfach so den Drachen vor der eigenen Haustür steigen lassen, ist in der Regel nicht möglich. Darum sollten Eltern mehrere Dinge beachten.

Drachensteigen: Vorsicht vor Stromleitungen und Gewitter

Für das Drachensteigen sucht man sich am besten eine große, freie Wiese oder ein abgeerntetes Feld - am besten an einer Anhöhe. Doch Vorsicht: Stromleitungen und -masten dürfen nicht in der Nähe sein, in denen sich der Drachen oder die Schnur verfangen kann. Sollte das dennoch geschehen, muss der Drachenlenker sofort die Schnur loslassen - sonst besteht Lebensgefahr. Eltern müssen im Anschluss beim Elektrizitätswerk anrufen und den Vorfall melden.

Gefährlich wird es ebenfalls, wenn ein Gewitter aufzieht: Donnert und blitzt es bereits am Horizont, müssen Eltern und Kinder ihre Drachen sofort vom Himmel holen. Dann heißt es: ab nach Hause.

Abstand halten und den Drachen im Auge behalten

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Drachen in allen Größen steigen in Pfronten in den Himmel

Wer schon einmal beobachtet hat, mit welcher Wucht ein Drache mit seiner Spitze auf den Boden aufschlagen kann, weiß zudem, auf was man noch achten muss: Und zwar auf alle Menschen, die in der Nähe sind. Darum unbedingt genügend Abstand zu den anderen Lenkern halten und seinen eigenen Drachen immer im Auge behalten. Eine plötzliche Windböe oder wenig Erfahrung im Umgang mit Drachen führen schnell zu einem Absturz. Das gilt vor allem für sogenannte Lenkdrachen.

Selbstverständlich darf man seinen Drachen auch nicht in der Nähe von einem Flughafen oder Landeplatz in die Lüfte schweben lassen. Zu Flughäfen muss ein Mindesabstand von sechs Kilometern und zu Segelflugplätzen drei Kilometer eingehalten werden. Mindestens 600 Meter Abstand sind es zu Gebäuden, Stromleitungen, Autobahnen, Bahngleisen oder Bäumen.

Leinen-Länge: Diese Regel gilt in Deutschland

In Deutschland gibt es zudem eine weitere Regel: Eine Drachenschnur darf nicht länger als 100 Meter sein. Für eine Leine mit über 100 Metern Länge braucht man extra eine Erlaubnis vom Luftamt.

Eltern sollten vor allem am Anfang darauf achten, ihren Kindern Handschuhe anzuziehen. Denn eine Drachenschnur kann sich auf Dauer in die Hände einschneiden. Handschuhe können solche Verletzungen an den Händen verhindern. Und die Erwachsenen sollten auch ihre eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen - besonders bei Lenkdrachen. Darum am besten bei den ersten Flugversuchen einen erfahrenen Bekannten mitnehmen. So einen Lenkdrachen bekommt man häufig nur schwer unter Kontrolle - vor allem wenn der Wind über 15 Stundenkilometer bläst.

Grundstückseigentümer: Auch auf die Wiesen achten

Wenn die Wiesen nass oder feucht sind und viele Menschen sich auf einer Fläche tummeln, wird das Grün oft in Mitleidenschaft gezogen. Grundstückseigentümer bitten daher grundsätzlich, beim Drachen steigen auch auf ihre Wiesen und Felder zu achten.

Die schönsten Plätze im Allgäu zum Drachensteigen

Wenn das Drachenwetter passt und Eltern an alles gedacht haben, kann es losgehen. Hier haben wir die schönsten Orte zum Drachensteigen im Allgäu zusammengefasst:

Oberallgäu und Kempten

  • Mariaberg in Kempten: Hoch hinaus geht es auf dem Mariaberg im Kemptener Westen. An der sogenannten Mulzer-Föhre hat man einen tollen Ausblick und häufig tolle Böen zum Drachensteigen. Doch Vorsicht: immer genügend Abstand zu den Masten und Leitungen halten, die in der Nähe sind.
  • Buchenberg: Zwischen dem alten Skilift Buchenberg und der Buchenbergkapelle in der gleichnamigen Gemeinde im Oberallgäu kann man seinen Drachen gut im Wind tanzen lassen. Auch von hier oben hat man eine tolle Aussicht auf die Allgäuer Bergkulisse.
  • Panoramaweg in Oy-Mittelberg: Eine tolle Aussicht auf die Berge bietet der Panoramaweg in Oy-Mittelberg (Oberallgäu). Startpunkt ist die Kirche St. Michael im Ortsteil Mittelberg. Von hier aus kann man nach Norden zum Gerhaldeweg gehen, der einer überdimensionalen Holzbank vorbeiführt. Der gesamte Weg bietet häufig genügend Wind.
Gute Windverhältnisse herrschen häufig auf dem Mariaberg in Kempten.
Gute Windverhältnisse herrschen häufig auf dem Mariaberg in Kempten.
Bild: Peter Hausner (Archivbild)

Ostallgäu und Kaufbeuren

  • Anhöhe bei Irsee: Die Anhöhe hinter den Neubaugebieten im Süden von Irsee (Ostallgäu) bietet ebenfalls genügend Platz, um Drachen steigen zu lassen. Dort, südlich des Sportplatzes des TV Irsee, sind auch häufig Kite-Surfer unterwegs. Ein direkter Blick auf die Berge ist inklusive. Anfahrt über die Marktstraße oder Eggenthaler Straße in den Langweg. Vor den Feldern sollen Autofahrer links auf einem Parkplatz und nicht auf der Straße parken.
  • Stötten am Auerberg: Drachensteigen vor schöner Bergkulisse bietet auch der Auerberg zwischen den Gemeinden Stötten und Bernbeuren.
  • Muckenberg bei Geisenried: Einen guten Ausblick auf Marktoberdorf und die Allgäuer Alpen hat man auf dem Muckenberg in Geisenried bei Marktoberdorf (Ostallgäu). Diese Stelle ist durchaus exponiert für Wind. Von Engratsried fährt man mit dem Auto auf der Kreisstraße 7 südlich an Geisenried vorbei. Bevor es den ersten Berg hinunter in Richtung Eschenau geht, zweigt ein Wirtschaftsweg ab. An dieser Abzweigung kann man parken. Geht man von dort aus auf dem Weg den Berg, erreicht man den südlichen Teil des sogenannten Panoramawegs.
  • Hohes Sehen bei Leuterschach: Gute Windverhältnisse herrschen oft auch an der Anhöhe "Hohes Sehen" bei Leuterschach nahe Marktoberdorf (Ostallgäu).
  • Zwischen Burg und Willofs: Viel Wind bläst oft auch auf einer Wiese zwischen Burg und Willofs (Ostallgäu). Von Obergünzburg aus führt der Weg von Süden aus über Burg in Richtung Willofs. Nach dem Ortsausgang von Burg nimmt man den zweiten Kiesweg, der scharf nach rechts in Richtung eines Waldstücks abzweigt. Vorsicht allerdings vor den Stromleitungen, die weiter westlich über die Wiesen gehen.
Das Drachenfest am Kurpark in Roßhaupten lockt jedes Jahr viele Besucher an.
Das Drachenfest am Kurpark in Roßhaupten lockt jedes Jahr viele Besucher an.
Bild: Johanna Lang (Archivbild)

Unterallgäu und Memmingen

Westallgäu und Landkreis Lindau

  • Lautenberg in Stiefenhofen: Gute Flugbedingungen herrschen häufig an der sogenannten Pestkapelle auf dem Lautenberg bei Stiefenhofen (Landkreis Lindau). Von dort aus hat man einen tollen Ausblick zum Hochgrat und der Nagelfluhkette.

Drachen wurden in Asien für andere Zwecke erfunden

Übrigens hatte das Drachensteigenlassen einen praktischen Hintergrund: Vermutlich wurden die Drachen vor über 3000 Jahren in Asien für die Kriegsführung erfunden. Mit den fliegenden Ungetümen sollten unter anderem Feinde eingeschüchtert werden. Später und sogar teilweise bis heute wurden die Drachen im asiatischen Raum für die Arbeit eingesetzt, beispielsweise beim Ziehen von leichten Booten.

In Europa tauchten die ersten Drachen etwa im 15. Jahrhundert auf. Anders als in Asien waren sie aber von Anfang an als Spielzeug gedacht. (mit jam, mas, fro)