Corona-Impfung

Drittimpfung im Allgäu: Wie läuft das ab und wer wird zuerst geimpft?

Seniorinnen und Senioren sollen eine Drittimpfung bekommen, um noch besser vor dem Coronavirus geschützt zu werden.

Seniorinnen und Senioren sollen eine Drittimpfung bekommen, um noch besser vor dem Coronavirus geschützt zu werden.

Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Seniorinnen und Senioren sollen eine Drittimpfung bekommen, um noch besser vor dem Coronavirus geschützt zu werden.

Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Viele Seniorinnen in Allgäuer Heimen wollen ihren Schutz gegen das Corona-Virus auffrischen lassen. So laufen die Drittimpfungen im Allgäu ab.
17.08.2021 | Stand: 07:27 Uhr

Das Interesse Allgäuer Senioren an einer dritten Corona-Impfung ist groß. Dies sei Ausdruck des Wunsches nach „Sicherheit und Normalität“, sagt eine Marktoberdorfer Heimleiterin. Mobile Impfteams stehen bereit, um demnächst in die Häuser zu kommen. Laut dem bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sind Drittimpfungen ab sofort möglich. Zielgruppe seien vor allem Hochbetagte, Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche.

Menschen mit Immunschwäche können sich im Sonthofer Impfzentrum impfen lassen

Sowohl die Stadt Kempten als auch der Landkreis Oberallgäu haben bereits vergangene Woche die Pflege-Einrichtungen über die Möglichkeit der Drittimpfung informiert. Die mobilen Teams des Kemptener Impfzentrums seien teilweise noch gebunden durch die Einsätze in Gemeinden oder Stadtteilen, sagt Alexander Schwägerl, Geschäftsführer des Oberallgäuer Roten Kreuzes. Sobald jedoch die Rückmeldungen aus den Einrichtungen über den Impfbedarf vorlägen, schwärmten die Teams aus.

Genauso laufe es beim Impfzentrum in Sonthofen ab, sagt Michael Läufle vom Landratsamt. Über-80-Jährige und Menschen mit Immunschwäche oder unterdrücktem Immunsystem (Immunsuppression), die nicht in einer Einrichtung lebten, könnten ab Mittwoch ohne Termin ins Sonthofer Impfzentrum kommen. Laut Schwägerl wird das in Kempten genauso gehandhabt.

„Die Ständige Impfkommission sagt, dass eine Auffrischung frühestens sechs Monate nach der Zweitimpfung erfolgen soll“, erläutert Michael Läufle. Denn so lange bleibe die Immunität gegen das Corona-Virus bestehen. Bei bestimmten Gruppen gehe man davon aus, dass die Immunität noch länger anhält – nicht aber bei hochbetagten Menschen oder Patienten mit Immunschwäche. Deshalb stehe diese Gruppe bei den Drittimpfungen im Fokus. Bei den Bewohnern der Einrichtungen des Allgäu-Stifts in Kempten und im Oberallgäu sei die Zustimmung zu einer Auffrischung groß, sagt Geschäftsführerin Yvonne Spöcker. Seit Montag könne sie den Bedarf bei der zuständigen Stelle melden. „Ich gehe davon aus, dass alle, die eine Zweitimpfung bekommen haben, auch eine Drittimpfung möchten.“ (Lesen Sie auch: Ist der Unterallgäuer Landrat Eder ein Impfskeptiker? Unterallgäuer Impfkoordinator tritt zurück)

Impfen im Allgäu: "An Kapazitäten mangelt es nicht"

Albert Madlener, Leiter des Memminger Pflegeheims St. Ulrich, befürwortet eine Auffrischung: „Wir haben deswegen bereits in der vergangenen Woche Kontakt zum Impfzentrum aufgenommen und hoffen zeitnah auf mobile Impfteams.“ Bruno Ollech (Memmingen), stellvertretender Bezirksgeschäftsführer des Malteser Hilfsdiensts, bestätigt, dass Ärzte-Teams kurzfristig vor Ort sein könnten: „Wir sind in Bereitschaft und Vakzine sind genug vorhanden. Sobald mit den Pflegeheimen abgeklärt ist, wie viele Dosen gebraucht werden, können wir loslegen mit der Auffrischung.“

Lesen Sie auch
##alternative##
Die dritte Spritze steht an

Corona-Impfung Nummer drei für Senioren im Ostallgäu könnte kurz bevorstehen

In St. Ulrich lag die Impfquote laut Madlener bei den ersten beiden Impfungen bei über 95 Prozent. „An Kapazitäten mangelt es nicht“, heißt es auch aus den Impfzentren in Marktoberdorf und Kaufbeuren. Im Gulielminetti-Seniorenwohn- und Pflegeheim in Marktoberdorf sind Auffrischungsimpfungen ein großes Thema. „Es geht schließlich um die Sicherheit unserer Bewohner und Betreuer“, sagt Heimleiterin Renate Dauner. „Wir haben schon mehrere Anfragen zur Drittimpfung von Bewohnerinnen und Mitarbeitern bekommen“, berichtet auch Marianne Baur vom Heinzelmannstift in Kaufbeuren.

Weitere Corona-Nachrichten lesen Sie in unserem Newsblog.