Motorsport

DTM-Wochenende in Hockenheim: Abt probiert’s mit flottem Vierer

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Erstmals seit fünf Jahren geht Abt Sportsline am Hockenheimring wieder mit vier Autos bei einem DTM-Rennen an den Start. Kelvin van der Linde hat sogar noch die Chance auf den Titelgewinn.

Bild: Abt Sportsline

Erstmals seit fünf Jahren geht Abt Sportsline am Hockenheimring wieder mit vier Autos bei einem DTM-Rennen an den Start. Kelvin van der Linde hat sogar noch die Chance auf den Titelgewinn.

Bild: Abt Sportsline

In der DTM ist es vor den letzten Rennen in Hockenheim und am Norisring so spannend wie selten zuvor. Gastfahrer Lucas di Grassi startet mit großem Respekt.
29.09.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Das muss er sich anhören. Lucas di Grassi, zweifelsohne einer der weltbesten Rennfahrer, vor allem in der Formel E, ist nicht gerade ein Glückspilz, wenn er sich in anderen Rennserien versucht. Wenn er am kommenden Wochenende für seinen Allgäuer Rennstall Abt Sportsline in ein extra für ihn schnell aufgebautes und in den typischen di-Grassi-Farben lackiertes DTM-Auto steigt, dann kommen diese Bilder aus Macao wieder in Erinnerung. Nicht nur bei ihm, auch bei vielen seiner Konkurrenten.

Im November 2017 war es, als der Brasilianer beim GT-Weltcup gleich in der Startrunde in einen Horror-Crash verwickelt war, in dem zwölf von 20 Rennautos ineinander verkeilt waren. Der Schaden an den Fahrzeugen ging in die Millionen, Personen wurden zum Glück nicht schwer verletzt. „Ich hatte mir schon vorgenommen, bei diesem Rennen ganz oben zu sein. Aber doch nicht so“, sagte er am Mittwoch bei der DTM-Pressekonferenz, als ihm das Foto von 2017 gezeigt wurde, auf dem spektakulär zu sehen ist, wie di Grassis Auto zwischen all den verbeulten Boliden auf dem Fahrzeug von Marco Wittmann gelandet war. „Das war ein Desaster für mich.“

„Extrem schwierig, da mitten in der Saison reinzuhüpfen“

Entsprechend demütig geht di Grassi seine Rückkehr in den klassischen Tourenwagen-Rennsport mit Verbrennermotoren an. „Ich will mich nur an das Auto gewöhnen und die Fahrer nicht behindern, die noch um den Titel mitfahren. Ein konkretes Ziel habe ich nicht“, sagte der 37-Jährige. Gleichwohl freut er sich riesig, dass ihm Abt-Sportdirektor Thomas Biermaier ermöglichte, für die letzten vier Saisonrennen in ein DTM-Auto zu steigen. „Thomas fragte zum Spaß, ob ich nicht DTM fahren möchte. Und ich sagte: Wenn du mir genug zahlst, fahr ich alles.“

Dass daraus später Ernst wurde, sei fantastisch. Es zeige die tiefe Verbundenheit zwischen mir und Abt Sportsline – auch wenn die Partnerschaft in der Formel E nach sieben Jahren zu Ende ging und der Brasilianer künftig für das Team Venturi starten wird. Nach den ersten Trainings sagte di Grassi: „Es ist schön, in der DTM so viele alte Gesichter zu sehen. Einige haben ganz schön viel graue Haare bekommen.“ Für ihn sei es extrem schwierig, „da mitten in der Saison reinzuhüpfen“. Es sei eine komplett andere Fahrtechnik. „ABS, Traktionskontrolle, Schalten – das sind alles Dinge, die ich gar nicht mehr gewohnt bin.“ Das vorletzte Rennwochenende der Saison steht für Abt aber nicht nur im Zeichen des di-Grassi-Einsatzes. Sportlich geht es noch um jede Menge: Kelvin van der Linde ist noch mittendrin im Titelkampf.

Entscheidung am liebsten auf den Norisring vertagen

Der 25-jährige gebürtige Südafrikaner hat als Tabellendritter 15 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Liam Lawson aus Neuseeland im Ferrari. 112 Punkte werden an den letzten beiden Rennwochenenden der spannenden DTM-Saison 2021 noch vergeben. Für das Abt-Team und Kelvin van der Linde geht es in Hockenheim darum, die Meisterschaft offen zu halten und die Titelentscheidung auf den Norisring zu vertagen. Dabei helfen soll der enorme Erfahrungsschatz aus 22 Jahren DTM und vielen großen Erfolgen auf dem Hockenheimring. Van der Linde sagt: „Es wird ganz sicher ein spannendes, stressiges Wochenende, bei dem man im Titelkampf gute Nerven braucht. Ich glaube, wir sind bei Abt Sportsline gut aufgestellt und vorbereitet. Wir geben alles, damit es hoffentlich in beiden Rennen ein Podium wird.“

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