Radfahren im Allgäu

Elektro-Bike: Sieben Tipps von einem Allgäuer Experten - einige dürften Sie überraschen

Rauf aufs Elektro-Bike: Im Frühjahr starten viele zu Touren mit einem Pedelec, bei dem ein elektronischer Motor den Radler beim Treten in die Pedale unterstützt - bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 25 Kilometern pro Stunde. Josef Böck von ADFC gibt Tipps.

Rauf aufs Elektro-Bike: Im Frühjahr starten viele zu Touren mit einem Pedelec, bei dem ein elektronischer Motor den Radler beim Treten in die Pedale unterstützt - bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 25 Kilometern pro Stunde. Josef Böck von ADFC gibt Tipps.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Rauf aufs Elektro-Bike: Im Frühjahr starten viele zu Touren mit einem Pedelec, bei dem ein elektronischer Motor den Radler beim Treten in die Pedale unterstützt - bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 25 Kilometern pro Stunde. Josef Böck von ADFC gibt Tipps.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Im Frühjahr wollen viele Allgäuer ein neues E-Bike kaufen. Was ist zu beachten? Wie pflegt man den Akku? ADFC-Experte Josef Böck gibt Ratschläge.
21.03.2022 | Stand: 18:25 Uhr

Immer mehr Allgäuer schwingen sich auf ein Elektro-Bike. Der Trend zum Pedelec, dessen Elektromotor den Radler beim Treten bis 25 Kilometer pro Stunde unterstützt, hält auch in diesem Frühjahr unvermindert an, wie Händler berichten. Zu Tipps rund um Kauf, Wartung und Pflege haben wir Experte Josef Böck aus Kempten befragt. Der 62-Jährige ist Fahrsicherheitstrainer beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC).

  • Auf Qualität beim Kauf achten "Für ein gutes, neues Elektro-Bike muss man mit Kosten von mindestens 2000 Euro planen. Bei Neu-Rädern, die deutlich unter diesem Preis liegen, höre ich immer wieder Klagen über raschen Verschleiß oder technische Defekte. Orientierung beim Kauf bieten Tests der Stiftung Warentest oder der örtliche ADFC."
  • Geld sparen "Wer sich für ein Vorjahresmodell oder ein gebrauchte Pedelec entscheidet, kann die Kosten reduzieren. Auch der Blick auf die Wattstunden (Wh) lohnt sich. Eine höhere Wh-Zahl bedeutet eine längere Reichweite. Ein 500 Wh-Akku reicht für Stadtfahrten oder kleinere Touren um die 50 Kilometer im Allgäu völlig aus. Da muss es nicht gleich ein teurer 750 Wh-Akku für Langstrecken sein, mit dem sich laut Herstellern um die 130 Kilometer am Stück zurücklegen lassen."
(Lesen Sie auch: Fahrrad-Kauf im Allgäu: Das müssen Kunden jetzt wissen)
  • Handbremsen wählen "Speziell bei Senioren erlebe ich immer wieder, dass sie ein Pedelec mit einer Rücktrittsbremse kaufen. Motto: „Die kenne ich noch von früher.“ Die Rücktrittsbremse ist jedoch technisch veraltet. Wirksamer sind zwei hydraulische Handbremsen. Wer sich an die Umstellung erst gewöhnen muss, dem empfehle ich einen Sicherheitskurs."
  • Akku richtig laden "Die Akku-Kapazität lässt sich positiv beeinflussen, wenn man ihn nicht voll auflädt und entleert. Ein Ladezustand von 20 bis 80 Prozent ist empfehlenswert. Idealerweise liegt die Raumtemperatur beim Laden bei 10 bis 20 Grad Celsius. Der Akku sollte bei diesem Vorgang auf keinen Fall direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Explosionsgefahr! Brennbare Unterlagen sind aus Sicherheitsgründen zu vermeiden, am besten eignen sich Metall oder Stahl."

(Lesen Sie auch: Kurios: Fahrrad wird in Berlin gestohlen und im Unterallgäu gefunden)

  • Akku richtig lagern "Wer sein Pedelec mehrere Tage nicht im Betrieb hat, sollte darauf achten, dass der Akku nicht leer ist. Zudem sollte der Akku nicht längere Zeit Temperaturen unter 10 Grad ausgesetzt sein, schon gar keinem Frost! Lieber den Akku abnehmen und im frostfreien Keller oder in der Garage verstauen."
  • Auf runden Tritt achten "Je mehr der Motor leisten muss, desto mehr Energie verbraucht er. Die Folge: Der Akkustand sinkt schneller. Im Im Eco-Modus hilft der Motor nur minimal mit, im Turbo-Modus maximal. Häufiges Anfahren und Bremsen ist wie beim Auto weniger wirtschaftlich. Besser ist es mit gleichmäßiger Geschwindigkeit und einem runden Tritt zu fahren."
  • Akku richtig entsorgen "Falls der Akku streikt: Die Reparatur gehört aus Sicherheitsgründen in fachmännische Hände. Laien sollten am Akku nicht herumschrauben! Ist das Gerät endgültig kaputt (häufig nach 500 bis 700 Voll-Ladezyklen) wird es kostenfrei beim Händler zurückgenommen. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet. Wegen Brandgefahr sollte ein verbrauchter Akku niemals im Hausmüll entsorgt werden. Aus dem selben Grund wird er auch auf Wertstoffhöfen nicht angenommen."

Info: Der ADFC bietet verschiedene Sicherheitskurse an, zum Beispiel für Pedelecfahrer über 50 Jahren am 9. und 10 April in Kempten. Mehr dazu: www.adfc-kempten.de

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