Wettbewerb beim Jazzfrühling

Ein Duo gewinnt beim Kemptener Jazzfrühling den Förderpreis

Jazzfrühling Wettbewerb Sieger

Sie haben den Förderpreis des Bayerischen Jazzverbands gewonnen: Sänger Kilian Sladek, begleitet von Pianist Theodor Kollross.

Bild: Peter Hausner

Sie haben den Förderpreis des Bayerischen Jazzverbands gewonnen: Sänger Kilian Sladek, begleitet von Pianist Theodor Kollross.

Bild: Peter Hausner

Sänger Kilian Sladek und Pianist Theodor Kollross beeindrucken die Wettbewerbs-Jury: Sie erhalten beim Jazzfrühling den Förderpreis des Bayerischen Jazzverbands.
29.04.2021 | Stand: 16:03 Uhr

Den Wettbewerb beim Kemptener Jazzfrühling hat das Kilian Sladek Duo aus München gewonnen. Eigentlich wollte Sladek mit seinem Quartett teilnehmen. Da sich Bassist Thomas Ganzenmüller jedoch ein Bein gebrochen hatte, trat Sladek kurzerhand zusammen mit dem Pianisten Theodor Kollross im Duo auf. Das Zweier-Gespann überzeugte die fünfköpfige Jury. Die Juroren zeichneten eine Band aus, die den Fokus ganz auf die Stimme legt.

Verblüffend: Kilian Sladek lässt die Stimme wie ein Instrument klingen

Kilian Sladek lernte ursprünglich Trompete, doch nach fünf Jahren in der Bayrischen Chorakademie entdeckte er den Gesang für sich. Seine Stimme setzt er – meist ohne Text – wie ein eigenständiges und gleichwertiges Instrument ein. Er bewegt sich fließend aus dem Beatboxing in den Scat-Gesang. Florian Oppenrieder vom Bayerischen Jazzverband, der diesen Förderpreis vergibt, begründet die knappe Entscheidung für Kilian Sladek so: „Er hat sich getraut, Moderne mit Tradition zu verbinden. Was mir sehr gut gefallen hat: Er hat chinesische Skalen in einem Bebop-Setting präsentiert.“

Das Duo gewinnt eine Tour durch zehn bayerische Jazzclubs

In seinem Stück „Mao Tai“ verarbeitet der Sänger, Komponist und Textautor aus München seine Hörerlebnisse in Peking. Er stellt die extreme Schnelllebigkeit der Innenstadt den ruhigeren Außenbezirken gegenüber. Der erste Preis für das Kilian Sladek Duo ermöglicht ihm eine Tour durch zehn bayerische Jazzclubs. Wenn die Pandemie vorbei ist, sind Auftritte für die Musiker also schon sicher.

Die anderen Bands teilen sich das Preisgeld auf

Auf den mit 1000 Euro dotierten zweiten Platz schaffte es das Lukas Langguth Trio aus Nürnberg mit dem Namensgeber am Flügel. Es überzeugte mit spannungsreichen Kompositionen und rhythmisch-klanglicher Verdichtung, die sich bis ins Orchestrale aufschwingt. Minimalistische Elemente wechselten mit virtuosen Melodieauflösungen. Die feinen Details ihrer Arrangements rutschten nie ins Beliebige ab.

Platz drei (500 Euro) belegt das in Nürnberg gegründete Lukas Diller Quartett. Jurymitglied Oliver Hochkeppel lobt die Reife der Band, die sehr gut harmoniere. Beim Quartett „Die Therapie“ aus Berlin (Platz vier) hätte sich Jurymitglied Stephanie Boltz mehr Mut gewünscht.

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Die Musiker zeigen sich jedoch sehr zufrieden, unter 20 Bewerbern ausgewählt worden zu sein und auftreten zu können, auch wenn das Publikum nur online zusehen konnte. Saxofonist Lukas Diller: „Wir sind wahnsinnig froh, mal wieder Musik machen zu dürfen. Das ist für mich schon der Hauptgewinn.“ Das Preisgeld warfen die Bands auf Platz zwei bis vier übrigens später zusammen und verteilten es gleichmäßig.