Tierwelt

Eine Studie belegt: Die meisten Schüler kennen Vögel kaum mehr

Blaumeise

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Bild: Fotos: Rosl Roessner, Frank Derer, Erich Obster, Gunther Zieger und Max Kugler (alle LBV-Archiv)

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Bild: Fotos: Rosl Roessner, Frank Derer, Erich Obster, Gunther Zieger und Max Kugler (alle LBV-Archiv)

Die Memminger Diplom-Biologin Monika Schirutschke sagt: „Aber auch die Generation ihrer Eltern ist nicht viel besser aufgestellt
16.04.2021 | Stand: 19:13 Uhr

Wenn es um das Bestimmen heimischer Singvögel geht, dann versagen Bayerns Gymnasiasten kläglich. Das geht aus einer Studie des Instituts für Didaktik der Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München hervor. An der Studie teilgenommen hatten 2000 Gymnasiasten im Freistaat zwischen zehn und 19 Jahren Im Schnitt konnten sie nur fünf von 15 Singvögeln richtig benennen. Innerhalb eines Jahrzehnts habe die Artenkenntnis um fast 20 Prozent abgenommen, sagt Thomas Gerl, Leiter der Studie „Biodiversität im Schulalltag“ (BISA). Monika Schirutschke, ist in der Bezirksgeschäftsstelle Schwaben des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) in Memmingen für die Umweltbildung zuständig. Sie möchte nicht nur Kinder und Jugendliche an die Natur heranführen, sondern arbeitet auch mit Senioren. Das Ergebnis der Studie hat sie nicht sonderlich überrasch: „Es schwindet nicht nur die Vielfalt der Natur, sondern auch das Wissen über die Vielfalt“, sagt sie. Diese Erfahrung macht nach ihren Worten der Landesbund für Vogelschutz immer wieder bei Kontakten mit Kindern und Jugendlichen.

Der Erlenzeisig ist gänzlich unbekannt

Laut Studie wurden von den Gymnasiasten Amsel, Rotkehlchen und Blaumeise noch am häufigsten erkannt, der Erlenzeisig war den meisten gänzlich unbekannt. Wissenschaftler Thomas Gerl bezeichnet das Studienergebnis als alarmierend: „Artenkenntnis gehört auf die Rote Liste des bedrohten Allgemeinwissens“, sagt er.

Diplom-Biologin Schirutschke ist überzeugt, dass auch die Eltern in Sachen Artenkenntnis nicht viel besser aufgestellt sind. Das Wissen um die heimischen Singvögel verschwinde von Generation zu Generation immer mehr. Zudem bemängelt sie, dass vor einigen Jahren das Thema Vögel aus dem Grundschullehrplan gestrichen worden sei. Der LBV hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen die Natur näher zu bringen und ihnen Zusammenhänge zu vermitteln. „So vermitteln wir nicht nur Artenkenntnis, sondern wollen auch aufzeigen, welchen Einfluss unser Verhalten auf die Vielfalt in der Natur hat“, sagt Schirutschke.

Neue digitale Plattform

Eltern müssten nicht zwingend die großen Artenkenner sein, sagt die Biologin. Viel mehr zähle das gemeinsame Erlebnis mit den Kindern. Das könne gelingen, wenn man gemeinsam beim Wochenendausflug nicht nur das Ziel vor Augen hat, beispielsweise einen See, einen Berg oder eine Wirtschaft. Die Umweltpädagogin empfiehlt Eltern, sich auch Zeit für die kleinen und großen Entdeckungen am Wegesrand zu nehmen. Hilfreich kann dabei eine neue digitale Plattform des LBV sein, die vom bayerischen Umweltministerium finanziert wird.

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