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Eishockey: Große Enttäuschung über Absage der Frauen-Weltmeisterschaft

Die Eishockey-Welt ist eine Scheibe, und zwar aus schwarzem Hartgummi. Die Nationalspielerinnen des ECDC wollten damit in Kanada auf Torejagd gehen. Doch dann wurde die WM einen Tag vor ihrem Abflug abgesagt.

Die Eishockey-Welt ist eine Scheibe, und zwar aus schwarzem Hartgummi. Die Nationalspielerinnen des ECDC wollten damit in Kanada auf Torejagd gehen. Doch dann wurde die WM einen Tag vor ihrem Abflug abgesagt.

Bild: Rebhan

Die Eishockey-Welt ist eine Scheibe, und zwar aus schwarzem Hartgummi. Die Nationalspielerinnen des ECDC wollten damit in Kanada auf Torejagd gehen. Doch dann wurde die WM einen Tag vor ihrem Abflug abgesagt.

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Nach der Absage der WM in Kanada zeigen sich Nationalspielerinnen des ECDC geknickt. Wie sie versuchen, mit der Situation umzugehen.
23.04.2021 | Stand: 18:33 Uhr

„Unsere Koffer waren schon gepackt, da es am nächsten Morgen direkt in Richtung Flughafen gehen sollte. Und auf einmal wurde uns am späten Nachmittag die Hiobsbotschaft verkündet.“ Eishockey-Nationalspielerin Carina Strobel vom ECDC Memmingen war fassungslos, als jetzt die Nachricht von der Absage der Weltmeisterschaft in Kanada wie ein Blitz aus heiterem Himmel einschlug.

Die 23-jährige Verteidigerin sagte: „Mit einer so kurzfristigen Absage der WM hat keiner mehr gerechnet. Es ist sehr frustrierend, wenn man so viel harte Arbeit in die Vorbereitung steckt, die zur derzeitigen Lage auch mit viel Verzicht verbunden war.“ Für Carina Strobel „ist es ehrlich gesagt noch etwas schwer zu realisieren, dass ich jetzt zu Hause und nicht im Flieger nach Kanada sitze. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis ich die Situation verdaut habe.“

Carina Strobel konzentriert sich auf Olympia-Qualifikation

In den kommenden Wochen werde sie nun erst einmal versuchen abzuschalten und den Kopf freizubekommen, so Strobel. Und dann werde sie ihren Fokus auf die Vorbereitung zur anstehenden Olympia-Qualifikation richten.

Strobels Mannschaftskollegin Jenny Harß geht es nicht viel besser. Die 33-jährige Nationaltorhüterin, die in der zurückliegenden Saison sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern des ECDC Memmingen zwischen den Pfosten stand, sagte: "Alle Spielerinnen haben sehr viel investiert und aufgrund der Corona-Situation auf einiges verzichtet. Deswegen sind wir natürlich sehr enttäuscht über die kurzfristige Absage.“

Daria Gleißner, Kapitänin des ECDC, ringt um Worte

Um Worte rang auch Nationalspielerin Daria Gleißner, Kapitänin des Indians-Bundesligateams, nachdem sie von der WM-Absage erfahren hatte: „Wie ich mich fühle, darüber kann ich nicht viel sagen, weil ich tatsächlich noch ein bisschen emotionslos bin, natürlich enttäuscht. Wir haben in den letzten Wochen sehr hart und intensiv trainiert, enorm viel Zeit und Emotionen in die Vorbereitung gesteckt und auf viele Dinge verzichtet.“ In sportlicher Hinsicht sei es „superschade, aber wer weiß, für was es gut war“, sagte Gleißner. Die 27-Jährige beschrieb mit eindringlichen Worten, wie die Nationalmannschaft von der kurzfristigen und völlig überraschenden Absage der Weltmeisterschaft erfuhr: „Es wurde ein ziemlich spontanes Team-Meeting angesetzt.“ Ihr sei gleich klar gewesen, dass etwas Wichtiges passiert sein musste.

Nationaltrainerin Franziska Busch gibt allen zehn Minuten Zeit

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Denn Nationaltrainerin Franziska Busch habe den Spielerinnen mitgeteilt, dass sie sich alle spätestens zehn Minuten später zum Meeting einfinden müssten. Was sie dann erfuhr, konnte Gleißner kaum glauben: „Mit einer Absage habe ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr gerechnet. 24 Stunden später wären wir in der Luft gewesen. Wir hatten alles schon gepackt. Es ist einfach unfassbar enttäuschend und frustrierend für uns. Denn wir hatten eine lange, intensive Vorbereitung.“

Gleißner sagte enttäuscht: „Ich werde ein paar Tage brauchen, um das zu realisieren.“ Sie richtete ihren Blick aber auch gleich wieder nach vorne: „Ich werde mich jetzt bei meiner Familie und Freunden melden, die in letzter Zeit nicht viel von mir gehört haben. Und danach werde ich auf das nächste Ziel hin trainieren.“

Peter Gemsjäger vom ECDC: „Das ist eine ganz bittere Pille“

Doch nicht nur die Spielerinnen waren am Boden zerstört. Auch Peter Gemsjäger, ECDC-Teammanager und ehemaliger Funktionär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), konnte es kaum fassen: „Das ist eine ganz bittere Pille für unsere Nationalspielerinnen, die in den vergangenen vier Wochen sehr hart dafür trainiert haben. Die WM-Vorbereitung in Füssen fand unter strengsten Hygienemaßnahmen statt und war sicher alles andere als einfach für die Athletinnen. Die Absage einen Tag nach der endgültigen Nominierung und nicht mal 24 Stunden vor dem Abflug nach Kanada zu bekommen, das müssen die Spielerinnen erst mal verdauen. Ob der Weltverband es jetzt tatsächlich schafft, die Weltmeisterschaft im Sommer nachzuholen, bleibt abzuwarten.“

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