Podium

Jugend von heute gibt Impulse für morgen

Auf dem Podium saßen von links: Carolin Smarzoch (Numbat GmbH), Julius Bernhardt (Stadtrat Kempten), Erna-Kathrein Groll (3. Bürgermeisterin Kempten) und Michael Lucke (Geschäftsführer der Allgäuer Überlandwerke).

Auf dem Podium saßen von links: Carolin Smarzoch (Numbat GmbH), Julius Bernhardt (Stadtrat Kempten), Erna-Kathrein Groll (3. Bürgermeisterin Kempten) und Michael Lucke (Geschäftsführer der Allgäuer Überlandwerke).

Bild: Ralf Lienert

Auf dem Podium saßen von links: Carolin Smarzoch (Numbat GmbH), Julius Bernhardt (Stadtrat Kempten), Erna-Kathrein Groll (3. Bürgermeisterin Kempten) und Michael Lucke (Geschäftsführer der Allgäuer Überlandwerke).

Bild: Ralf Lienert

Die Diskussionsrunde „Energie trifft Zukunft“ zeigt: Nahverkehr und Energiewende bewegen Schüler im Allgäu. Ein Thema soll nun im Stadtrat diskutiert werden.
06.05.2022 | Stand: 18:56 Uhr

Öffentlicher Nahverkehr und Energiewende: Diese beiden Themen lagen den Schülerinnen und Schülern besonders am Herzen bei der Diskussionsrunde in der Turbinenhalle der Allgäuer Überlandwerke (AÜW). Die Veranstaltung von Allgäuer Zeitung und AÜW stand unter dem Motto „Energie trifft Zukunft“.

Und gerade das Bus- und Bahn-Angebot in den ländlichen Teilen der Region war nach der Einleitung durch AZ-Redaktionsleiter Uli Hagemeier im Fokus der Zuschauerfragen. „Ich komme mit dem Zug zur Schule nach Kempten. Das geht aber auch nur, weil ich direkt in Nesselwang wohne“, sagte ein Ostallgäuer, der die Staatliche Berufsschule besucht. Menschen, die abgelegener wohnen, hätten es noch deutlich schwerer, ergänzte der 21-Jährige. (Auch interessant: 9-Euro-Ticket im Allgäu - Schadet es mehr als es nutzt?)

Nahverkehr bewegt die Jugend im Allgäu: Sind Park and Ride-Plätze die Lösung?

Sein Vorschlag: Park and Ride-Plätze, die den Verkehr aus ländlichen Gegenden bündeln. Von dort könne man dann bei einem gut ausgebauten Nahverkehrsnetz mit Bus oder Bahn in die Stadt fahren. Ein Vorschlag, den der Podiumsgast und Kemptener Stadtrat Julius Bernhardt (22) nur als Notlösung ansieht. Bernhardt sitzt für FutureForKempten in dem Gremium und studiert in Stuttgart Verkehrsingenieurwesen.

Julius Bernhardt von FutureForKempten.
Julius Bernhardt von FutureForKempten.
Bild: Ralf Lienert

Er sagt dazu: „Wer sich ins Auto setzt, um in die Stadt zu kommen, will nicht mehr umsteigen. Das Ziel muss sein, mit dem ÖPNV direkt in die Stadt zu gelangen.“ Da es aber nicht möglich sei, im ganzen Allgäu ein attraktives Nahverkehrs-Angebot auszubauen, könne er sich eine solche Option höchstens für kleinere Orte und Weiler vorstellen.

Günstig Parken und Busticket selber zahlen: Schüler üben Kritik

Wenig Verständnis brachte eine Jugendliche aus dem Publikum für die Entscheidung auf, dass Schüler ab der 11. Klasse ihr Busticket selbst bezahlen müssten. Erna-Kathrein Groll (Grüne), Dritte Bürgermeisterin von Kempten, kritisierte diese Entscheidung ebenso und versprach, im Stadtrat über mögliche Kompensationen zu sprechen. (Lesen Sie auch: Aus neuer Sackgasse kommt Kritik an der Umweltspur)

Erna-Kathrein Groll (Grüne), Dritte Bürgermeisterin in Kempten.
Erna-Kathrein Groll (Grüne), Dritte Bürgermeisterin in Kempten.
Bild: Ralf Lienert

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Ebenso ein Kritikpunkt der Schülerinnen und Schüler: zu günstiges Parken in der Stadt. Das setze Anreize für den Pkw – und nicht für den Nahverkehr. Bernhardt und Groll stimmten dem zu und monierten, dass manche Entscheidungsprozesse zu lange dauerten.

Neben Bus und Bahn im Allgäu: Energie in Zukunft großes Thema

Einen breiten Raum nahm auch die Zukunft der Energiegewinnung ein. Wie könne man beispielsweise den steigenden Energiebedarf decken, wo doch in jeder Batterie seltene Erden enthalten seien, fragte ein 16-jähriger Schüler des Kemptener Hildegardis-Gymnasiums. Carolin Smarzoch vom Allgäuer Batteriespeicher-Start-up Numbat vertraut dabei auf künftige Innovationen.

Carolin Smarzoch vom Allgäuer Start-up Numbat.
Carolin Smarzoch vom Allgäuer Start-up Numbat.
Bild: Ralf Lienert

Sie gehe davon aus, dass sich die Verwertung alter Batterien und Speicher weiter verbessern werde. Schon jetzt arbeite Numbat mit recycelten Akkus. AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke sagte hierzu: „Wir sind schon heute in der Lage, 98 Prozent eines Akkus wieder zu verwerten.“ Der Vorgang sei derzeit nur sehr teuer, doch in der Branche habe sich in den vergangenen Jahren viel getan. (Lesen Sie auch: Das würden Füssener mit dem 9-Euro-Ticket machen)

Der Austausch sei interessant gewesen, sagte eine Gruppe von Schülern der Mittelschule Sonthofen nach dem Event. „Das war eine prima Plattform, um unsere Meinungen an die Politiker heranzutragen“, schilderte ein anderer Schüler.

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