Wetter am Wochenende

Erst kräftiger Föhnsturm im Allgäu  - dann knackige Kaltfront

Typische Föhnstimmung über dem Grünten: Charakteristisch für Föhnwetterlagen ist die gute Fernsicht durch die trockene Luft.

Typische Föhnstimmung über dem Grünten: Charakteristisch für Föhnwetterlagen ist die gute Fernsicht durch die trockene Luft.

Bild: Michael Munkler

Typische Föhnstimmung über dem Grünten: Charakteristisch für Föhnwetterlagen ist die gute Fernsicht durch die trockene Luft.

Bild: Michael Munkler

Einen Föhnsturm gab es am Freitag. Dem warmen Fallwind soll am Samstag eine Kaltfront folgen, Sonntag wird es schön. Wie ein Föhn entsteht.
02.10.2020 | Stand: 17:45 Uhr

Ein kräftiger Föhn bläst derzeit in den Bergen und lässt den vergangenes Wochenende gefallenen Schnee (bis zu 60 Zentimeter im Allgäu!) weiter schmelzen. In der Bodenseeregion stieg das Quecksilber am Freitagnachmittag bis nahe 20 Grad, und selbst im knapp 1.000 Meter hoch gelegenen Hohenpeißenberg waren es noch über 15 Grad. Im Laufe des Abends soll der starke Föhnsturm noch zulegen.

In den Hochlagen der Allgäuer Alpen könnten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h erreicht werden, prognostizierte die Unwetterzentrale von Meteogroup. Bis zum Nachmittag wurden nicht über Schäden bekannt. Lesen Sie hierzu auch: Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturm und Orkanböen in den Alpen.

Römer haben schon Föhn untersucht

Schon die Römer beschäftigten sich mit den Ursachen des Föhns, der immer wieder als Grund für Kopfschmerzen, Unwohlsein und Abgeschlagenheit herhalten muss. (Lesen Sie auch: Was tun bei Kopfweh wegen Föhn? Ein Allgäuer Mediziner klärt auf) Meteorologen erklären die Entstehung des warmen Fallwinds so: Auf der Alpensüdseite steigt im Stau der Berge warme und sehr feuchte Luft auf, es kommt zu teils kräftigem Regen - wie am Freitag in Südtirol und Teilen Oberitaliens.

Nach dem Überqueren des Alpenhauptkamms in Richtung Norden erwärmt sich die inzwischen abgetrocknete Luft beim Absinken schneller als sie zuvor abkühlte. Dadurch sind die aus Süden ins Alpenvorland oft mit Stürmen einbrechenden Luftmassen viel wärmer als sie vor dem Abregnen und Überqueren des Gebirges waren.

Föhn im Frühjahr und Herbst am häufigsten

Föhn-Wetterlagen dauern im Allgäu meist ein bis vier Tage an und sind laut Statistik im Frühjahr und Herbst am häufigsten. Wenig beliebt ist der Föhn bei Bergwanderern und Wintersportlern: Der Sturm ist nicht nur unangenehm, sondern ab gewissen Geschwindigkeiten können auch Seilbahnen nicht mehr fahren.

Am Samstag soll uns eine Kaltfront überqueren, Sonntag dürfen wir uns auf trockenes und überwiegend sonniges Wetter freuen. Der Start in die neue Woche soll wieder wechselhafter werden.