Corona aktuell im Allgäu

Expertenrat legt Urteil vor: Wie sinnvoll waren die Maßnahmen?

Corona-Test

Corona-News aus dem Allgäu, Deutschland und der Welt: Wer ab 1. Juli einen Corona-Test braucht, muss im Regelfall dafür bezahlen.

Bild: Kira Hofmann, dpa

Corona-News aus dem Allgäu, Deutschland und der Welt: Wer ab 1. Juli einen Corona-Test braucht, muss im Regelfall dafür bezahlen.

Bild: Kira Hofmann, dpa

Der Expertenrat sagt: Masken wirken. Die meisten Bürgerinnen und Bürger müssen ab heute wieder für Corona-Tests bezahlen.. Der Newsblog.
01.07.2022 | Stand: 15:52 Uhr

<< Wir berichten in unserem Newsblog laufend über die aktuellen Corona-News im Allgäu und in der Welt. >>

Freitag, 1. Juli, 15.50 Uhr: Lauterbach: Bürgertests stehen weiter zur Verfügung

Trotz des Wirbels um die Abrechnung soll es nach Auskunft von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) weiter Corona-Bürgertests geben. Die Diskussionen änderten nichts daran, "dass die Bürgertests auch weiter zur Verfügung stehen", sagte Lauterbach am Freitag in Berlin.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die für die Abrechnungen zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen hatten am Donnerstag in einem Schreiben an Lauterbach erklärt, dass sie Bürgertestungen "zukünftig nicht mehr abrechnen und auszahlen können". KBV-Andreas Gassen hatte der "Bild"-Zeitung (Freitag) zudem gesagt: "Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden. Sie sind viel zu teuer, der bürokratische Aufwand ist riesig und die epidemiologische Aussagekraft ist Null."

Lauterbach sagte hingegen, die Tests seien sinnvoll. Er sei froh, dass sie nicht abgeschafft würden. "Die Bürgertests verhindern Infektionsketten", sagte der Minister. Die KBV habe ein berechtigtes Anliegen. Sie wolle Klarheit haben, wie die Neuregelung umzusetzen sei. "Wir werden in den nächsten Tagen zu guten Regelungen kommen", sagte er. "Hier geht es nur um Verbesserungen des administrativen Ablaufes."

Freitag, 1. Juli, 15.10 Uhr: Expertenkommission bewertet Pandemiemaßnahmen in Berlin

Schutzmaßnahmen wie das Maskentragen können nach Ansicht eines offiziellen Expertengremiums auch weiter gegen das Coronavirus hilfreich sein. Zugangsbeschränkungen nur für Getestete sehen die Expertinnen und Experten ebenfalls als mögliche sinnvolle Auflage an. Hinter vielen anderen bekannten Auflagen setzt der Sachverständigenausschuss, der seinen Bericht am Freitag in Berlin vorstellte, große Fragezeichen - denn mangels ausreichender Daten seien keine sicheren Bewertungen möglich.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Freitag, 1. Juli, 13.40 Uhr: Tests für Besucher kostenlos: Kliniken befürchten Chaos wegen Test-Bescheinigungen für Besucher

Wer einen Patienten im Krankenhaus besucht, kann sich weiterhin kostenlos auf Corona testen lassen. Doch die Kliniken befürchten ein großes Chaos.

Freitag, 1. Juli, 12.45 Uhr: Testzentrum Sonthofen: Ort und Zeiten ändern sich

Der Testort und die -zeiten des Testzentrums Sonthofen haben sich geändert. Die neuen Öffnungszeiten sind:

  • Montag, Mittwoch und Freitag: 11 bis 15 Uhr
  • Dienstag und Donnerstag: 14 bis 18Uhr

Der neue Testort ist das Impfzentrum Oberallgäu im Salzweg 24 in Sonthofen.

Freitag, 1. Juli, 11.50 Uhr: Sachverständige ziehen Bilanz zu Corona-Schutzmaßnahmen

Masken ja - aber nur wenn sie gut sitzen. Das ist eine der zentralen Aussagen des Sachverständigenausschusses, der die Corona-Maßnahmen in Deutschland bewerten sollte. Nun ist die Politik am Zug. Mehr dazu lesen Sie hier.

Freitag, 1. Juli, 9.45 Uhr: Russland hebt alle Corona-Beschränkungen auf

Russland hat unter Berufung auf eine verbesserte Pandemielage alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Wegen einer "weiter sinkenden Intensität der Epidemie" seien nun auch Maßnahmen wie die Maskenpflicht und das Verbot auf Nachtbetrieb in der Gastronomie landesweit außer Kraft gesetzt, teilte die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor nach einem Bericht der staatlichen Agentur Interfax am Freitag mit. Sollte sich die Lage wieder zuspitzen, sei eine Rückkehr zu den Beschränkungen möglich.

Viele russische Regionen hatten schon im Frühjahr viele Maßnahmen aufgehoben. Auch in der Hauptstadt Moskau ist das Tragen einer Maske im öffentlichen Nahverkehr bereits seit Wochen nicht mehr vorgeschrieben.

Nach offiziellen Angaben sind in Russland seit Ausbruch der Pandemie vor zwei Jahren mindestens 380 000 Menschen daran gestorben. Die Statistikbehörde Rosstat sprach Ende April in einer Mitteilung von annähernd 560 000 Toten. Schätzungen gehen von mehr als einer Million aus. Russland hat mehr als 144 Millionen Einwohner.

Freitag, 1. Juli, 6.45 Uhr: Kritik an Gebühr für Corona-Tests: Zu kurzfristig für viele bayrische Testzentren

Drei Euro sind seit heute für einen professionellen Corona-Abstrich fällig. Doch das kam für viele Zentren offenbar zu kurzfristig. Mehr dazu lesen Sie hier.

Freitag, 1. Juli, 6.07 Uhr: RKI registriert 113.099 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 682,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 682,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 668,6 gelegen (Vorwoche: 618,2; Vormonat: 207,0). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 113.099 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 108 190) und 84 Todesfälle (Vorwoche: 90) innerhalb eines Tages.

Die aktuellen Inzidenzwerte für das Allgäu finden Sie hier.

Donnerstag, 30. Juni, 20.54 Uhr: Kassenärzte: Können Bürgertests nicht mehr abrechnen und auszahlen

Die Kassenärzte gehen wegen der neuen Regelungen für Corona-Bürgertests auf die Barrikaden. In einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) teilten die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Landesvereinigungen am Donnerstag mit, dass sie Bürgertestungen "zukünftig nicht mehr abrechnen und auszahlen können." Über das Schreiben hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zuerst berichtet. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Kostenlose Tests gibt es seit Donnerstag nun nur noch für Risikogruppen und andere Ausnahmefälle. Für Tests etwa für Familienfeiern, Konzerte oder Treffen mit Menschen ab 60 werden drei Euro Zuzahlung fällig. Wer einen solchen Test will, muss unterschreiben, dass er zu diesem Zweck gemacht wird.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen kritisierten, dass sie vor Veröffentlichung der neuen Testverordnung nur 4 Stunden und 15 Minuten Zeit gehabt hätten, die neuen Regelungen zu kommentieren. Reaktionen habe es seitens des Ministeriums darauf nicht gegeben.

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte auf Anfrage am Donnerstagabend, man gehe davon aus, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen als Körperschaften des öffentlichen Rechts ihrem Auftrag zur Abrechnung und Stichprobenprüfung der Testzentren weiterhin nachkommen werden. "Im Dialog werden wir kurzfristig mit den KVen erörtern, wie die neuen Regeln unbürokratisch umzusetzen sind", sagte ein Sprecher.

Donnerstag, 30. Juni, 19.17 Uhr: Expertenkommission legt am Freitag Auswertung zu Pandemie-Maßnahmen vor

In der Debatte um den Corona-Kurs für den Herbst legt eine Expertenkommission am Freitag (12 Uhr ) eine Auswertung zu bisherigen staatlichen Beschränkungen vor. Die gesetzlich vorgegebene Evaluation soll vor allem die Vorgaben im Rahmen der mehrere Monate geltenden "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" beleuchten. Die Ampel-Koalition hat vereinbart, die wissenschaftliche Beurteilung abzuwarten, ehe über mögliche weitergehende Alltagsauflagen für den Herbst entschieden werden soll. Die Gesundheitsminister der Länder wollen sich noch am Freitag bei einer Sonderkonferenz positionieren.

Dem Sachverständigenausschuss, der je zur Hälfte von Bundesregierung und Bundestag besetzt wurde, gehören Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen an. Aus dem Gremium war signalisiert worden, dass in der Frist bis Ende Juni keine "Vollevaluation aller Maßnahmen" zu leisten sei. Zudem waren Erwartungen an Empfehlungen an die Politik gedämpft worden. In der Koalition pocht vor allem die FDP auf die Evaluation als Voraussetzung für weitere Schritte. Das Gremium ist nicht mit dem Expertenrat der Bundesregierung zu verwechseln, der schon mehrere Stellungnahmen zu anstehenden Entscheidungen vorlegte.

Donnerstag, 30. Juni, 19.05 Uhr: FDA bittet Impfstoffhersteller um Anpassung auf Omikron-Sublinien

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen darum gebeten, ihre bereits auf Omikron angepassten Vakzine auch in Hinblick auf die Sublinien BA.4 und BA.5 zu modifizieren. Das teilte die FDA am Donnerstag mit, nachdem sich ein Beratergremium am Dienstag dafür ausgesprochen hatte. Man hoffe darauf, dass diese Impfstoffe dann im Herbst als Booster einsatzbereit seien.

Vor wenigen Tagen hatten Hersteller aus ihrer Sicht positive klinische Daten zu veränderten Impfstoffen vorgelegt - die allerdings an die in Deutschland nicht mehr kursierende Omikron-Sublinie BA.1 angepasst sind. Den Herstellern zufolge regen sie auch eine effiziente Immunantwort gegen die neueren Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 an. Die FDA bat die Hersteller nun, diese Daten einzureichen und außerdem klinische Studien zu auf BA.4 und BA.5 angepasste Impfstoffe durchzuführen.

Donnerstag, 30. Juni, 14.18 Uhr: Bayern weiter gegen Erstattung der Bürgergebühr für Corona-Tests

Bayern lehnt die Co-Finanzierung des Bürgeranteils von drei Euro für Corona-Tests ab. "Der Bund hat entschieden, diese Gebühr einzuführen und muss dazu auch stehen. Diese Kosten an die Länder abzuwälzen, wird der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung durch die Pandemie nicht gerecht", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag in München. Er kündigte an, die seit diesem Donnerstag geltende neue Corona-Teststrategie bei der Sondersitzung der Gesundheitsminister (GMK) am Freitag thematisieren zu wollen.

"Wir Länder schultern bereits einen beträchtlichen Teil der finanziellen Last, die die Pandemie verursacht. Für Quarantäne und Isolation hat der Freistaat seit Beginn der Pandemie mehr als 200 Millionen Euro in die Hand genommen", sagte Holetschek. Allein in Bayern seien für die Tests in Schulen und Kitas rund 700 Millionen Euro ausgegeben worden. "Auch bei den Tests von Beschäftigten übernehmen wir Kosten. Dahingehend ist das Stimmungsbild unter den Ländern parteiübergreifend einhellig – aus gutem Grund."

Bayern lehnt die Co-Finanzierung des Bürgeranteils von drei Euro für Corona-Tests ab.
Bayern lehnt die Co-Finanzierung des Bürgeranteils von drei Euro für Corona-Tests ab.
Bild: Christophe Gateau, dpa (Symbolbild)

Donnerstag, 30. Juni, 11.57 Uhr: Betrügereien auch mit Corona-Hilfen bleiben auf hohem Niveau

Die Betrügereien mit staatlichen Corona-Hilfen und anderen Subventionen bleiben auf einem hohen Niveau. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte im vergangenen Jahr 7260 polizeilich erfassten Fälle von Subventionsbetrug, zu dem auch Delikte im Zusammenhang mit den Corona-Hilfen fallen. Der genaue Anteil wurde nicht mitgeteilt. Dabei gehe es etwa um die Verwendung gefälschter Ausweispapiere, die Nutzung gefälschter oder erfundener Personalien sowie Angaben von Privat- statt der erforderlichen Geschäftskonten, teilte das BKA am Donnerstag in Wiesbaden mit. Zu den Delikten zählten auch die Mehrfachbeantragung in verschiedenen Ländern sowie die Auszahlung auf ausländische Konten.

Die Ermittler gehen wie bei der gesamten Wirtschaftskriminalität auch bei den Betrügereien mit den Corona-Hilfen von einem erheblichen Dunkelfeld aus. Im Jahr 2020 waren beim Subventionsbetrug bundesweit 7585 Fälle gezählt worden. Insgesamt stiegen die polizeilich erfassten Fälle von Wirtschaftskriminalität im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 51 260 Delikte, teilte das BKA mit. Das ist der zweite Anstieg in Folge.

Donnerstag, 30. Juni, 11 Uhr: Bildungsministerin: Schulschließungen waren ein Fehler

Die Corona-Zahlen steigen wieder und gerade an Schulen gestaltet sich die Eindämmung der Pandemie schwierig. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat vor erneuten breiten Schulschließungen zur Eindämmung des Coronavirus gewarnt. "Im Ergebnis waren die flächendeckenden Schulschließungen ein Fehler, den wir nicht wiederholen dürfen", sagte die FDP-Politikerin im Rückblick auf die vergangenen zwei Pandemie-Jahre im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Mehr dazu lesen Sie hier.

Donnerstag, 30. Juni, 10 Uhr: Lauterbach verteidigt neue Regelung bei Corona-Bürgertests

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die neuen Regelungen für Corona-Bürgertests, die seit Donnerstag gelten, gegen Kritik verteidigt. "Die Tests sind wertvoll, sie sind wichtig", sagte Lauterbach im ZDF"Morgenmagazin". Allerdings seien die Kosten für die Steuerzahler für die bisher kostenlosen Tests zu hoch. Außerdem müsse der Missbrauch durch Testcenter eingegrenzt werden.

"Es gibt immer die Möglichkeit des Betrugs", räumte Lauterbach ein. Allerdings müssten die Teststellen nun dokumentieren, weshalb ein Test durchgeführt wurde. Über Stichproben sei es dann möglich, dies nachzuprüfen und so Missbrauch vorzubeugen, betonte der Minister.

Donnerstag, 30. Juni, 7.30 Uhr: Inzidenzwerte im Allgäu steigen fast überall

Auch im Allgäu setzt sich der bundesweite Trend fort: Die Inzidenzwerte steigen fast überall. Das Ostallgäu hat mit 618,0 die höchste 7-Tage-Inzidenz in der Region. Die niedrigste hat Memmingen mit 362,9. Alle Inzidenz-Werte im Detail hier.

Donnerstag, 30. Juni, 6.50 Uhr: BRK: Freistaat soll Corona-Testgebühr zahlen

Das Bayerische Rote Kreuz hat den Freistaat Bayern aufgefordert, bei Corona-Tests für die Bürger deren Eigenanteil in Höhe von 3 Euro zu übernehmen. BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk sagte in München: "Es dürfen keine Hürden aufgebaut werden, die eine Eindämmung des Infektionsgeschehen weiter erschweren." Das aber geschehe mit der neuen Testverordnung. Wie die Selbstauskünfte, die zu einem professionellen Schnelltest berechtigen, zu dokumentieren seien, bleibe unklar.

Donnerstag, 30. Juni, 6.15 Uhr: Corona-Tests ab jetzt für viele nicht mehr kostenlos

Für einen Corona-Schnelltest müssen die meisten Menschen jetzt selbst zahlen. Kostenlose "Bürgertests" gibt es von Donnerstag an nur noch für Risikogruppen sowie für Menschen, die mit besonders gefährdeten Gruppen zu tun haben und für diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Das sieht eine neue Testverordnung vor. Mehr dazu lesen Sie hier.

Donnerstag, 30. Juni, 6 Uhr: RKI registriert 132.671 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 668,6

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 668,6 angegeben. Das geht aus den aktuellen RKI-Zahlen hervor.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 646,3 gelegen (Vorwoche: 532,9; Vormonat: 189,0). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 132.671 Corona-Neuinfektionen und 83 Todesfälle innerhalb eines Tages. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.180.861 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mittwoch, 29. Juni, 19.04 Uhr: Überdosis auf der Coronastation: Arzt erneut verurteilt

Das Essener Landgericht hat am Mittwoch einen Arzt wegen versuchten Totschlags zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mediziner soll im Jahr 2020 zwei Corona-Patienten, die bereits im Sterben lagen, jeweils eine Überdosis von sedierenden und schmerzstillenden Medikamenten verabreicht haben. Da der Tod der beiden Männer aus Sicht der Richter aber auf jeden Fall eingetreten wäre, erkannten sie kein vollendetes Tötungsdelikt. Der Angeklagte hatte im Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen.

Derselbe Arzt war bereits im November 2021 vom Essener Landgericht wegen Totschlags ebenfalls zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. In dem damaligen Prozess ging es um den Fall eines niederländischen Corona-Patienten, dem der Mediziner eine Überdosis Kaliumchlorid verabreicht haben soll, um ihn von seinem Leiden zu erlösen.

Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Erst nach der Rechtskraft kann ein Gericht aus den Einzelstrafen noch eine Gesamtstrafe bilden.

Mittwoch, 29. Juni, 18.47 Uhr: Corona-Tests ab Donnerstag für viele nicht mehr kostenlos

Für einen Corona-Schnelltest müssen die meisten Menschen jetzt selbst zahlen. Kostenlose "Bürgertests" gibt es ab diesem Donnerstag nur noch für Risikogruppen, für Menschen, die mit besonders gefährdeten Gruppen zu tun haben und für diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Das sieht eine neue Testverordnung vor.

Weiterhin Anspruch haben etwa Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel, Kinder bis fünf Jahre, Haushaltsangehörige von Infizierten, pflegende Angehörige, Menschen mit Behinderung und deren Betreuer oder Bewohner und Besucher von Pflegeheimen, Kliniken oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Für Tests anlässlich von Familienfeiern, Konzerten und anderen Innenveranstaltungen werden drei Euro Zuzahlung fällig. Das gilt auch bei roter Corona-Warnapp oder vor privaten Treffen mit Menschen ab 60 oder mit Vorerkrankung außerhalb von Kliniken oder Pflegeeinrichtungen.

Hintergrund für die Einschränkungen sind die Kosten: Für die Bürgertests wurden zuletzt nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine Milliarde Euro pro Monat ausgegeben.

Die Corona-Tests sind ab Donnerstag nicht mehr für alle kostenlos.
Die Corona-Tests sind ab Donnerstag nicht mehr für alle kostenlos.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Mittwoch, 29. Juni, 16.47 Uhr: Bayern setzt auf unkomplizierte Nachweise für kostenlose Corona-Tests

Bayern will die Nachweispflicht für kostenlose Corona-Tests für pflegende Angehörige ohne große Auflagen umsetzen. "Wichtig ist auch, dass nun den Menschen, die Anspruch auf einen kostenlosen Test haben, keine Steine in den Weg gelegt werden. Die Regelung muss deshalb so unbürokratisch wie möglich umgesetzt werden", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch in München. Bayern setze auf "möglichst niedrigschwellige Nachweise".

Zugleich lobte Holetschek, dass die Bundesregierung anders als zunächst geplant pflegenden Angehörigen und Menschen mit Behinderungen weiterhin kostenlose Tests ermögliche. Es sei erfreulich, dass die Bundesregierung der bayerischen Forderung nachgegeben habe. "Das entlastet die pflegenden Angehörigen."

Die neue Corona-Testverordnung, die kostenlose Tests deutlich einschränkt, wurde am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie tritt "am Tag nach der Verkündung", also am Donnerstag, in Kraft. Ein Ministeriumssprecher hatte das Datum des Inkrafttretens, 30. Juni, zuvor auch noch einmal ausdrücklich bestätigt.

Unter anderem wegen der enorm hohen Kosten gibt es Gratis-Schnelltests künftig nur noch für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Für andere werden drei Euro Zuzahlung fällig.

Mittwoch, 29. Juni, 16.16 Uhr: Kostenlose Corona-Tests auch für pflegende Angehörige

Kostenlose Corona-Schnelltests soll es künftig weiterhin auch für pflegende Angehörige und Menschen mit Behinderung sowie deren Betreuer geben. Das teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Mittwoch mit. "Damit erweitern wir den Kreis der Anspruchsberechtigten, behalten aber das Kriterium dafür bei: Wir schützen Risikogruppen durch kostenlose Bürgertests", sagte der SPD-Politiker.

Die neue Corona-Testverordnung, die kostenlose Tests deutlich einschränkt, wurde am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht und zuvor nach Angaben des Ministeriums noch um die oben genannten Punkte ergänzt. Sie tritt "am Tag nach der Verkündung", also am Donnerstag, in Kraft. Ein Ministeriumssprecher hatte das Datum des Inkrafttretens, 30. Juni, zuvor auch noch einmal ausdrücklich bestätigt.

Unter anderem wegen der enorm hohen Kosten gibt es Gratis-Schnelltests künftig nur noch für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Für andere werden drei Euro Zuzahlung fällig.

Mittwoch, 29. Juni, 15.52 Uhr: Medienberichte: Querdenken-Gründer Michael Ballweg festgenommen

Medienberichten zufolge wurde der Gründer der sogenannten Querdenken-Bewegung Michael Ballweg am Mittwoch festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihm und einem weiteren Verdächtigen Geldwäsche und Betrug vor. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit Spenden, die Ballweg in der Querdenken-Szene eingesammelt hat. Am Mittwochvormittag wurden offenbar die Wohnung und Geschäftsräume des 47-Jährigen durchsucht. Zuerst hatte t-online berichtet.

Mittwoch, 29. Juni, 12.15 Uhr: Aiwanger hat Corona - milde Symptome

Die Corona-Sommerwelle hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger getroffen: Der Freie Wähler-Chef hat sich infiziert, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Aiwanger ist demnach aber nicht ernsthaft erkrankt und hat nur milde Symptome.

Aiwanger ist der vorerst letzte in einer langen Reihe von Ministern, der sich angesteckt hat. Am Dienstag nahm er noch an der Kabinettssitzung teil.

Der Wirtschaftsminister hatte sich auch als mutmaßlich letztes Kabinettsmitglied erst im Herbst vergangenen Jahres gegen Covid impfen lassen. Im April hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Reise nach Saudi-Arabien wegen einer Corona-Infektion absagen müssen. Bei Aiwanger fällt keine Auslandsreise flach, sondern ein geplanter Fernsehauftritt in der Sendung "Maischberger".

Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger hat Corona.
Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger hat Corona.
Bild: Ulrich Wagner

Mittwoch, 29. Juni, 11 Uhr: Virologe Drosten stellt nach Anfeindungen auf Zeltplatz Anzeige

Der prominente Virologe Christian Drosten hat wegen Beschimpfungen auf einem Zeltplatz an der Mecklenburgischen Seenplatte Anzeige bei der Polizei erstattet. Er habe gegen drei Dauercamper - zwei Frauen und ein Mann - Anzeige wegen Verleumdung gestellt, bestätigte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg. Zuerst hatte das Online-Portal "Wir sind Müritzer" darüber berichtet. Demnach sei Drosten unter anderem als Massenmörder beschimpft worden.

Die Polizeisprecherin wollte wegen laufender Ermittlungen zum Inhalt der Beschimpfungen nichts sagen. Der Vorfall habe sich am vergangenen Samstag am Ellbogensee, südlich der Müritz in der Grenzregion zu Brandenburg zugetragen. Drosten sei inzwischen wieder planmäßig abgereist. Der Wissenschaftler erlangte als Experte im Zuge der Corona-Pandemie deutschlandweite Bekanntheit. Er sah sich immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert, etwa von Kritikern von Impfungen und anderer Corona-Schutzmaßnahmen.

Mittwoch, 29. Juni, 8.40 Uhr: Drei Euro angemessen für Corona-Bürgertest? Deutsche sind gespalten

Die Einführung einer Kostenbeteiligung von drei Euro für Corona-Bürgertests trifft bei den Menschen auf ein gespaltenes Echo. 47 Prozent der Deutschen finden den Preis von drei Euro mit Ausnahme bestimmter Personengruppen für angemessen, 43 Prozent hingegen nicht, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. 10 Prozent machen keine Angabe.

Schnelltests auf Staats- und damit Steuerzahlerkosten an Teststationen oder in Apotheken soll es ab Donnerstag nur noch für bestimmte Risikogruppen geben. Andere müssen drei Euro zuzahlen. Darauf hatten sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) in der vergangenen Woche geeinigt. Lauterbach hatte die Entscheidung einerseits mit den hohen Kosten für den Bund begründet, zugleich aber erklärt, die Tests sollten effektiver eingesetzt werden.

Mittwoch, 29. Juni, 7.55 Uhr: Nach der Maskenpflicht kommt der Make-Up-Boom

Corona und die ungeschminkte Wahrheit: Kaum ist die FFP2-Maske gefallen, boomt der Make-up-Markt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mittwoch, 29. Juni, 6.15 Uhr: RKI registriert 133.950 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 646,3

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 646,3 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 635,8 gelegen (Vorwoche: 488,7; Vormonat: 196,2). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 133.950 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 119.232) und 175 Todesfälle (Vorwoche: 104) innerhalb eines Tages.

Die aktuellen Inzidenzwerte für das Allgäu finden Sie hier.

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Alle Entwicklungen vom 17. bis 28. Juni 2022 lesen Sie in Teil 115 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 3. bis 16. Juni 2022 lesen Sie in Teil 114 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 18. Mai bis 3. Juni lesen Sie im Teil 113 unseres unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu

Alle Entwicklungen vom 10. bis 18. Mai 2022 lesen Sie in Teil 112 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 27. April bis 9. Mai 2022 lesen Sie in Teil 111 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 11. bis 26. April 2022 lesen Sie in Teil 110 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 31. März bis 6. April 2022 lesen Sie in Teil 109 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 20. bis 30. März 2022 lesen Sie in Teil 108 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 13. bis 21. März 2022 lesen Sie in Teil 107 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 2. bis 12. März 2022 lesen Sie in Teil 106 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 22. Februar bis 01. März lesen Sie in Teil 105 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 14. bis 21. Februar 2022 lesen Sie in Teil 104 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 11. bis 13. Februar 2022 lesen Sie in Teil 103 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.

Alle Entwicklungen vom 4. bis 10. Februar 2022 lesen Sie in Teil 102 unseres Newsblogs zur Corona-Krise im Allgäu.