Kriminalität

Falsche Microsoft-Mitarbeiter betrügen Allgäuerin (65) um 35.000 Euro

Die Polizei sucht einen Mann, der Kinder in Buxheim verdächtig angesprochen haben soll.

Die Polizei sucht einen Mann, der Kinder in Buxheim verdächtig angesprochen haben soll.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Die Polizei sucht einen Mann, der Kinder in Buxheim verdächtig angesprochen haben soll.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Telefonbetrüger haben unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eine Seniorin um ihr Geld betrogen.
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Von Allgäuer Zeitung
20.07.2021 | Stand: 12:08 Uhr

Am Montag (19. Juli 2021) haben Telefonbetrüger erneut unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eine Seniorin um ihr Geld betrogen.

Mit einer perfiden Masche erlangten sie Zugriff auf den Computer der Frau.

Der Anrufer gab sich gegenüber der Seniorin als Mitarbeiter der Softwarefirma „Microsoft“ aus und überzeugte die Frau mit geschickter Gesprächsführung, dass alle Ihre Bankkonten gehackt wurden. Die 65-Jährige ließ sich dazu überreden, alle Ihre Kontodaten mitzuteilen. Über eines der Konten haben die Straftäter mittlerweile 35.000 Euro erlangt. In einer ersten Meldung war von 17.000 Euro die Rede.

Die Täter gehen bei der Masche immer gleich vor.

Die angeblichen - häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden - Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können.

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Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und können sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking ausspähen. Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern Sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen.

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Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. Sie fragen u.a. nach den Kreditkartendaten, oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten. Unter dem Vorwand die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie u.a. Zugriff auf weitere Zahlungsarten und fordern eine nochmalige Zahlung. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes (z.B. iTunes) für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

Im Schutzbereich des PP Schwaben Süd/West haben Anrufbetrüger mit der Microsoft-Masche in diesem Jahr schon in neun erfolgreichen Fällen rund 9.000 Euro ergaunert.