Ausflugsverkehr

Falschparker und Wildcamper im Allgäu: So schlimm war es diesen Sommer

Bislang gab es in diesem Jahr zwar weit weniger Falschparker und Wildcamper als noch 2020 in den Allgäuer Schutzgebieten, die Polizei hat zwischen Januar und August dennoch hunderte Verstöße registriert. Kommunale Ordnungsdienste entlasten die Polizeibeamten.

Bislang gab es in diesem Jahr zwar weit weniger Falschparker und Wildcamper als noch 2020 in den Allgäuer Schutzgebieten, die Polizei hat zwischen Januar und August dennoch hunderte Verstöße registriert. Kommunale Ordnungsdienste entlasten die Polizeibeamten.

Bild: Matthias Becker

Bislang gab es in diesem Jahr zwar weit weniger Falschparker und Wildcamper als noch 2020 in den Allgäuer Schutzgebieten, die Polizei hat zwischen Januar und August dennoch hunderte Verstöße registriert. Kommunale Ordnungsdienste entlasten die Polizeibeamten.

Bild: Matthias Becker

Vor allem 2020 sorgten Falschparker und Wildcamper im Allgäu für Ärger. Heuer bot der Sommer wenig Ausflugswetter - aber der Besucheransturm bleibt ein Problem.
06.09.2021 | Stand: 08:09 Uhr

2020 wurde das südliche Allgäu geradezu von einer Welle an Ausflüglern überrollt, in Schutzgebieten geparkte Autos und Wildcamper waren an der Tagesordnung. Diesen Sommer war es kühler – aber auch ruhiger?

Auch in diesem Jahr zählt die Polizei rund um Füssen eine hohe Zahl an Verstößen gegen das Naturschutzgesetz, die vor allem auf das Falschparken in Schutzgebieten entfallen. In den Bereichen der Dienststellen Füssen, Pfronten, Immenstadt, Oberstdorf, Oberstaufen, und Lindau gab es von Januar bis August knapp 1.100 Vergehen. Das ist jedoch eine große Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als im gleichen Zeitraum etwa 1.800 Verstöße registriert wurden.

„Voriges Jahr war der Druck ganz anders, auch weil die Grenze zu war“, sagt der Füssener Polizeichef Edmund Martin. Das Gebiet rund um die Königsschlösser bleibt jedoch ein Brennpunkt – in dem auch noch „normale“ Falschparker hinzukommen.

Wildcamper im Allgäu: Mehr als 500 Verstöße rund um Füssen

So wurden im Bereich der Polizeiinspektion Füssen von Januar bis August etwas mehr als 500 Verstöße gegen das Naturschutzgesetz registriert – ein deutlicher Rückgang gegenüber 900 im Vorjahreszeitraum. Im Gebiet der Polizeiinspektion Immenstadt fiel der Rückgang noch stärker aus, anstatt etwa 250 Verstößen waren es heuer nur 27. Dort halfen laut Polizei ein neues Park- und Verkehrskonzept sowie zusätzliche Wohnmobilstellplätze.

Bei der Lindauer Polizei blieb es bei etwa 140 Verstößen, während deren Zahl in Oberstdorf von rund 300 auf circa 350 stieg.

Kühler Sommer führt zu Rückgang der Wildcamper im Ostallgäu

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Den starken Rückgang in Füssen und Umland führt Polizeichef Martin auch auf den kühlen Sommer zurück. „Letztes Jahr gab es wahnsinnig viele Badegäste, die auch aus Kaufbeuren und Memmingen zu uns gefahren sind. Die waren heuer kaum da.“ Dazu kamen viele Tagesausflügler aus München. Dieses Jahr seien vor allem Wohnmobile unterwegs.

In Füssen sei deshalb nach wie vor eine Zusatzstreife im Einsatz, die Natur- und Umweltverstöße aufnimmt. „Wir haben sicher nicht die Verhältnisse wie im letzten Jahr gehabt, aber durch das schönere Wetter wird es wieder stärker“, sagt Martin. Er lobt jedoch Maßnahmen wie das Parkleitsystem am Alatsee und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden. So entlaste beispielsweise der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Füssen die Polizei – die dadurch in der Fläche aktiver sei.

Lage in den Naturschutzgebieten hat sich entspannt

Auch in den Naturschutzgebieten selbst hat sich die Lage zumindest teilweise entspannt. „Das Biwakieren ist heuer bislang kein Problem“, sagt Henning Werth, stellvertretender Leiter des Zentrum Naturerlebnis Alpin. Die Besucherkonzentration an einzelnen Punkten sei das jedoch schon – auch wenn sie geringer als im Vorjahr ist. Dass wieder mehr Menschen ins Ausland reisen können und die Öffnung der Bergbahnen haben demnach zur Entspannung beigetragen. Letztere lenken die Tagesgäste laut Werth besser.

Insgesamt sei „der Sommer glimpflich gelaufen, wir erleben nicht mehr diese extremen Überlastungen“. Soziale Medien und jene, die dort aktiv sind, hätten die Alpenwelt aber stark verändert. „Sie machen Hotspots wie die Gaisalpseen zu Sehnsuchtsorten und Foto-Kulissen“, sagt Werth – auf denen Müll und Trittschäden nicht zu sehen sind.

Hier müsse man die Besucher besser lenken, dabei stehe man aber noch am Anfang. Im Umgang mit den Massen eröffnen sich zwei Optionen, für die nun Fachgrundlagen erarbeitet werden. „An bestimmten Zielen ballen sich die Besucher massiv“, warnt Werth. Die Frage sei, ob man künftig Alternativziele vorschlage, um die Menschen zu verteilen. „Oder ob es besser ist, wenn sich die Menschen an einem Ort konzentrieren und andere dafür in Ruhe gelassen werden.“

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