Starkregen

Felder und Wege im Oberallgäu überflutet - Straßen und Bahnstrecken in Oberbayern gesperrt

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben in der Region die Pegelstände steigen lassen. So wurden beispielsweise Wiesen bei Häuser neben der B 19 überflutet.

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben in der Region die Pegelstände steigen lassen. So wurden beispielsweise Wiesen bei Häuser neben der B 19 überflutet.

Bild: Benjamin Liss

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben in der Region die Pegelstände steigen lassen. So wurden beispielsweise Wiesen bei Häuser neben der B 19 überflutet.

Bild: Benjamin Liss

Die heftigen Regenfälle haben am Dienstag vor allem im Oberallgäu Felder und Wege überflutet. Zahlreiche Feuerwehr-Einsätze gab es in Vorarlberg und in Oberbayern.
04.08.2020 | Stand: 17:58 Uhr

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben in der Region die Pegelstände steigen lassen. Vor allem das Oberallgäu war betroffen. So wurden beispielsweise Wiesen bei Häuser neben der B 19 überflutet. In Oberstdorf gab es an mancher Unterführung für Fußgänger und Radler kein Durchkommen mehr, genauso wie am Illerdammweg in Sonthofen.

Auch einige Wege wurden gesperrt.
Auch einige Wege wurden gesperrt.
Bild: Benjamin Liss

Trotz heftigen Regens in großen Teilen des Allgäus hatten Feuerwehr und Polizei jedoch nur wenige wetterbedingte Einsätze in der Region. Geflutete Straßen und überschwemmte Keller blieben größtenteils aus, hieß es auf Nachfrage von allgaeuer-zeitung.de bei der Polizei.

Anders die Lage in Oberbayern: Wegen des Dauerregens mussten Straßen und Bahnstrecken gesperrt werden, im Berchtesgadener Land verwüstete eine Schlammlawine den Garten einer Doppelhaushälfte, es kam zu Staus und Zugausfällen.

Im Landkreis Rosenheim musste die vielbefahrene Autobahn 8 (München-Salzburg) bei Frasdorf zeitweise in beide Richtungen gesperrt werden. Die Fahrbahn stand unter Wasser. Nach mehreren kleinen Erdrutschen wurde die Partnachklamm am Dienstag für Besucher gesperrt.

Auch in Vorarlberg (Österreich) richteten starke Regenfälle Schäden an: Über 20 Feuerwehr-Einsätze wurden gezählt. Etliche geflutete Keller mussten ausgepumpt werden. Zudem mussten wegen Überflutung einige Straßen gesperrt werden. Am stärksten betroffen war der Bezirk Dornbirn. Die Arbeiten dauerten am Dienstagvormittag noch an.

Wegen Überflutungen in Oberbayern musste am frühen Dienstagmorgen die Autobahn 8 zwischen Frasdorf und Achenmühle im Kreis Rosenheim in beide Richtungen komplett gesperrt werden. Die Umleitungsstrecke sei ebenfalls geflutet und nicht befahrbar, sagte ein Polizeisprecher. Eine weiträumigere Umleitungsstrecke werde derzeit noch geplant. Die Sperrung dürfte den Angaben zufolge noch mehrere Stunden andauern.

Auf regennasser Fahrbahn ereignete sich bei Sulzberg (Oberallgäu) am Montagabend aber ein schlimmer Autounfall, bei dem drei junge Menschen schwer verletzt wurden.

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ist auch am Dienstag bis zum späten Nachmittag im gesamten Allgäu noch mit stärkeren Regenfällen zu rechnen. Danach wird es besser - ab Wochenmitte kehrt der Sommer zurück.

So war die Lage am Montag

Regen, Wolken, einzelne Gewitter und kühle Temperaturen: In Bayern hat die neue Woche alles andere als sommerlich begonnen. In Schwaben und an den Alpen muss sogar mit weiteren Gewittern und Starkregen gerechnet werden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Teilweise können demnach am Montag in einer Stunde bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Für Memmingen und das Unterallgäu warnt der DWD von 16 bis 17 Uhr vor starken Gewittern.

Tropische Hitze wie in der vergangenen Woche ist bis auf Weiteres nicht in Sicht...

Am Dienstag ziehe sich zwar der Regen allmählich zurück. Doch so richtig freundlich wird es im Allgäu nicht. Für unsere Region erwarten die Meteorologen allenfalls 16 Grad.

Der Sonntag begann mit teils kräftigen Gewittern

Der Deutsche Wetterdienst hatte Recht behalten. Für Sonntagmorgen warnte er vor starkem Gewitter in den Landkreisen Oberallgäu, Ostallgäu, Westallgäu und Unterallgäu. Tatsächlich blitzte und donnerte es zwischen 6 und 7 Uhr teils gewaltig. Ähnlich wie schon am Samstagabend setzte zudem starker Regen ein.

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Gewitter in den Morgenstunden sind zwar nicht so häufig wie am späten Nachmittag oder Abend. Doch sie sind nicht ungewöhnlich. Grund: Auch am Morgen kann der Temperaturunterschied zwischen der Ober- und Unterseite von Wolken groß sein. Vereinfacht ausgedrückt: Die Oberseite kann in der Nacht stark auskühlen, während die Unterseite noch Wärme "speichert". Der Temperaturunterschied vergrößert sich und es kommt zu Blitzen und Gewittern. Physikalisch ist ein Blitz ein kurzer, aber sehr starker elektrischer Strom. Er gleicht starke unterschiedliche elektrische Ladungen zwischen Wolken beziehungsweise zwischen Wolken und der Erde aus.

Die Gewitter am Sonntagmorgen über dem Allgäu stufte der Deutsche Wetterdienst auf seiner Gefahrenskala zwischen 2 und 4 ein.

Das Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes umfasst vier Skalen:

  • Stufe 1: Amtliche Warnungen (Gelb)
    Wetterbedingte Gefährdungen können auftreten. Das Verhalten sollte entsprechend angepasst werden.
  • Stufe 2: Amtliche Warnung vor markantem Wetter (Orange)
    Es können vereinzelt oder örtlich Schäden auftreten. Empfohlen wird: Lage im Blick behalten, Verhalten anpassen.
  • Stufe 3: Amtliche Unwetterwarnung (Rot)
    Die erwartete Wetterentwicklung ist sehr gefährlich. Es können Schäden auftreten. Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien.
  • Stufe 4: Amtliche Warnung vor extremem Unwetter (Dunkelrot)
    Die erwartete Wetterentwicklung ist extrem gefährlich. Es können lebensbedrohliche Situationen entstehen und große Schäden und Zerstörungen auftreten. Aufenthalte im Freien sind zu vermeiden.
Vor genau einem Monat hatte Anfang Juli ein heftiges Unwetter im Westallgäu teils schwere Schäden angerichtet. Mehr über die damalige Bilanz lesen Sie hier.