Fußball-Bezirksliga

Für die Geschichtsbücher: FC Oberstdorf erwartet die SpVgg Kaufbeuren

Verteidiger Daniel Osowski (links) und Trainer Mahmut Kabak wollen nach dem Komplettumbruch im Kader in der neuen Liga Fuß fassen. Zum Auftakt ist die SpVgg Kaufbeuren beim Aufsteiger FC Oberstdorf gefordert.

Verteidiger Daniel Osowski (links) und Trainer Mahmut Kabak wollen nach dem Komplettumbruch im Kader in der neuen Liga Fuß fassen. Zum Auftakt ist die SpVgg Kaufbeuren beim Aufsteiger FC Oberstdorf gefordert.

Bild: Erwin Hafner

Verteidiger Daniel Osowski (links) und Trainer Mahmut Kabak wollen nach dem Komplettumbruch im Kader in der neuen Liga Fuß fassen. Zum Auftakt ist die SpVgg Kaufbeuren beim Aufsteiger FC Oberstdorf gefordert.

Bild: Erwin Hafner

Die SpVgg Kaufbeuren ist nach 34 Jahren wieder in der Bezirksliga gelandet, der FC Oberstdorf war seit 1975 nicht mehr dort. Nun treffen sie aufeinander.
04.08.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Es ist ein Neustart bei der SpVgg Kaufbeuren: Erstmals seit über 30 Jahren sind die Wertachstädter wieder in der Bezirksliga unterwegs. Nach zuletzt acht Spielzeiten in der Landesliga musste im Parkstadion der Abstieg als Tabellen-18. hingenommen werden. Nun gastiert die SVK zum Auftakt am Samstag ab 13.45 Uhr beim FC Oberstdorf, der seit 1975 nicht mehr so hoch spielte.

In Kaufbeuren wurde im Sommer fleißig gearbeitet. Es ist nicht weniger als ein Komplettumbruch im Kader, auch daherrührend, dass Trainer Mahmut Kabak im zurückliegenden Herbst teils nur „15 tatsächlich einsatzfähige Spieler“ zur Verfügung hatte. Elf Neuzugänge plus drei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs müssen integriert werden, darunter der von Schwaben Augsburg gekommene Torwart Fabio Zeche. Eine Rangliste will der Coach nicht aufstellen. „Es war eine wichtige Personalie. Fabio wird uns weiterbringen“, sagt der Trainer über den 25-Jährigen.

SpVgg Kaufbeuren mit jungen Spielern aus der Region

Sechs Abgänge hat die SpVgg zu verzeichnen. Ziel sei es gewesen, einen Kader zusammenzustellen, der in der Außendarstellung als direkt aus der Region kommend wahrgenommen wird. „Das ist ein Projekt mit jungen Spielern, die nicht länger als 30 Minuten Fahrtzeit zum Training haben“, sagt Kabak, der sich aber auf „viele schöne Derbys“ freut. Den Druck des direkten Wiederaufstiegs sieht Kabak nicht – einen Platz unter den ersten Acht gibt er als Ziel aus. „Wir haben eine gute Mannschaft, müssen aber noch reifen. Vor allem in den ersten Wochen gilt es, sich zu finden.“

Unterm Nebelhorn derweil ist Historisches passiert in diesem Sommer – wenn auch heimlich, still und leise. Das erste Mal seit 1975 und damit seit 46 Jahren kickt der FC Oberstdorf wieder in Schwabens höchster Spielklasse. „Es ist ein merkwürdiges Gefühl, weil die Saison nicht im klassischen Sinn abgeschlossen war. Es gab keine Meisterfeier, so, wie es ein Aufstieg nach 46 Jahren verdient gehabt hätte“, sagte Spielertrainer Andreas Maier.

Ex-Profi Andi Maier seit drei Jahren beim FC Oberstdorf

„Entsprechend spüren wir jetzt auch nicht diese Euphorie, wie es sie unter normalen Umständen wohl gegeben hätte.“ Und doch tut sich viel beim südlichsten Fußballklub Deutschlands. Seit drei Jahren führt der ehemalige Profi Maier als Spielertrainer den FCO: Der Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga mit zwei Aufstiegen in Serie spricht eine klare Sprache.

Andreas Maier wird auch in der kommenden Saison den Ton beim FC Oberstdorf angeben.
Andreas Maier wird auch in der kommenden Saison den Ton beim FC Oberstdorf angeben.
Bild: Dominik Berchtold

13 Monate Pause in den vergangenen 16 Monaten haben nicht nur dazu geführt, dass sich der 37-jährige Spielertrainer „brutal um die Gesundheit seiner Spieler sorgt. Immerhin haben wir bei null angefangen.“ Maier musste in Sachen Trainingssteuerung zuallererst „den alten Fitnesszustand wiederherstellen. Dafür sind aber viele Bereiche zu kurz gekommen, an denen ich gerne mehr gearbeitet hätte“, sagt der Mittelfeldspieler, der zum Auftakt auf eine Handvoll Spieler verzichten muss. Darunter ist auch Neuzugang Kubilay Güzel (VfB Durach). Vom SC Fornsbach (bei Stuttgart) ergänzt Tim Schröder das Torhüter-Gespann. Der Brasilianer Gustavo Pavan (offensives Mittelfeld) und der japanische Außenstürmer Joichiro Shibata komplettieren die Neuzugänge.

Bis auf Mittelfeldspieler Franjo Idzanovic muss Maier keine Abgänge kompensieren. „Das ist allemal ein Vorteil, dass der Kader weitestgehend zusammengeblieben ist“, sagt Maier. „Wir werden sowieso alles geben, uns in der Liga erst freizuschwimmen.“

Kader SpVgg Kaufbeuren

  • Tor: Harald Killimann, Ogun Uygun, Fabio Zeche.
  • Abwehr: Camara Paboy, Duran Kerim, Erol Oguzhan, Dan Fischer, Dominik Hiltwein, Maxi Nieberle, Daniel Osowski, Flo Rajic, Ardi Rramanaj.
  • Mittelfeld: Atakan Güner, Mohannad Hamwi, Dustin Hennes, Ivan Mamusa, Johannes Martin, Fabian Müller, Berke Sakallioglu, Lane Salihaj.
  • Angriff: Alkan Ahmet, Conrad Robin, Bora Imamogullari, Daniel Kostic, Mahde Khalid, Marius Mayr, Jonas Ruf, Michael Uhrmann.
  • Neuzugänge: Atakan Güner, Kerim Duran, Berke Sakallioglu (alle TSV Kottern), Maxi Nieberle, Michael Uhrmann, Mohannad Hamwi (alle BSK Neugablonz), Daniel Osowski (FC Penzing), Jonas Ruf (SV Fuchstal), Bora Imamogullari (TSV Oberbeuren), Fabio Zeche (Schwaben Augsburg), Daniel Kostic (FC Memmingen II), Ogun Uygun, Ardi Rramanaj, Lane Salihaj (alle eigene Jugend).
  • Abgänge: Sachs, Vedder (Garmisch), Keiß (SpVgg Langerringen), Schmitt (TSV Landsberg), Fabio und Christian Hamatschek (beide Ziel unbekannt).
  • Trainer: Mahmut Kabak (seit 2020, vorher A-Jugendtrainer im eigenen Verein) für Joachim Dewein (Ziel unbekannt).
  • Saisonziel: Mittlerer Tabellenplatz.
  • Meisterschaftstipp: TV Erkeim, FC Thalhofen.

Kader FC Oberstdorf

  • Tor: Kilian Stölzle, Kay Kähni, Tim Schröder.
  • Abwehr: Markus Stölzle, Florian Weinberg, Sam Buchmann, Marco Bonauer, Dominic Hornberger, Maximilian Königbauer, Christoph Sedlmeier, Lucas Weinberg.
  • Mittelfeld: Abed Alaa, Kubilay Güzel, Andreas Maier, Roderik Nultsch, Gustavo Pavan Carneiro, Steve Schumann, Daniel Tenzer, Markus Übelhör.
  • Angriff: Benedikt Eder, Daniel Geiger, Jakob Haselberger, Lorenz Lipp, Marcel Mesch, Joichiro Shibata, Christian Lingg.
  • Neuzugänge: Sam Buchmann (FC Sonthofen), Gustavo Pavan Carneiro (Brasilien), Joichiro Shibata (Toyama Shinjo Sports Club, Japan) Kubilay Güzel (VfB Durach), Abed Alaa (SG Sonnenhof- Großaspach).
  • Abgang: Franjo Idzanovic (Kroatien).
  • Trainer: Andreas Maier (seit 2018).
  • Saisonziel: Klassenerhalt.
  • Meisterschaftstipp: TV Erkheim.

Lesen Sie auch: Viele Derbys mit Brisanz: Allgäuer Landesligisten legen los