Ostallgäu

Fünf Rinder eingeschläfert

Das Ostallgäuer Veterinäramt hat einem Landwirt verboten, Milchvieh zu halten. Weil er nicht wollte, dass ihm die Tiere weggenommen werden, hat der Mann seinen Bestand nun aufgelöst und die Rinder verkauft. Zuvor waren fünf der Tiere bereits eingeschläfert worden. Das Veterinäramt hatte bei dem Betrieb mit etwa 55 Rindern Verstöße gegen den Tierschutz festgestellt.

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Von sih
11.02.2020 | Stand: 16:30 Uhr

Schon im Spätsommer vergangenen Jahres wurde gegen den Betriebsinhaber ein Bußgeld in Höhe von 1475 Euro verhängt. Nach Angaben des Ostallgäuer Landratsamts hat der Bauer unter anderem zwei verletzte Rinder nicht tierärztlich behandeln lassen. Zudem bekam er ein Zwangsgeld von 1000 Euro auferlegt, das fällig werden sollte, sollte er die Auflagen des Veterinäramtes nicht einhalten.

Bei einer Nachkontrolle Mitte Januar stellte die Behörde dann fest, dass die Anordnungen nicht befolgt worden waren. Beispielsweise hatte der Landwirt nicht für saubere und trockene Liegeflächen gesorgt und kein Präventions- und Behandlungskonzept gegen die Krankheit Kälberflechte entwickelt. Vielmehr habe sich die Situation der Tiere laut Landratsamt noch verschlechtert. Besonders problematisch sei die Sauberkeit und die Klauenpflege gewesen, sagt Thomas Brandl, Sprecher des Landratsamtes. Bei fünf Rindern wurde angeordnet, einen Tierarzt hinzuzuziehen. Die Tiere mussten wegen irreparabler Klauenschäden eingeschläfert werden.

Als Folge sprach die Behörde ein Verbot für die Haltung von Milchvieh aus. Obwohl der Mann seinen Bestand mittlerweile aufgelöst hat, erhält er nach Angaben von Sprecher Brandl noch eine Anzeige. Als Straftat werde ihm ausgelegt, dass er die Klauenprobleme bei den fünf Rindern, die eingeschläfert werden mussten, nicht frühzeitig behandeln ließ. Im Zuge der Ermittlungen würden aber noch weiter Gutachten eingeholt.

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