Demonstration gegen Rechtsextremismus

14 gegen Rechts - Demonstration in Füssen mit wenigen Teilnehmern

FU Demo

„Die Würde des Menschen ist unhassbar“ war einer der Sprüche, die von den Teilnehmern an der Demo gegen Rechts in der Füssener Innenstadt herumgetragen wurden. Allen voran schritt Initiatorin Derbach, hier mit ihrem Vater.

Bild: Kraut

„Die Würde des Menschen ist unhassbar“ war einer der Sprüche, die von den Teilnehmern an der Demo gegen Rechts in der Füssener Innenstadt herumgetragen wurden. Allen voran schritt Initiatorin Derbach, hier mit ihrem Vater.

Bild: Kraut

In Füssen fand am Freitag eine Kundgebung gegen Rechtsextremismus statt. Begleitet wurde Initiatorin Michelle Derbach von drei Parteipolitikern.
30.07.2021 | Stand: 20:30 Uhr

„So etwas darf es in unserer Gesellschaft nicht geben“, ruft Michelle Derbach mit lauter Stimme in die kleine Menschenmenge. Wogegen sich die junge Aktivistin auflehnt, ist Rechtsextremismus. Zusammen mit 14 Teilnehmern marschierte Derbach am gestrigen Freitag durch Teile der Füssener Innenstadt. Mit dabei war die Bundestagsabgeordnete der Linken, Susanne Ferschl, und die Kandidaten Regina Leenders (SPD) und Kai Fackler (FDP). Allen voran gehalten wurde ein Plakat mit der Aufschrift „Aufstehen gegen Rechts“.

Trotz überschaubarer Beteiligung, war Derbach, die auch die Füssener „Fridays for Future“ Bewegung mit ins Leben gerufen hat, erfreut über die Resonanz. Schließlich sei es ein deutlicher Fortschritt im Gegensatz zur letzten von ihr initiierten Demo im Juni. Damals waren noch weniger Menschen ihrem Aufruf zum Klima-Protest gefolgt.

Füssen: Unterstützung auch von Susanne Ferschl

Auch für Bundestagsabgeordnete Ferschl waren die wenigen Protestierenden kein Problem und keinesfalls ein Zeichen dafür, dass sich die Füssener nicht gegen Rechtsextremismus einsetzen würden. Vielmehr sei die geringe Zahl auf den Freitagnachmittag zurückzuführen, dazu das schöne Wetter. Nach zwei Runden durch die Innenstadt versammelten sich die Anwesenden auf dem Schrannenplatz. In einem Punkt waren sich die Politiker in ihren dortigen Reden einig: Rechtsextremismus ist auch im Allgäu ein Problem. Vor allem zeigt sich das laut SPD-Politikerin Leenders in den Allgäuer AfD-Parteigliederungen. Ihnen sei eine deutliche Nähe zum extremen Flügel auf der Bundesebene und damit zu Björn Höcke anzumerken.

Michelle Derbach und die anwesenden Parteipolitiker hielten nach den Runden in der Innenstadt ihre Reden.
Michelle Derbach und die anwesenden Parteipolitiker hielten nach den Runden in der Innenstadt ihre Reden.
Bild: Marina Kraut

Auch für die junge Derbach ist Rechtsextremismus kein Problem von weit entfernten Großstädten. In ihrer Rede forderte sie deshalb „mehr Strukturen“, die Rechtsextremismus verhindern können. Zudem sei es „unsere Pflicht, unser Land von Gewalt zu befreien“.

Hat das Allgäu ein Problem mit Rechsextremisten?

Laut Ferschl müsse es ebenso klar sein, dass die AfD der „verlängerte Arm der Rechten“ ist. Auch sie sieht im Allgäu durchaus den extremen Flügel der Partei stark vertreten. Ein spezielles Problem in Füssen könne man allerdings nicht benennen. Das bestätigten auch die drei anwesenden Beamten der Polizei, die zur Sicherheit anwesend waren, auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Unter den Demonstranten waren auch zwei Frauen aus Tübingen. Eigentlich seien sie im Urlaub hier, hätten aber von der Aktion gelesen und spontan daran teilgenommen. „Schließen Sie sich uns an!“ Immer wieder motivierte Derbach während des Marsches die Passanten. Es folgten nur wenige. Dafür gab es hin und wieder Applaus – oder vereinzelte gegnerische Zwischenrufe.

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