Geheimnisvoller Alatsee bei Füssen

Wandern am Rundweg oder bis zur Salober Alm: Das ist der Alatsee im Allgäu

Der Alatsee bei Füssen im Allgäu: wunderschön, sagenumwoben und voller Geheimnisse. Hier gibt es Infos zu Wanderung, Parken, Anfahrt - und den Rätseln des Sees.

Der Alatsee bei Füssen im Allgäu: wunderschön, sagenumwoben und voller Geheimnisse. Hier gibt es Infos zu Wanderung, Parken, Anfahrt - und den Rätseln des Sees.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Der Alatsee bei Füssen im Allgäu: wunderschön, sagenumwoben und voller Geheimnisse. Hier gibt es Infos zu Wanderung, Parken, Anfahrt - und den Rätseln des Sees.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Der Alatsee zählt zu den beliebtesten und geheimnisvollsten Seen im Allgäu. Hier finden Sie aktuelle Infos zur Wanderung am Rundweg, Route, Anfahrt oder Hotel.
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Von Allgäuer Zeitung
05.08.2021 | Stand: 14:51 Uhr

Der Alatsee bei Füssen ist einer der bekanntesten Seen im Allgäu. Und das, obwohl er mit einer Größe von zwölf Hektar eher zu den kleineren Seen im Ostallgäu gehört. Umso größer sind jedoch die Mythen und Erzählungen, die sich seit Jahrzehnten um den Alatsee ranken.

Wir stellen den geheimnisvollen See bei Füssen vor.

Wo liegt der Alatsee?

Der Alatsee liegt etwa vier Kilometer westlich von Füssen am oberen Talschluss des Faulenbacher Tals. Wer von Norden auf der A7 kommt, nimmt die letzte Ausfahrt auf die B310 Richtung Pfronten. Kurz vor dem Weißensee führt eine Abzweigung zum kostenpflichtigen Alatsee-Parkplatz am Nordufer.

Parken am Alatsee

Gerade in den Ausflugsmonaten ist der Alatsee für Einheimische und Urlauber ein beliebtes Ziel. Es gibt einen weiteren Parkplatz etwas weiter weg vom See - die Besucherlenkung übernimmt an besonders frequentierten Tagen eine Dienstleistungsfirma. Sie schließt die Schranke auf der Straße in Höhe des Weißensees, wenn der obere Parkplatz am Alatsee vollgeparkt ist.

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Geheimnisvoller Alatsee bei Füssen

Wandern am Alatsee: Gibt es einen Rundweg für eine Wanderung?

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Der Alatsee bei Füssen liegt auf dem Saloberrücken, umrahmt von Wäldern und dem Säuling. Für eine kurze Tour gibt es einen Rundweg direkt um den See. Ohne Pausen legt man die rund 1,6 Kilometer in etwa einer halben Stunde zurück. Die kurze, familenfreundliche Tour lässt sich aber beliebig erweitern oder mit einer Einkehr im Hotel Alatsee - oder bei einer großen Runde auf der Salober Alm - verbinden.

Dorthin führt der Weg zunächst am rechten Seeufer entlang. Nach ein paar Minuten kommt dort eine ausgeschilderte Abzweigung in Richtung Salober Alm. Für diesen Weg brauchen Sie Wanderschuhe und etwas Kondition, er verläuft steil.

Kurz vor der Salober Alm bietet sich ein Abstecher nach rechts zum "Vier-Seen-Blick" an. Auf dieser Tour wird der Weg allerdings deutlich schmaler, ein Drahtseil bietet Halt. Dafür gibt es nach etwa 30 Minuten

  • Weißensee,
  • Hopfensee,
  • Forggensee
  • und Bannwaldsee

von oben zu sehen - die Schönheiten der Allgäuer Natur in ihrer vollen Pracht. Zurück auf der bewirtschafteten Salober Alm in Vils bietet sich eine Stärkung an, ehe es auf den Rückweg nach unten zum Alatsee geht.

Wann ist der Alatsee rot? Wann blutet der Alatsee?

Am Seeufer des Alatsees sticht Besuchern in der Regel die smaragdgrüne Farbe des Wassers ins Auge. Das meromiktische Gewässer ist mit 32 Metern ungewöhnlich tief und wird von Grundwasser gespeist.

Doch nach einigen Metern Tiefe beginnt das mysteriöse Geheimnis des Alatsees: Dort wirkt das Wasser plötzlich purpurrot: Grund dafür ist eine starke Konzentration von Purpur-Schwefelbakterien. Der Alatsee hat mit den höchsten Schwefelwasserstoffgehalt aller Seen in Mitteleuropa.

Zuletzt bot der nahe Gipsbruchweiher bei Füssen diesen Anblick: Er hatte Anfang 2020 eine tiefrote Farbe angenommen - auf manchen Fotos sieht das Wasser auch lila aus. Vom nahe gelegenen Alatsee ist das Phänomen bereits bekannt.
Zuletzt bot der nahe Gipsbruchweiher bei Füssen diesen Anblick: Er hatte Anfang 2020 eine tiefrote Farbe angenommen - auf manchen Fotos sieht das Wasser auch lila aus. Vom nahe gelegenen Alatsee ist das Phänomen bereits bekannt.
Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Seinen Spitznamen "Der blutende See" hat der Alatsee noch einem anderen Phänomen zu verdanken. Die Rede ist von sogenannten Burgunderblutalgen: Sie sind immer dann zu sehen, wenn Strömungen sie an die Oberfläche treiben - dann wirkt das Gewässer tiefrot - wie "blutend".

Liegt wirklich ein Gold-Schatz im Alatsee verborgen?

Der Legende nach versenkten die Nazis 1945 kurz vor Kriegsende das Gold der Reichsbank im Alatsee. Angebliche Zeugen wollen Fahrzeuge gesehen haben, die den Milliarden-Schatz in Kisten in den See karrten. Sogar die Rothschild-Juwelen, die Hitlers Verbündeter Hermann Göring besaß, sollten am Seegrund schlummern. Über viele Jahre tauchten Schatzsucher im Alatsee - heute ist das nicht mehr erlaubt. Gefunden wurde freilich nie ein Schatz.

Wahr ist: Die Nationalsozialisten haben vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs tatsächlich Kunstschätze auf Schloss Neuschwanstein gehortet. Die Amerikaner konnten nach der Befreiung Deutschlands vieles davon finden, aber nicht alles. So kam wohl das Gerücht um den Alatsee auf.

Der Alatsee und Kommissar Kluftinger: Seegrund lief auch im Fernsehen

Der sagenumwobene Alatsee spielt - wohl auch wegen seiner Rätsel und Mythen - eine Hauptrolle im dritten Roman der Kluftinger-Krimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr. In "Seegrund" wird ein lebloser Taucher im Alatsee gefunden. Der Fall wurde mit Schauspieler Herbert Knaup in der Hauptrolle verfilmt und zur Primetime in der ARD ausgestrahlt - auch daher ist der kleine Alatsee vielen in ganz Deutschland ein Begriff.